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Ihre Meinung, ihre Kritik, ihre Fragen sind mir immer Willkommen: mailto:webmaster@k alle-der-rote.de

Prima – Klima

Sozial is mus oder Untergang in die Barbarei

Unser größtes Problem ist wohl, das wir gerade dabei sind große Teile unserer kleinen Erde unbewohnbar zu machen. Wir heizen unsere Erde auf, um der Auto- und Erdölindustrie Superprofite zu bescheren. Obwohl es sinnvolle Alternativen gibt. Hurrikane, Taifune und Überschwemmungen, dafür Gletscher- und Schneefreie Alpen lassen grüßen.

Wir lassen uns, unsere Selbstvergiftung durch Großindustrielle Fleischproduktion etwas Kosten. Davon abgesehen, das diese unsere Fleischberge uns schwerkrank machen und den verhungernden Teil unserer Welt sein Getreide vorenthält, denn wo Futter fürs Schlachtvieh wächst, kann kein Reis, noch Mais oder Getreide wachsen.

Wobei noch zu bedenken ist das wesentliche Futtermittelbestandsteile des Viehs nicht auf dem Acker wachsen. Hormone, Antibiotika und sonstige chemische Cocktails bekommt jede Sau, jeder Ochse in ihrem kurzen Leben, bis zum Schlachthof pfundweise mit. Was unsere Gockel so zum Dioxin noch alles bekommen, will ich gar nicht so genau wissen. Die Chemische- und Lebensmittelindustrie leben nicht schlecht damit, und Geld stinkt ja bekanntlich nicht.

14.09.2017 - derstandard.at - Meereis am Nordpol schmilzt weiter stark

Meereis am Nordpol schmilzt weiter stark-kAuf Größe von rund 4,7 Millionen Quadratkilometern abgeschmolzen – Fläche wird laut Forschern seit rund zehn Jahren deutlich kleiner

Bremerhaven – Das Meereis rund um den Nordpol ist im September auf eine Größe von rund 4,7 Millionen Quadratkilometern erneut stark abgeschmolzen. Der Rückgang liege im Mittel der vergangenen zehn Jahre, die Fläche sei aber weiterhin deutlich kleiner als in den Jahren 1979 bis 2006, erklärten Wissenschafter des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Donnerstag in Bremerhaven.

Die durchschnittliche arktische Eisfläche betrug bis zum Jahr 2000 rund 7,5 Millionen Quadratkilometer. Der neuerliche massive Eisverlust ist den Forschern zufolge zwar kein neues Rekordminimum, folgt aber offenbar einem Trend. Die jeweils im September gemessene Meereisfläche sei "in den vergangenen elf Jahren geringer gewesen als in allen Jahren davor", sagt der Meereisphysiker Marcel Nicolaus vom AWI. Wegen der Schmelze war die Nordostpassage entlang der russischen Küste für Schiffe ohne Unterstützung von Eisbrechern befahrbar. Mehr dazu (88 KB)

 

12.09.2017 - derstandard.at - Hurrikan Irma laut Experten ein Vorgeschmack auf künftige Katastrophen

Forscher rechnen mit einer Zunahme verheerender Wirbelstürme

Potsdam – Vor dem Hintergrund des Wirbelsturms Irma warnt der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik), Hans Joachim Schellnhuber, vor verheerenden Folgen auch für Europa: "Das Jahr 2017 zeigt uns auf bitterste Weise, warum die Wissenschaft seit Jahrzehnten vor dem Klimachaos warnt: Die Elemente Feuer, Wasser und Luft wenden sich nun gegen uns, weil wir den Planeten aus dem Gleichgewicht bringen."

Viele weitere starke Wirbelstürme könnten die Menschheit künftig heimsuchen, über Andalusien und Sizilien könnte noch in diesem Jahrhundert die Sahara nach Europa eindringen, so der Forscher. Zugleich kritisierte Schellnhuber, dass das Thema im deutschen Bundestagswahlkampf nahezu völlig ausgeblendet werde. Stattdessen häuften sich "unnötige Bekenntnisse zu den Geschäftsmodellen von gestern", wie Dieselantrieb, Kohleverstromung und industrielle Landwirtschaft. Mehr dazu (100 KB)

Ein Link dazu - Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

 

24.08.2017 – derstandard.at - Bergsturz im Schweizer Bondo: Österreicher unter den Vermissten

Suche nach acht vermissten Personen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich wurde seit dem Unglück im Schweizer Kanton Graubünden intensiviert

Bondo – Ein Bergsturz von riesigem Ausmaß hat acht Wanderer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Schweizer Alpen überrascht. Sie werden seit Donnerstag vermisst, wie die Kantonspolizei in Graubünden mitteilte. Unter den Gesuchten befindet sich ein österreichisches Ehepaar, wie Thomas Schnöll, Sprecher des Außenministeriums, sagte.

Polizei und Angehörige konnten die Wanderer im Bondasca-Tal, einem Seitental des Bergell im Kanton Graubünden, telefonisch nicht erreichen. Die Gesteins- und Schlammlawine hat das Tal am Mittwoch auf einer Länge von fünf Kilometern teilweise mehrere dutzend Meter hoch verschüttet. Mehr dazu (92 KB)

 

08.08.2017 - derstandard.at - Klimaerwärmung: Zeitfenster für 1,5-Grad-Ziel schließt sich

Klimaerwaermung Zeitfenster schließt sich-kSelbst beim völligen Stopp jedes klimarelevanten Gasausstoßes ist laut einer Studie eine Erwärmung um 1,1 Grad Celsius "garantiert"

Hamburg – Das Zeitfenster für das 1,5-Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen schließt sich, was das Abstoppen der Klimaerwärmung der Erde betrifft. Selbst beim sofortigen Aufhören aller klimarelevanten Emissionen würde sich die Erde allein in diesem Jahrhundert um etwa 1,1 Grad erwärmen, lautet das Ergebnis einer neuen Studie von deutschen und US-Meteorologen.

Die Untersuchung von Thorsten Mauritsen, Leiter einer Forschungsgruppe am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie, und seinem Kollegen Robert Pincus von der University of Colorado zeigt: Zur bisherigen Erwärmung von 0,8 Grad Celsius kämen auch im Fall der Verhinderung aller weiteren Emissionen bis Ende des Jahrhunderts noch etwa 0,3 Grad hinzu. Mehr dazu (96 KB)

 

04.08.2017 – UZ - Kartell der Klimakiller

Kartell der Klimakiller-kDie enge Verbindung von Regierung und Autoindustrie wird öffentlich

Von Klaus Wagener - Die Kanzlerin geriet ins Schwärmen: „Offene Märkte, ein freier, fairer, nachhaltiger und inklusiver Handel“, das sei ein Schwerpunktthema ihrer G20-Präsidentschaft. Solange deutsche Unternehmen dabei gewinnen, hätte die Chefverkäuferin der deutschen Exportindustrie ehrlicherweise hinzufügen müssen.

So gut die aktuellen Verkaufszahlen der Automobilbranche auch aussehen, die deutsche Vorzeigebranche steckt in einem tiefen Dilemma. Sie hat massiv in das „Größer, Breiter, Schwerer, Stärker und Schneller“ investiert, in die Aufsteigerträume in den Metropolen und den sich ausdehnenden Städten der Welt. Nicht gerade die sinnvollste Art der Verkehrsgestaltung.

Um diese Träume auch noch als Schnäppchen erscheinen zu lassen, hatte die deutsche Vollgasbranche auf den Diesel als Alleinstellungsmerkmal gesetzt. Von der Klimakanzlerin des freien Marktes mit etwa 8 Mrd. Euro/Jahr (18 Cent/Liter) subventioniert. Nur sollten da auch die Abgaswerte stimmen. Zwar hatte sich die Klimakanzlerin in Brüssel schon mehrfach schützend vor ihre Bleifußfraktion geworfen, doch selbst das, was dann weichgespült an CO2-Grenzwerten herauskam, war nicht zu schaffen. Mehr dazu (168 KB)

 

28.07.2017 - derstandard.at - Steigende Wasserspiegel: Das Meer wird mehr

Steigende Wasserspiegel Das Meer wird mehr-kLaut einer Auswertung von 1.500 Pegeln steigt der Meeresspiegel bereits seit den 1960er-Jahren dramatisch. Philippinische Inseln drohen unterzugehen

Essen/Wien – Der Meeresspiegel weltweit steigt an. Das ist kein Geheimnis, doch wie dramatisch die Entwicklung eigentlich schon seit den 1960er-Jahren ist, das zeigt eine aktuelle Auswertung von über 1.500 Seepegeln durch das deutsche Recherchezentrum Correctiv und die Columbia-Universität in New York.

Dabei wurden seit August 2016 über 700.000 Pegelstände ausgewertet. Diese für die Seefahrt wichtigen Daten werden seit langer Zeit erhoben und geben Aufschluss darüber, wie der Meeresspiegel schwankt – und somit auch darüber, wie er steigt. Sie werden von Organisationen wie dem britischen Permanent Service for Mean Sea Level (PSMSL) gesammelt. Die Institution hat an mehr als 2.000 Orten Pegelmesser aufgestellt und liest sie zum Teil im Monatsrhythmus ab. Mehr dazu (112 KB)

 

23.07.2017 - derstandard.at - Bleich, warm, sauer: Die Weltmeere siechen dahin

Bleich warm saue Die Weltmeere siechen dahin-kVon Julia Schilly - Der Umweltschutz hat lange auf die Weltmeere vergessen. Erwärmung, Verschmutzung und Überfischung könnten noch in diesem Jahrhundert zu großem Artensterben führen

Als Studentin hat die deutsche Meeresbiologin Antje Boetius bei Expeditionen auf den Ozeanen vielleicht einmal eine Coladose gefunden, oder eine Flasche. "Heute gibt es bei Tauchgängen mit dem U-Boot oder Tiefseerobotern selbst ganz weit weg von Land im Pazifik überall Plastikmüll am Meeresboden", sagt die 50-Jährige.

"Der völlige Wandel der Gesellschaft hat auch in den entferntesten Regionen Spuren hinterlassen", sagt Boetius, die Tiefseeforschung und Mikrobiologie kombiniert. Ihre Forschung bringt sie in die letzten unbekannten Regionen der Ozeane – etwa in jene Regionen, die früher das "ewige Eis" genannt wurden. "Auch der Klimawandel ändert alles. Wir treffen auf immer weniger und immer dünneres Meereis in der Arktis mit erheblichen Konsequenzen für das Ökosystem", warnt die Forscherin. Mehr dazu (140 KB)

 

07.07.2017 - derstandard.at - Gigantischer Eisberg hängt nur noch "an einem Faden"

Von Klaus Taschwer - Spektakuläre Eisberggeburt in der Antarktis: Der abbrechende Riese ist eineinhalb Mal so groß wie das das Burgenland. Ist er eine Folge des Klimawandels?

Swansea/Wien – Es ist seit Monaten eine Art Hängepartie. Doch die neuesten Satellitenaufnahmen vom sogenannten Larsen-C-Schelfeis der westantarktischen Halbinsel lassen wenig Zweifel, dass sich das Endspiel mitten im unvermeidlichen großen Finale befindet: Ein 175 Kilometer langer Eisberg bricht gerade vom 50.000 Quadratkilometer großen Eisschild ab.

Wie Aufnahmen von Ende Juni zeigen, bewegt sich der gigantische Eisblock auf einer Seite bereits mit mehr als zehn Metern pro Tag vom Schelfeis weg, schneller als je zuvor in den letzten Monaten: Mehr dazu (172 KB)

 

03.07.2017 - derstandard.at - Studie befürchtet Milliarden Flüchtlinge durch steigenden Meeresspiegel

US-Forscher mahnen Landnutzungskonzepte für den Fall großer Bevölkerungsverschiebungen ein

Ithaca – Es ist ein Worst-Case-Szenario, das Forscher der privaten Cornell University diese Woche im Fachmagazin "Land Use Policy" vorgelegt haben, und so liest es sich auch. Bis zum Jahr 2060 könnte ein von der Klimaerwärmung verursachter Anstieg des Meeresspiegels an die 1,4 Milliarden Menschen aus den heutigen Küstenzonen zu Klimaflüchtlingen gemacht haben. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten aus diesem Grund bereits zwei Milliarden Menschen auf der Flucht sein. Mehr dazu (96 KB)

 

04.06.2017 - derstandard.at - Erderwärmung, Verschmutzung, leergefischte Meere: Was Produkte wirklich kosten

Was Produkte wirklich kosten-kAlexander Hahn - Erderwärmung, Luftverschmutzung, leergefischte Meere – für viele Phänomene müssen Unternehmen als Verursacher meist nicht geradestehen

Das Ergebnis war so schockierend, dass es das Team um David Coady lieber einmal zu viel als zu wenig überprüfte. Doch es blieb dabei, die Zahl war "extrem belastbar", sagte er nach der Veröffentlichung der Studie vor drei Jahren. Die Erkenntnis: Fossile Brennstoffe wurden im Jahr 2015 weltweit mit 5,3 Billionen Dollar von Regierungen subventioniert – ein Betrag, der 6,5 Prozent der damaligen Weltwirtschaftsleitung entspricht. "Das sind die wahren Kosten, die mit dem Verbrauch von fossilen Energieträgern verbunden sind", betonte Coady, der im Internationalen Währungsfonds (IWF) die Studie betreute. Mehr dazu (300 KB)

 

01.06.2017  - derstandard.at - Der Tajo läuft leer

Der Tajo laeuft leer-kReiner Wandler aus Madrid - Dem längsten Fluss der Iberischen Halbinsel geht das Wasser aus. Das liegt nicht an einer anhaltenden Trockenheit, sondern am Abpumpen von Wasser für Gewächshäuser und Zitrusfruchtplantagen. Anrainer machen nun gegen diese Misswirtschaft mobil

 Die Bevölkerung hielt im Mai eine Mahnwache auf einer Brücke in Toledo ab, und mehrere Dutzend Bürgermeister verabschiedeten ein Protestschreiben an die spanische Regierung: Die Anrainer des Tajos wehren sich immer lauter. Denn der längste Fluss der Iberischen Halbinsel ist vom Austrocknen bedroht. Und das nicht etwa deshalb, weil es zu wenig geregnet hat, sondern weil die Behörden Misswirtschaft mit dem Fluss betreiben.

 Mittels Pipelines und Kanälen wird das Wasser aus den beiden Stauseen Entrepeñas und Buendía am Oberlauf des Tajos, 100 Kilometer nordöstlich von Madrid, in den Fluss Segura gepumpt. Dieser fließt in die Mittelmeerregion Murcia. Dort werden riesige Felder mit Zitrusfrüchten und Gewächshäuser mit Gemüse für ganz Europa bewässert. Auch die Algen nehmen überhand. Im madrilenischen Aranjuez oder in Toledo und Talavera de la Reina in der Region Castilla-La Mancha sind tote Fische am Ufer längst Alltag. Mehr dazu (180 KB)

 

26.05.2017 – fr.de - Gnade für deutsche Spätzünder

Gnade fuer deutsche Spaetzuender-kChina treibt die E-Mobilität konsequent voran. Den deutschen Herstellern geht das zu schnell - sie setzen auf politischen Druck, um Vorgaben abzuschwächen.

Von Finn Mayer-Kuckuk - Außenminister Sigmar Gabriel hat in China eine Beilegung des Streits um Absatzquoten für Elektroautos bestätigt. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Verabredung in Bezug auf Elektromobilität steht“, sagte Gabriel am Mittwoch in Peking nach Gesprächen mit chinesischen Regierungsvertretern.

Es geht bei der Auseinandersetzung um verbindliche Vorgaben für den Verkauf von Batteriefahrzeugen: Die deutschen Hersteller halten die Praxis der Einführung für rabiat. Schon ab 2018 wären sie Plänen zufolge bestraft worden, wenn sie in China nicht genug E-Autos an den Mann bringen. China hatte die deutsche Fahrzeugwirtschaft schwer irritiert. Im Netz kursierte der Entwurf für eine neue Regelung zur Förderung der Elektromobilität – und zwar einer aus der Kategorie „Peitsche“ statt „Zuckerbrot“. Mehr dazu (902 KB)

 

22.05.2017 - Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek - Zu wenig Geld fürs Klima

Zu wenig Geld fuers Klima-kIndustriestaaten geizen mit Investitionen zur Reduzierung der globalen Erderwärmung. Fortschritt durch China und Indien

In Bonn ging am Donnerstag ein halbjähriges Vorbereitungstreffen für die diesjährige UNO-Klimakonferenz zu Ende. Auf dem Programm stand vor allem die Erarbeitung eines Regelwerks, das im Rahmen des Pariser Klimaabkommens weiter verhandelt werden soll. Der 2015 in der französischen Hauptstadt abgeschlossene und inzwischen von 146 Staaten ratifizierte Vertrag sieht einerseits vor, daß die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau gehalten werden soll und andererseits die Länder Selbstverpflichtungen übernehmen, um dieses Ziel zu erreichen. Sowohl das Ziel als auch die Selbstverpflichtungen sollen regelmäßig überprüft und angepaßt werden. Insbesondere soll untersucht werden, ob nicht gar die Begrenzung auf 1,5 Grad globale Erwärmung notwendig ist, um katastrophale Folgen der Klimaerwärmung zu vermeiden. Mehr dazu (290 KB)

 

16.05.2017 - derstandard.at - Europas Wälder geraten als CO2-Speicher unter Druck

Forscher warnen vor den Auswirkungen schwindender Artenvielfalt und steigender Nutzung von Waldbiomasse

Wien – Wälder gelten als zentraler Faktor für den Klimaschutz. Doch in Europa geraten sie als Speicher für das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) immer stärker unter Druck, warnen nun Experten. In einem Bericht des European Academies Science Advisory Council (EASAC) warnen Wissenschafter vor allem vor dem zunehmenden Verlust der Artenvielfalt und der steigenden Nutzung von Wald-Biomasse als Energieträger. - Mehr dazu (55 KB)

 

20.02.2017 - derstandard.at - Schleichender Sauerstoffverlust in den Weltmeeren

Schleichender Sauerstoffverlust in den Weltmeeren-kSeit 1960 um zwei Prozent weniger Sauerstoff. Ursache dafür dürfte direkt oder indirekt die Erderwärmung sein

Kiel – Der Sauerstoffgehalt in den Weltmeeren hat Kieler Forschern zufolge seit 1960 im Schnitt um mehr als zwei Prozent abgenommen. In der britischen Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten drei Ozeanographen des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung die nach ihren Angaben bisher umfassendste Analyse zum Sauerstoffverlust in den Weltmeeren.

Die Erderwärmung sei direkt oder mittelbar dafür als Ursache anzunehmen, dass in den Weltmeeren der Sauerstoffgehalt zurückgehe, sagte der Ozeanograph Sunke Schmidtko, der Erstautor der Studie. Bei weiter steigenden Temperaturen der Atmosphäre und damit auch des Wassers sei eine weitere Abnahme des Sauerstoffgehalts in den Ozeanen zu befürchten. Mehr dazu (230 KB)

 

09.02.2017 - derstandard.at - Seit Jahren werden in der Arktis kaum noch Eisbären geboren

Seit Jahren werden in der Arktis kaum noch Eisbaeren geboren-kVon Thomas Neuhold - Der Arktis gehe der Eisbärennachwuchs aus, warnt der Biologe und Polarexperte Sepp Friedhuber. Auch heuer würden die meisten Jungtiere verhungern

Salzburg – Die Freude über den Eisbärennachwuchs im Zoo von Berlin war im November vergangenen Jahres riesig. Fritz heißt der possierliche Kleine, der Quasinachfolger des legendären, 2011 verstorbenen Knut. Was im medialen Hype um Fritz meist untergeht: Außerhalb der Zoomauern steht es um die Eisbärenpopulation gar nicht gut. "Im Nordatlantik, vor allem in Spitzbergen, ist die Eisbärenpopulation stark unter Druck", berichtet der Polarexperte Sepp Friedhuber. Mehr dazu (436 KB)

 

29.12.2016 - jw - Grönland eisfrei

Groenland eisfrei-kJahresrückblick 2016 Heute: Globale Erderwärmung. Temperaturen wie zuletzt vor 120.000 Jahren

Von Wolfgang Pomrehn - Aller Voraussicht nach wird 2016 erneut ein globaler Temperaturrekord aufgestellt. Das meteorologische Jahr 2016, das vom Dezember 2015 bis zum November 2016 ging, ist das dritte in Folge, in dem im Schnitt so hohe Temperaturen wie nie zuvor gemessen wurden, wie das in New York ansässige Goddard Institute for Space Studies der NASA errechnet hat. Inzwischen ist es bereits rund ein Grad Celsius wärmer als zu Beginn des letzten Jahrhunderts.

In den vergangenen Jahren hat die über den Globus und das ganze Jahr durchschnittlich gemessene Temperatur einen kräftigen Satz nach oben gemacht. 2016 war es rund 0,3 Grad Celsius wärmer als 2010. »2016 hat verschiedene Rekorde gebrochen«, kommentiert der Generalsekretär der Weltmeteorologieorganisation (WMO), Petteri Taalas. »In der Atmosphäre hat die Kohlendioxidkonzentration die symbolische Schwelle von 400 Millionstel Volumenanteilen überschritten, und in den Ozeanen trug Rekordwärme zu weitverbreiteter Korallenbleiche bei.« Letztere schädigt seit Anfang der 1990er Jahre zunehmend die Korallenriffe, die in vielen Ländern für Küstenschutz und Fischerei eine essentielle Funktion haben. Taalas weist außerdem darauf hin, dass ein Teil der Dürren, Überschwemmungen und der tropischen Zyklone wie Hurrikane und Taifune, die auch im ausgehenden Jahr wieder schwere Schäden anrichteten, auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Mehr dazu (44 KB)

15.12.2016 – jw - BP hat nichts gelernt

BP hat nichts gelernt-k»Deepwater Horizon«: Von Greenpeace geleakter Konzernbericht offenbart weiterhin unzureichende Sicherheitskultur des Ölkonzerns

Von Wolfgang Pomrehn - Gut sechs Jahre nach der Explosion der Bohrplattform »Deepwater Horizon« im Golf von Mexiko vor der US-Küste macht der britische Erdölkonzern BP erneut Schlagzeilen wegen Sicherheitsproblemen. Einem internen Bericht zufolge, der Greenpeace zugespielt wurde und über den die britische Financial Times (FT) am Dienstag berichtete, ist es in den vergangenen Jahren mindestens zweimal beinahe zu tödlichen Unfällen in Anlagen des BP-Konzerns gekommen. Die Sicherheitsstandards des Unternehmens würden hinter denen der Konkurrenz wie Royal Dutch Shell und anderen zurückfallen. Einer der Vorfälle ereignete sich 2014 in einer Raffinerie in Whiting in der Nähe von Chicago. Dort wäre beinahe eine Entschwefelungsanlage zerstört worden. Um dem Rohöl den Schadstoff zu entziehen wird Wasserstoff verwendet, ein Gas, das leicht explodieren kann. Den meisten Lesern dürfte aus dem Chemieunterricht das »Knallgas« aus Wasserstoff und Sauerstoff bekannt sein. Der Bericht enthalte keine Details über den Beinahe-Unfall, schreibt die FT, erwähne aber einen damit verbundenen Produktionsausfall. Dieser habe zu einem Verlust von 258 Millionen US-Dollar (242 Millionen Euro) geführt.

Bei einer schweren Explosion waren am 20. April 2010 auf der im Auftrag von BP vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana betriebene Ölplattform »Deepwater Horizon« elf Arbeiter getötet worden. Mehr dazu (46 KB)

 

07.12.2016 - derstandard.at - Arktis: Rekordminimum beim Meereis könnte Europa Kälteeinbrüche bescheren

Arktis Rekordminimum beim Meereis koennte Europa-kGeringste Eisflächenausdehnung seit Messbeginn – Polarwirbel in der Stratosphäre geschwächt

Boulder – Im vergangenen November war die Eisfläche der Arktis so klein wie nie zuvor in diesem Monat seit Beginn der Satellitenmessungen vor 38 Jahren. Die Ausdehnung betrug 9,1 Millionen Quadratkilometer und war damit fast zwei Millionen Quadratkilometer kleiner als im November-Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010, berichtete das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) der USA am Dienstag (Ortszeit) in Boulder. Mehr dazu (154 KB)

Link

NSIDC: Sea ice hits record lows

 

25.11.2016 - derstandard.at - "Hitzewelle" am Nordpol registriert

Hitzewelle am Nordpol registriert-kKlimaforscher: In den vergangenen Wochen war es dort bis zu 20 Grad wärmer, als es Mitte November üblich ist

Oslo – Der Klimawandel wird auf der arktischen Inselgruppe Spitzbergen nördlich von Norwegen immer stärker spürbar. "2016 wird dort das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1889", sagte der Klimaforscher Ketil Isaksen vom norwegischen Meteorologischen Institut. Die Jahresdurchschnittstemperaturen lägen in diesem Jahr bei etwa null Grad. Das seien fast sieben Grad mehr als normal.

Auch am Nordpol war es in den vergangenen vier Wochen im Schnitt neun bis zwölf Grad wärmer als normal. "Wir haben am Pol noch nie so hohe Temperaturen gemessen", sagte der Klimaforscher Martin Stendel vom dänischen Meteorologische Institut. In der vergangenen Woche seien am Pol null Grad registriert worden, das seien sogar 20 Grad mehr als gewöhnlich Mitte November. Mehr dazu (160 KB)

 

21.10.2016 - derstandard.at - Ozeanograf: Klimawandel setzt gefrorenes Methangas im Meer frei

Klimawandel setzt gefrorenes Methangas im Meer frei-kJulia Schilly - Zahlreiche Studien beschreiben mögliche Auswirkungen globaler Erwärmung immer präziser

Wien – Schätzungen zufolge ist das Wasser im arktischen Ozean in den vergangenen Jahrzehnten um etwa 1,5 bis zwei Grad wärmer geworden. Es gibt aktuelle Spitzen wie etwa bei Grönland, wo das Oberflächenwasser um vier bis sechs Grad wärmer als bei früheren Messungen war. Tiere wie der Eisbär leiden schon jetzt erheblich unter den klimatischen Veränderungen, weil das Eis als Lebensraum teilweise verschwindet und Robben als Nahrungsgrundlage wegfallen – Kannibalismus wurde bereits beobachtet.

Doch die Auswirkungen auf die Ozeane sind weltweit spürbar: Die durchschnittliche Temperatur der Weltmeere hat von 1998 bis 2007 in 700 Metern Tiefe um etwa 0,15 Grad Celsius zugenommen. "Man kann schon sagen, dass der Weltozean der wichtigste Teil im gesamten Klimasystem ist. Mehr dazu (146 KB)

 

10.10.2016 - derstandard.at - Klimawandel: Erwärmung der Meere als "versteckte" Herausforderung

Erwaermung der Meere als versteckte Herausforderung-kJulia Schilly - Die Ozeane erwärmen sich stetig, die Folgen sind nicht mehr kontrollierbar, warnt ein Bericht

Wien – Noch nie seit Beginn der Messungen im Jahr 1880 war die Durchschnittstemperatur der Weltmeere so hoch wie heute. Die NGO Weltnaturschutzunion (IUCN) spricht in diesem Zusammenhang von der "größten versteckten Herausforderung unserer Generation". Ozeane sind nicht nur die größte CO2-Senke, sondern nehmen auch Wärme auf. Die Populationen unterschiedlicher Meerestiere verändere sich laut IUCN bereits drastisch – von der Mikrobe bis zum Wal, wie eine Untersuchung durch 80 Wissenschafter aus zwölf Staaten dokumentiert.

Das Meer hat 90 Prozent der zusätzlichen Wärme absorbiert, die von den Menschen erzeugt wurde. Wenn diese Menge an Wärme in die Atmosphäre gelangt wäre, würde die globale Erwärmung heute 36 Grad Celsius und nicht ein Grad Celsius betragen, heißt es im Bericht. Ab einem gewissen Punkt, so die Wissenschafter, könnte das erwärmte Wasser Millionen Tonnen an gefrorenem Methan, das im Meeresboden eingeschlossen ist, auftauen. Diese Mengen des starken Treibhausgases würden die Oberfläche des Planeten zum Kochen bringen. Mehr dazu (194 KB) - Link - IUCN Report: Explaining Ocean Warming

 

01.10.2016 - derstandard.at - Globale Kohlendioxid-Werte überschreiten rote Linie

Globale Kohlendioxid-Werte ueberschreiten rote Linie-kErstmals seit Beginn regelmäßiger Messnungen liegen sämtliche globalen CO2-Werte dieses Jahres über 400 ppm

Honolulu – Nicht nur die Durchschnittstemperaturen, auch die globalen CO2-Werte sorgen heuer für Rekorde: Obwohl in diesen Wochen üblicherweise die im Jahresverlauf geringsten Kohlendioxid-Konzentrationen gemessen werden, liegen sie immer noch über 400 ppm. Zum ersten Mal seit dem Beginn systematischer Erhebungen hat das Treibhausgas-Level damit diesen Schwellenwert nicht mehr unterschritten. Mehr dazu (95 KB)

 

20.09.2016 – derwesten.de - Arktis-Meereis ist erstmals bis zum Nordpol getaut

Arktis-Meereis ist erstmals bis zum Nordpol getaut-kBerlin. Bis in den Nordpol hinein ist das Arktis-Meereis geschmolzen – so weit wie noch nie in einem Sommer. Schuld daran ist der Klimawandel.

Noch ein paar wenige Tage ist Sommer in der Arktis. In der nördlichsten Region der Erde, die Teile Nordamerikas, Asiens und Europas bedeckt, ist das Eis aus gefrorenem Ozeanwasser auf sein jährliches Minimum abgeschmolzen. Das ist nicht ungewöhnlich, denn das zum Teil meterdicke Meereis unterliegt natürlichen auch den Jahreszeiten geschuldeten Schwankungen. Klimaforscher sind jedoch besorgt. Zum ersten Mal sei das Eis bis in die Zentralarktis um den Nordpol hinein getaut. Zudem sei die übrig gebliebene Fläche die zweitkleinste gemessene seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen. Welche Mechanismen dahinterstehen und was die extreme Schmelze für das globale Klima bedeutet – die wichtigsten Antworten.

Die aktuelle Entwicklung - Die Fläche des arktischen Meereises ist im September, also zum Ende der Schmelzsaison, auf eine Größe von knapp 4,1 Millionen Quadratkilometer (km2) abgeschmolzen. Was eine gigantische Fläche zu sein scheint – immerhin würde Deutschland elfmal hinein passen – alarmiert Wissenschaftler. Mehr dazu (330 KB)

 

14.09.2016 - derstandard.at - Grönland: Schmelze des Eisschilds hat sich drastisch beschleunigt

Groenland Schmelze des Eisschilds hat sich drastisch beschleunigt-kDurchschnittstemperaturen in Grönland erreichten laut Klimaforschern neue Rekordwerte

Nuuk – Die Durchschnittstemperaturen in Grönland haben in diesem Sommer nach einem außerordentlich frühen Einsetzen der Eisschmelze neue Rekordwerte erreicht. Wie das dänische Meteorologische Institut (DMI) am Dienstag mitteilte, lag die Durchschnittstemperatur in Tasiilaq an der Südostküste bei 8,2 Grad Celsius.

Dieser Wert ist der höchste seit dem Beginn der Messungen 1895 und liegt 2,3 Grad Celsius über dem Schnitt der Jahre 1981 bis 2010. "Diese Werte liefern uns neue und belastbare Beweise dafür, dass der Temperaturanstieg in der Arktis weitergeht", sagte der DMI-Klimaforscher John Cappelen. Mehr dazu (160 KB)

 

19.08.2016 - derstandard.at - Anthrax-Ausbruch durch tauende Frostböden in Sibirien

Anthrax-Ausbruch durch tauende Frostboeden in Sibirien-kVon Julia Schilly - Der Norden Sibiriens erlebt ungewöhnlich milde Temperaturen, mit dem Permafrost tauten auch Milzbrandbakterien auf

Moskau/Wien – Der Bericht war in vielen Medien in Europa Mitte August eine Randnotiz: Auf der Jamal-Halbinsel in Nordwestsibirien gab es einen Ausbruch von Milzbrand. Ein zwölfjähriger Bub eines indigenen Nomadenvolkes starb, rund 90 Menschen, mehr als die Hälfte davon Kinder, wurden laut "Siberian Times" mit Verdacht auf Milzbrand in Krankenhäuser eingeliefert. Rund 2.300 Rentiere sind verendet. Die Region wurde unter Quarantäne gestellt. Als Vorsichtsmaßnahme wurden nun insgesamt 40.000 Tiere geimpft. Seit Jahrzehnten war es der erste Fall von Anthrax in Russland. "Wir sind mitten in den Folgen des Klimawandels angekommen", sagt Steffen Nichtenberger von Greenpeace Österreich. Mehr dazu (514 KB

 

12.08.2016 – nzz.ch - Die Mongolei und der Klimawandel - Letzte Ausfahrt Ulaanbaatar

Die Mongolei und der Klimawandel-kVon Matthias Müller, Ulaanbaatar - Jeder zweite der drei Millionen Mongolen lebt bereits in Ulaanbaatar – bei steigender Tendenz. In dem riesigen Land schlägt der Klimawandel gnadenlos zu. Die Nomaden mit ihren Tieren trifft es hart.

Während der Fahrt in das im Nordwesten der mongolischen Hauptstadt gelegene Viertel Songinokharkhan ändert sich die Szenerie schlagartig. Im Zentrum Ulaanbaatars sind entlang der Peace Avenue, der zentralen Ost-West-Achse, die Gebäude – wenn auch oft in renovierungsbedürftigem Zustand – aus Ziegeln und Beton. Biegt der Bus in Richtung Norden ab und quält sich den Berg hinauf, sind rechts und links der Strasse schlagartig Bretterverschläge zu sehen. Dahinter verbergen sich Hütten und Jurten, die in der Mongolei Ger genannt werden. Die holprigen Wege jenseits der Hauptstrasse sind nicht asphaltiert, weshalb in den stürmischen Frühlings- und Herbstwochen die Luft voller Staub ist.

Alkohol als Medizin - Bereits am frühen Nachmittag torkelt ein junger Mongole durch das Viertel. Sein Begleiter müht sich, ihn gegen eine Mauer zu lehnen. Mehr recht als schlecht hält sich der Mann mit schwerer Schlagseite auf den Beinen. In der Mongolei sterben während der bitterkalten Wintermonate, wenn das Thermometer nachts bis zu minus 40 Grad Celsius zeigt, immer wieder Betrunkene, weil sie nach einem durchzechten Abend auf den Strassen in einen komatösen Schlaf sinken und nicht mehr aufwachen. Alkohol ist unter mongolischen Männern ein Problem, auch wenn alles relativ ist. Die Zechgenossen in Russland schauen noch tiefer ins Glas als die Mongolen. Mehr dazu (2,5 MB)

 

08.08.2016 - derstandard.at - Klimawandel macht die Anden trockener und bringt dem Himalaya Überflutungen

Gebirgrsregionen reagieren künftig völlig unterschiedlich auf die globale Temperaturerwärmung

Zürich – Mittlerweile unbestritten ist, dass der Klimawandel teilweise einschneidende Veränderungen für Hochgebirgsregionen mit sich bringt. Doch diese gestalten sich nicht überall gleich – im Gegenteil: Wissenschafter der ETH Zürich und der Universität Utrecht haben nun in zwei an sich ähnlichen Regionen in Nepal und Chile völlig unterschiedliche Auswirkungen der globalen Erwärmung nachgewiesen.

Um den Wasserhaushalt der jeweiligen Landstriche berechnen und vergleichen zu können, erstellten die Forscher ein neuartiges, sehr umfangreiches Modell des oberen Langtang-Tals in Nepal und der Region Juncal in den zentralen Anden Chiles. Mehr dazu (60 KB)

 

02.08.2016 - derstandard.at - Mikroplastik: Giftkonzentration im Wasser höher als erwartet

Mikoplastik Giftkonzentration im Wasser hoeher-kPlastikteilchen in norddeutschen Flüssen und Meeren binden deutlich mehr Schadstoffe als bisher vermutet. Zu diesem Ergebnis kommen Hamburger Forscher

Hamburg – Sogenannte Mikroplastikpartikel in Meeres- und Flussböden sind nach einer Untersuchung Hamburger Forscher stärker mit giftigen Schadstoffen belastet als erwartet. Die Belastung der mikroskopisch kleinen Kunststoffteile sei um das Drei- bis Vierfache höher als die des umliegenden Sediments, berichtet ein Expertenteam der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW). Mehr dazu (302KB

 

13.07.2016 - derstandard.at - Verpackungsmüll: Im Urin schwimmt Plastik

Verpackungsmuell- Im Urin schwimmt Plastik-kForscher der Med-Uni Wien haben die Auswirkungen einer "Plastik-Fastenkur" untersucht – das Ergebnis ist ernüchternd

Wien – Plastik ist überall. Das wissen wir spätestens seit dem Film "Plastic Planet". Wer den Film nicht gesehen hat, dem reicht ein Blick in den Einkaufswagen: Salat, Gurken, Tomaten, Karotten, Paprika liegen fein gebettet in Kunststoffverpackungen und Plastiktassen. Käse, Wurst, Fleisch werden hygienisch gelagert in Kunststoffgehäusen. Das Joghurt wohnt in kleinen Bechern, das Mineralwasser prickelt aus PET-Flaschen. Geschätzte 80 Prozent der im Supermarkt angebotenen Lebensmittel kommen nicht mehr ohne Plastikverpackung aus. Mehr dazu (320 KB)

Zur Originalstudie (englisch)

 

28.05.2016 – jw - Indien vertrocknet

Indien vertrocknet-kHunger und Suizidwelle: Dürre und Rekordhitze auf dem Subkontinent verschärfen wirtschaftliche Not von Millionen kleiner Bauern weiter

Von Thomas Berger - Eine Prognose und ihre Wirkung: In diesem Jahr soll es wieder einen richtigen Monsun geben, dessen Wirkung sogar bis in den Oktober hinein zu spüren sein werde, meldeten australische Meteorologen. Das ließ Indiens wichtigsten Börsenindex am Dienstag gleich um fast zweieinhalb Prozent in die Höhe schnellen. Es war der größte Tageszuwachs seit Mitte Februar. Nicht nur bei den Aktienhändlern wird die Nachricht vom Ende des besonders starken El-Niño-Phänomens 2015/16, die ein privater Wetterdienst in Down Under an die Medien gab, euphorisch bewertet. Auf dem ganzen Subkontinent macht sich Erleichterung breit, weil nun voraussichtlich um den 7. Juni mit dem Einsetzen des Monsuns im südlichen Bundesstaat Kerala zu rechnen sei. Andere Landesteile werden noch einige Tage länger auf die regelmäßig wiederkehrenden Regenfälle warten müssen. Vereinzelt gab es schon Vorboten in Form lokaler Unwetter mit Starkregen.

Seit März, April herrscht in mehr als einem Drittel des Landes der Notstand in Form extremer Dürre und Rekordtemperaturen. Die Hitzewelle, die das um diese Zeit übliche Maß weit übertraf, sorgte landesweit für mehr als 300 offiziell anerkannte Todesfälle, die meisten davon im jüngsten Unionsstaat Telangana, im Südosten des Landes. Mancherorts kletterte das Thermometer schon in der ersten Maihälfte auf 47 Grad im Schatten, zuletzt wurde im nordwestlichen Unionsstaat Rajasthan mit über 51 Grad ein weiterer Rekordwert gemessen. In den ersten vier Monaten hat es zudem über 20.000 Waldbrände gegeben. Das waren mehr als im gesamten Jahr 2014 und schon über 5.000 mehr, als 2015 registriert wurden, teilten die Behörden Anfang Mai mit. Mehr dazu (46 KB)

 

25.05.2016 - derstandard.at - Antibiotika sorgen für mehr Methan aus der Kuhflade

Antibiotika sorgen fuer mehr Methan aus der Kuhflade-kGrößter Teil der Treibhausgase wird beim Rülpsen freigesetzt

Boulder/Wien – Fleischkonsum ist auch deshalb nicht ganz ideal, weil Rinder relativ viel Methan produzieren: pro Tier hunderte Liter täglich. Das Gas entsteht beim Zelluloseabbau durch bestimmte Mikroben im Pansen der Wiederkäuer. Der größere Teil der Treibhausgase wird beim Rülpsen freigesetzt, weshalb Forscher erst kürzlich einen Wirkstoff testeten, der für weniger Rülpser sorgt.

Im Dung läuft dieser Prozess der Methanproduktion noch einige Zeit weiter. Die Menge des freigesetzten Methans sinkt erst dann ab, wenn die Methanbildner durch Kontakt mit Sauerstoff absterben. Dafür wiederum sorgen Dungkäfer. Mehr dazu (206 KB)

 

14.05.2016 – fr-online.de - Klimakosten steigen

Klimakosten steigen-kVon Joachim Wille - Die Anpassung an den Klimawandel kostet deutlich mehr Geld als bislang angenommen. Das erhöht den Druck auf die Industrieländer vor der Klimakonferenz am Montag in Bonn.

Die Anpassung an den Klimawandel kostet viel Geld – etwa für die Erhöhung von Deichen wegen des steigenden Meeresspiegels, für eine trockenheits-resistentere Landwirtschaft oder mehr Gesundheitsaufwendungen. Bislang gingen die Experten davon aus, dass pro Jahr in den Entwicklungsländern dafür bis zu 100 Milliarden Dollar nötig sind. Eine neue Untersuchung des UN-Umweltprogramms (Unep) in Nairobi zeigt nun, dass die Kosten voraussichtlich noch viel höher liegen werden. Bis 2030 steige die Summe auf 140 bis 300 Milliarden Dollar jährlich, bis 2050 sogar auf 280 bis 500 Milliarden.

Diese Erkenntnis erhöht den Druck auf die Teilnehmer der nächsten UN-Klimakonferenz, die am Montag in Bonn beginnt. Auf dem Treffen wird es darum gehen, nach dem Gipfel in Paris die weiteren Schritte einzuleiten, die zur Erreichung der gemeinsamen Klimaziele notwendig sind. Mehr dazu (150 KB)

 

14.04.2016 - derstandard.at - Grönland: Temperaturen "wie an einem warmen Julitag"

Groenland Temperaturen wie an einem warmen Julitag-kSchmelze an Grönlands Eisschild setzt weit früher ein als bisher

Kopenhagen – Am Grönländischen Eisschild, der schon in der Vergangenheit durch sein Abschmelzen erheblich zum Ansteigen der Meeresspiegel beigetragen hat, setzt die alljährliche Tau-Phase diesmal besonders früh und heftig ein.

Zu Wochenbeginn habe die Eisschmelze bereits zwölf Prozent des Schildes erfasst, sagte der Klimaforscher Peter Langen am Donnerstag der Website Polar Portal des Dänischen Meteorologischen Instituts. "Wir mussten überprüfen, ob unsere Modelle noch stimmten." Mehr dazu (172 KB)

 

29.03.2016 - derstandard.at - US-Forscher warnen vor menschengemachten Erdbeben

Unterirdische Abwasserentsorgung im Zuge des Frackings destabilisiert tiefe Bodenschichten

San Francisco – Erdbeben sind mittlerweile nicht ausschließlich natürliche Phänomene, auch der Eingriff durch den Menschen kann den Untergrund in Bewegung versetzen. Nun warnen US-Wissenschafter, dass derartige Beben in Zukunft zunehmen könnten. Forscher der Bundesbehörde USGS (US Geological Survey) legten am Montag die erste Karte vor, die neben Gefahrenzonen mit natürlichen Erdbeben auch künstliche Erschütterungen einbezieht – etwa durch unterirdische Abwasserentsorgung im Zuge des sogenannten Frackings. Mehr dazu (44 KB)

 

27.03.2016 - derstandard.at - Tropengletscher in Peru sind aus dem Gleichgewicht

Tropengletscher in Peru sind aus dem Gleichgewicht-kVon Alois Pumhösel - Der Rückgang der Andengletscher hat vielfältige Auswirkungen. Überflutungen werden häufiger, das Wasser für Bewohner, Landwirtschaft und Kraftwerke aber knapper. Konflikte sind vorprogrammiert

Zürich/Wien – Der Palcacocha-See ist in den letzten Jahren wieder stark angewachsen. Der Gletschersee im Andengebirge Cordillera Blanca im Norden Perus ist berüchtigt. 1941 kam es hier vermutlich durch herabfallende Eismassen zu einem Gletscherseeausbruch. Eine Schlammlawine verwüstete daraufhin die nahegelegene Provinzhauptstadt Huaraz. An die 6000 Menschen starben. Mehr dazu (220 KB)

 

20.02.2016 - derstandard.at - Warum der Quell des Lebens versiegt

Warum der Quell des Lebens versiegt-kVon Alexander Hahn - Rund vier Milliarden Menschen sind laut einer aktuellen Studie von Wassermangel bedroht, deutlich mehr als zuvor angenommen

In Österreich sprudelt reichlich frisches Trinkwasser aus allen Leitungen – ein Luxus, der nicht allen Regionen dieser Welt vergönnt ist. Denn nur 2,5 Prozent der gesamten Vorräte sind genießbares Trinkwasser, wovon wiederum der Großteil im polaren Eis feststeckt. Die Folge ist eine Knappheit in vielen Erdteilen.

Aktuell leidet mit rund vier Milliarden Personen mehr als die Hälfte der Menschheit unter Wassermangel, der zumindest in einem Monat pro Jahr auftritt. Das geht aus einer Ende vergangener Woche publizierten Studie des Wissenschafters Arjen Hoekstra von der Universität Twente hervor. Mehr dazu (316 KB)

 

01.02.2016 – jw - Rationale Naturzerstörung

Rationale Naturzerstoerung-kDer Mensch lebt im »Anthropozän« – oder eher im »Kapitalozän«? Zum Streit um einen Namen für das Zeitalter eines kaputten Planeten

Von Elmar Altvater - Wir leben, lieben und leiden in einer kapitalistischen Gesellschaft, oder, wie einige vorziehen zu sagen, in und unter der »imperialen Produktions- und Lebensweise«.1 Wir tragen Verantwortung für deren Schlamassel, für Krisen und Arbeitslosigkeit, für den Terror des Kriegs gegen den Terror, für globalisierten Datenklau, Massenflucht aus Not und Elend, den drohenden Klimakollaps oder auch den Raketen- und Satellitenmüll, den wir im erdnahen Weltall um den Planeten kreisen lassen. In der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft haben nicht nur wir Menschen, wir Herren (und Damen) der Schöpfung, uns verändert, wir haben auch den Planeten in einem Maße umgewandelt, das in der viereinhalb Milliarden Jahre zählenden Geschichte dieses Himmelskörpers bisher nicht vorgekommen ist, jedenfalls nicht durch das Werk seiner Bewohner. Die bisherigen großen Katastrophen der Erdgeschichte wurden durch Einschläge von Meteoriten verursacht.

Die Spur des Menschen - Nun aber lassen uns die Geologen erahnen, in welchem Ausmaß die Menschen, die manchmal noch verniedlichend als »Erdenwürmer« bezeichnet werden, in der nicht lebendigen Na tur (ebenso wie unter den Lebewesen) ihre Spuren hinterlassen haben. Geologische Pfadfinder können eine unverkennbare Signatur der ökologischen Zerstörung in den Gesteinsschichten der Erde, sozusagen in der von den Menschen hinterlassenen Müllhalde, lesen. Evolutionsbiologen beklagen bereits das in der Erdgeschichte »sechste Artensterben«. »Der Mensch schreibt Naturgeschichte«2, denn er hat es ausgelöst. Mehr dazu (90 KB)

 

26.01.2016 - derstandard.at - Erosion an Flussufer in Alaska übertrifft alle bisherigen Rekordwerte

Erosion an Flussufer in Alaska uebertrifft alle bisherigen Rekordwerte-kItkillik River transportierte binnen vier Jahren 180.000 Kubikmeter Eis und Sedimente ab

Potsdam/Anchorage – Ein internationales Forscherteam hat an einem Flussufer im Norden Alaskas Erosionsprozesse bisher unbekannter Ausmaße festgestellt. In einer Region mit besonders viel Eis im Boden gräbt sich der Itkillik River pro Jahr 19 Meter tief in das Ufer. Dabei wird Material im Umfang von mehreren hunderttausend Kubikmeter abtransportiert, wie die Wissenschafter in einer nun im Fachmagazin "Geomorphology" erschienen Studie berichten.

"Diese Ergebnisse zeigen, dass das Tauen von Permafrost nicht ausschließlich langsam vonstatten geht, sondern seine Folgen auch kurzfristig und unmittelbar spürbar werden", meint Permafrostforscher Jens Strauss von der Potsdamer Forschungsstelle des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Mehr dazu (1,3 MB)

 

25.01.2016 - derstandard.at - Hitzerekordjahr 2015: "Ernüchternder Moment in der Erdgeschichte"

Hitzerekordjahr 2015 Ernuechternder Moment in der Erdgeschichte-kVergangenes Jahr löste laut US-Meteorologen das Jahr 2014 ab

Genf - Die weltweite Durchschnittstemperatur ist im vergangenen Jahr erstmals ungefähr ein Grad über dem vorindustriellen Wert gelegen. Das teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Montag mit. "Es ist ein ernüchternder Moment in der Geschichte des Planeten", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Beim Klimagipfel in Paris hatten sich die Staaten im Dezember geeinigt, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen. Nur mit einem weit verminderten Ausstoß an Treibhausgasen sei dieses Ziel überhaupt noch zu erreichen, sagte Taalas. Zwischen 2011 und 2015 sei es so warm wie in keiner Fünfjahresphase seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, erklärte die WMO, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Mehr dazu (225 KB)

 

25.01.2016 - derstandard.at - Mindestens hundert Tote durch Kältewelle in Asien

Mindestens hundert Tote durch Kaeltewelle in Asien-kHistorisch niedrige Temperaturen und ungewöhnlich viel Schnee

Hongkong - Eine Kältewelle hat weite Teile Asiens erfasst. In Taiwan kamen wegen des Unwetters 90 Menschen ums Leben, aus Japan wurden fünf Tote gemeldet. In China wurden historisch niedrige Temperaturen gemessen – und mancherorts fiel erstmals seit Jahrzehnten Schnee.

In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh wurden am Wochenende vier Grad Celsius gemessen, so kalt war es zuletzt vor 44 Jahren. Die örtlichen Medien berichteten von 90 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Wintereinbruch. Mehr dazu (250 KB)

 

22.01.2016 – UZ - Tickende Zeitbombe

Belgische Schrottreaktoren wieder am Netz. Aachen verteilt Jodtabletten

Von bm - Die belgischen Atommeiler Tihange und Doel verunsichern im deutsch-belgischen Grenzraum die Bewohner. Nachdem die Reaktoren wegen zahlreicher Mängel und Störfälle monatelang stillgelegt waren, sind sie vor zwei Wochen wieder ans Netz gegangen – ohne dass die Mängel beseitigt wurden. Im grenznahen Aachen bereitet man sich derweil schon auf eine Katastrophe vor.

Zwei der sieben Reaktorblöcke an den beiden Standorten mussten schon 2012 und 2013 eine Zeitlang stillgelegt werden. Ultraschalluntersuchungen hatten ergeben, dass tief im Stahl der Reaktordruckbehälter mysteriöse Materialfehler entstanden waren. Dennoch genehmigte die belgische Atomaufsicht „Federaal Agentschap voor Nucleaire Controle“ (FANC) im Sommer 2014 das Wiederanfahren der Meiler. Mehr dazu (116 KB)

 

30.12.2015 - derstandard.at - 30 Grad höher als sonst: Null Grad am Nordpol

Ungewöhnliche Warmluftvorstöße

Offenbach- Warmluft hat die Temperatur am Nordpol bis auf null Grad getrieben. Eine Wetterstation auf einer Boje 500 Kilometer vom Pol entfernt habe am Mittwochvormittag mitteleuropäischer Zeit genau null Grad angezeigt, berichtete Meteorologe Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Damit liege das Temperaturniveau schätzungsweise 30 Grad über dem normalen Wert in dieser Region. Mehr dazu (105 KB)

 

30.12.2015 - derstandard.at - Extremes Wetter in Nordeuropa erreicht den Pol

Extremes Wetter in Nordeuropa erreicht den Pol-kAm Nordpol könnte es um 30 Grad wärmer werden als sonst, ein starkes Tief im Norden von Island hat einen starken Sturm im Gepäck

Washington/Wien – Wie auf einem Förderband wird die warme Luft der Azoren im Moment nach Spitzbergen jenseits des Polarkreises transportiert. Vier Grad Celsius hat es im Moment auf den Inseln, auf denen sich durch das ewige Eis auch die weltweite Pflanzensamenbank befindet. Normalerweise liegt die Durchschnittstemperatur im Dezember bei minus 14 Grad. Schuld an den hohen Temperaturen sind mehrere Tiefdruckgebiete über dem Atlantik und ein mächtiges Hoch über dem Baltikum, das die Druckgegensätze verstärkt, so Roland Reiter vom Wetterdienst Ubimet. Mehr dazu (208 KB)

 

26.12.2015 - bazonline.ch - Briten bereiten sich auf Rekord-Regen vor

Briten bereiten sich auf Rekord-Regen vor-k«Alarmstufe rot» – Menschenleben in Gefahr, meldet die britische Umweltbehörde. In Teilen Englands wurden Bewohner wegen Hochwassers bereits evakuiert, das Militär ist im Einsatz.

Die britische Umweltbehörde hat für eine englische Region höchste Hochwasseralarmstufe ausgelöst, die erst kürzlich von einer Flut heimgesucht worden war. Angesichts von Wettervorhersagen mit weiteren schweren Niederschlägen müssten Vorkehrungen getroffen werden, begründete die Umweltbehörde die «Alarmstufe rot», bei der mit dem Verlust von Menschenleben gerechnet wird.

In Lancashire 350 Kilometer nordwestlich von London wurden bereits Einwohner aus ihren Häusern evakuiert, weil nach sintflutartigem Regen Wasser Hochwasserbarrieren überspülte. In einigen anderen Regionen wurde Bewohnern empfohlen, sich an höher gelegene Orte zu begeben. Das Militär half mit einer Heereskompanie in Cumbria, Deichanlagen zu verstärken. Mehr dazu (740 KB)

 

24.12.2015 - bazonline.ch - New Yorker feiern bei 21 Grad

New Yorker feiern bei 21 Grad-kIn den USA herrscht zu Weihnachten ungewöhnlich warmes Wetter mit gefährlichen Stürmen. Teile Südamerikas versinken im Hochwasser, in anderen herrscht Dürre.

Zu Weihnachten spielt auf dem amerikanischen Kontinent das Wetter verrückt. In grossen Teilen der USA lagen die Temperaturen am 24. Dezember bei über 20 Grad. Mit 21 Grad wurde in New York ein neuer Wärmerekord verbucht, nach Angaben des nationalen Wetterdienstes könnten die Temperaturen dort während des Tages sogar noch auf über 23 Grad steigen. Der bisherige Rekord hielt der Tag des Heiligen Abends 1996 mit 17,2 Grad.

Derweil zogen heftige Stürme über den Süden des Landes und rissen mindestens sieben Menschen in den Tod. Betroffen waren die US-Staaten Indiana, Mississippi, Tennessee und Arkansas. Bis zur Atlantikküste gab es am Donnerstag immer noch heftige Unwetter mit Regengüssen, die Tornadogefahr wurde aber geringer. Dutzende wurden durch die Stürme verletzt, Autos, Häuser und Büros zerstört. Mehr dazu (1,1 MB)

 

20.12.2015 – nzz.ch - Bergbahnen geraten in Bedrängnis

Bergbahnen geraten in Bedraengnis-kWarmes Wetter lässt die Reserven schmelzen

Von Ueli Kneubühler - Die Skiorte hadern im Vorfeld der Festtage mit wenig Schnee und grünen Hängen. Weitere schneearme Winter können für kleinere Bahnen existenzbedrohend werden.

Die Wetterprognosen sind prächtig: Auf Tage hinaus strahlender Sonnenschein, kein Niederschlag in Sicht und milde Temperaturen. Es ist perfektes Wetter – wenn es nicht Dezember wäre. Die Vorstellung, während der Festtage über einen weissen, von braungrünen Hängen gesäumten Kunstschneestreifen zu kurven, lässt Bergbahnbetreiber schwitzen. Die hohen Temperaturen erschweren die Beschneiung.

Die Anbieter üben sich derweil in Zweckoptimismus. «Letztes Jahr lag zur gleichen Zeit gar kein Schnee. Nun haben wir zumindest an gewissen Teilen Schnee, und wir konnten in den kalten Nächten beschneien», sagt Bruno Landolt, Direktor der Sportbahnen in Elm. Auf dem Flumserberg helfen der im November gefallene Schnee und die Beschneiung, die Buchungen liegen leicht über Vorjahr. In Gstaad sind dank dem Novemberschnee die meisten beschneiten Hauptpisten offen, sagt Matthias In-Albon, Geschäftsführer der Bergbahnen Destination Gstaad. In den grösseren, höher gelegenen und gut beschneiten Orten sind durchschnittlich 60% der Bahnen in Betrieb. Mehr dazu (62 KB)

 

20.12.2015 – nzz.ch - Kampf gegen Klimawandel

Kampf gegen Klimawandel-kHier droht die nächste Finanzkrise

Nach dem Pariser Klimagipfel wird klar: Der Kampf gegen die Erderwärmung löst an den Märkten hohe Umschichtungen aus. Die Folgen lassen sich erst erahnen.

Von Sebastian Bräuer - Bei den Kommentaren zum Klimagipfel von Paris, der am vergangenen Wochenende endete, fehlt es nicht an Superlativen. Vor allem bei den Beteiligten. Ban Ki Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, sieht in dem Abkommen der 195 Teilnehmernationen einen «monumentalen Erfolg für die Völker des Planeten». US-Präsident Barack Obama sagt, der Vertrag sei die «beste Chance, den einen Planeten zu retten, den wir haben».

Botschaft an die Märkte - Deutlich schlichter äusserte sich Obamas Aussenminister John Kerry. Aber vielleicht brachte er den Effekt von Paris am prägnantesten auf den Punkt. Das Ziel, die Erderwärmung auf 2 °C im Vergleich zum Niveau vor der Industrialisierung zu begrenzen, sei eine «Botschaft an die internationalen Märkte». Investoren würden nun verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Mehr dazu (74 KB)

 

18.12.2015 - derstandard.at - Kellingley: Die letzte Kohlezeche in Großbritannien hat geschlossen

Die letzte Kohlezeche in Grossbritannien hat geschlossen-kEinst befeuerte Kohle die Industrielle Revolution in England

York - Ende einer industriellen Ära: Das letzte Kohlebergwerk Großbritanniens hat dicht gemacht. Zum letzten Mal kehrten die Kumpel in der nordenglische Zeche Kellingley am Freitag aus der Tiefe zurück. Rund 450 Bergleute arbeiteten bis zuletzt in der rund 30 Kilometer südlich von York gelegenen Grube. "Ein sehr trauriger Tag", sagte ein Gewerkschafter.

Das Aus für die Zeche markiert zugleich das Ende einer großen Zeit. Ohne Kohle und Koks wäre die Industrielle Revolution in England im 18. und 19. Jahrhundert undenkbar gewesen. Sie waren die Energieträger für die Fabriken und Dampfschiffe. "König Kohle hat am Ende seine Krone verloren", kommentierte die Zeitung "Guardian". Jetzt gebe es nur noch an einigen wenigen Orten Tageabbau. Mehr dazu (6,1 MB)

 

18.12.2015 – UZ – Weltklimavertrag – Bejubelte Illusion?

Weltklimavertrag Bejubelte Illusion-kVon Bernd Müller - Paris hat Schlagzeilen gemacht. Wieder. Dieses Mal sind es scheinbar gute. Am vergangenen Samstag haben Vertreter aller vertretenen 196 Länder dort den Weltklimavertrag beschlossen. Der soll unsere Welt retten. Kaum war das Ergebnis der Abstimmung auf der UN-Klimakonferenz verkündet, wurde euphorisch von einem „historischen“ Abkommen gesprochen. Klimaschutz sei nun die Aufgabe aller Staaten. Das könne ein „Wendepunkt für die Welt“ sein, erklärte Barack Obama im Weißen Haus in Washington.

Doch Skepsis ist angesagt. Denn in seiner Abschlussrede verdeutlichte der französische Außenminister Laurent Fabius, es handele sich bei dem Vertragswerk doch wohl nur um einen Kompromiss, der mehr verspreche als er halten könne. Fabius erklärte, jede Delegation – egal ob Klimasünder oder Opfer des Klimawandels – könne mit erhobenen Kopf nach Hause fahren. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meinte am14.12.2015, so umschreibe man einen Minimalkompromiss … Mehr dazu (342 KB)

 

14.12.2015 – jw - Ziemlich dünnes Eis

Ziemlich duennes Eis-kIn Paris einigen sich 192 Staaten auf ein Klimaschutzabkommen. Ein Erfolg, der vielen Umweltschützern dennoch nicht ausreicht

Von Wolfgang Pomrehn - Die Erderwärmung stoppen: In Paris haben sich am Sonnabend Vertreter von 192 Staaten sowie der EU auf ein neues Klimaschutzabkommen geeinigt. Es soll ab 2020 gelten und den Vorläufer »Kyoto-Protokoll« ablösen. Anders als bisherige Verträge baut es nicht auf gemeinsam ausgehandelten Verpflichtungen einzelner Ländergruppen auf, sondern auf Absichtserklärungen der einzelnen Staaten. Darin hat die große Mehrheit der UNO-Mitglieder inzwischen festgelegt, welche Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sie ergreifen will. Im Falle der Industriestaaten handelt es sich dabei um Zusagen, die Treibhausgasemissionen um ein bestimmtes Maß zu senken.

So hat die EU in diesem Zusammenhang versprochen, ihren Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 abzusenken. Das klingt nach viel, wird aber von Umweltschützern als unzureichend angesehen. Die hiesigen Emissionen liegen nämlich noch immer weit über dem globalen Durchschnitt, obwohl 19 Prozent dieses Ziels bereits erreicht sind. Die Pläne der Entwicklungsländer beziehen sich meist auf eine Beschränkung des weiteren Anstiegs. Beispielsweise hat China zugesagt, den Höhepunkt seiner Treibhausgasemissionen so früh wie möglich, spätestens aber bis 2030 zu erreichen. Mehr dazu (42 KB)

 

08.12.2015 – Botschaft Ecuador - Rede des Präsidenten von Ecuador, Rafael Correa Delgado, auf der UNO-Konferenz zum Klimawandel COP21, Paris, 30. November 2015

Meine Damen und Herren,

PRESIDENTE-Ecuador-kich werde versuchen, das Unmögliche fertigzubringen: die Vorschläge, die Ecuador der COP21 vorlegt, in weniger als 5 Minuten vorzustellen. Sie, meine Herren Staatschefs und Delegationsleiter, werden die vollständige Rede auf Ihren Schreibtischen vorfinden.

Als Vorsitzender der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und karibischen Staaten möchte ich zu allererst Ihnen, Herrn Präsident Hollande, und dem französischen Volk unser tiefes Mitgefühl wegen der erlittenen Attentate zum Ausdruck bringen. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit werden über den Terror den Sieg davontragen, so wie es dieses Gipfeltreffen zeigt.

Werte Freunde,

das unbegrenzte Wirtschaftswachstum ist unerwünscht und unmöglich. Es ist unerwünscht, weil die Steigerung des Pro-Kopf-BIP ab einer bestimmten Schwelle in keiner Beziehung mehr steht zum Glücksgefühl eines Volkes, was als das “Easterlin-Paradoxon” bekannt ist, das bereits vor mehr als 30 Jahren vorgestellt wurde.

Aber vor allem unmöglich ist das unbegrenzte Wirtschaftswachstum. Technik und Effizienz erweitern zwar die Grenzen, aber heben sie nicht auf. Der Verbrauchseffekt herrscht über den Effizienzeffekt.

Der Energieverbrauch ist von 1971 bis 2012 jährlich mit einer durchschnittlichen Zuwachsrate von 2,5% gestiegen. Die Frage lautet nicht, ob wir weiterhin wachsen können, sondern: Was wird das Wirtschaftswachstum in der Welt aufhalten? Eine unter den Bewohnern der Erde abgestimmte Entscheidung oder die natürliche Reaktion unseres Planeten, die diesen Traum von Habgier in den schlimmsten Albtraum verwandelt. Die gesamte Rede (190 KB)

 

05.12.2015 - derstandard.at - Der See im Spiegel der globalen Erwärmung

Der See im Spiegel der globalen Erwaermung-kVon Tanja Traxler - Der Lunzer See ist der am besten erforschte See Österreichs und gibt Einblick, welche Rolle Seen beim Klimawandel spielen

 Lunz – Es nieselt, die Bäume an den Hängen sind an diesem Novembertag schon fast vollständig entlaubt, nur einzelne rote Flecken sind zwischen den dunkelgrünen Nadelbäumen zu sehen. Die Badesaison ist freilich längst vorbei, und die Wintersportsaison hat in der Mostviertler Voralpenregion noch nicht begonnen. Nur vereinzelte Spaziergänger promenieren am Ufer des Lunzer Sees.

So weit, so unberührt das Erscheinungsbild. Für keinen anderen See Österreichs gibt es ein derart umfangreiches Archiv an Messdaten. Und diese zeigen ein weniger naturbelassenes Bild. Der Lunzer See ist vielfältig vom Klimawandel betroffen: Die Wassertemperatur steigt, der Nährstoffgehalt nimmt zu, und damit verändert sich das Ökosystem. Mehr dazu (380 KB)

 

03.12.2015 - derstandard.at - Deutschland droht seine Klimaziele zu verfehlen

Deutschland droht seine Klimaziele zu verfehlen-kVon Birgit Baumann aus Berlin - Experten attestieren dem Vorreiterland Defizite

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Eröffnungstag der Pariser Klimakonferenz natürlich dabei. Sie hat auch schon klare Vorstellungen, was am Ende der Mega-Tagung herauskommen soll: Eine völkerrechtliche Verbindlichkeit des angestrebten globalen Klimaschutzabkommens. "Deutschland wird sich hier intensiv einbringen", sagt Merkel. Außerdem will die Kanzlerin, dass die nationalen Emissionsziele künftig möglichst alle fünf Jahre überprüft werden.

Allerdings dürfte die Konferenz für die deutsche Delegation, die von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) angeführt wird, nicht ganz einfach werden. Denn kurz vor dem Treffen in Paris wurde der deutschen Regierung attestiert, dass ihre eigenen Klimaziele verpassen wird, wenn sie nicht noch mehr Maßnahmen ergreift. Und es waren nicht Ökogruppen oder die Grüne Opposition, die darauf hinwiesen, sondern Experten, die die Regierung beraten. Mehr dazu (178 KB)

 

29.11.2015 - derstandard.at - Klimagipfel in Frankreich wird zur Festung

Klimagipfel in Frankreich wird zur Festung-kVon Stefan Brändle aus Paris - Tausende zusätzliche Polizisten sichern die Klimakonferenz von Paris. Zehntausende Demonstranten bleiben hingegen außen vor. Und das nicht nur wegen der Attentate

Der Aufmarsch wird imposant sein. Rund 140 Staats- und Regierungschefs aus allen Weltgegenden wollen am Montag in Le Bourget (im Norden von Paris) den Startschuss zum zweiwöchigen Klimagipfel geben. 5.000 Polizisten werden das Ereignis absichern – mehr als doppelt so viele, wie vor den Attentaten des 13. Novembers geplant gewesen waren. Und das ist längst nicht alles: An den Außengrenzen Frankreichs stehen 8.000 Zoll- und andere Polizisten, nachdem die Regierung das Schengener Abkommen vorübergehend suspendiert hat. Insgesamt sind in Frankreich derzeit 120.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten im Rahmen des aktuellen Ausnahmezustands im Einsatz, wie Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erklärte. Mehr dazu (200 KB)

 

29.11.2015 - derstandard.at - Pazifikstaaten: Wo der Untergang keine Theorie mehr ist

Pazifikstaaten Wo der Untergang keine Theorie mehr ist-kVon Manuela Honsig-Erlenburg - Vor allem für die maritimen Ökosysteme im Pazifik geht es in der Klimadiskussion mittlerweile ums Überleben

Anote Tong, Präsident des Pazifikstaates Kiribati, freut sich schon auf das Ende seiner Amtszeit. Dann will er endlich wieder fischen gehen. Den Kampf gegen den Klimawandel übergibt er seinem Nachfolger Anfang 2016. Zuvor hat er aber noch einen finalen Auftritt beim Weltklimagipfel in Paris, bei dem er "bis zum Ende der letzten Verhandlung bleiben will – egal, wie lange es dauert". Für Tong und sein Land geht es nämlich um nicht weniger als um eine Überlebensperspektive.

Denn Kiribati gehört zu jenen tiefliegenden Inselstaaten, für die der klimabedingte Anstieg des Meeresspiegels bereits zur konkreten Bedrohung geworden ist. Im Quellwasser steigt der Salzgehalt, die Böden versauern, die Küste ist durch den steigenden Meeresspiegel von Erosion bedroht. Mehr dazu (300 KB)

 

28.11.2015 - derstandard.at - Hausarrest für Umweltaktivisten in Paris

Hausarrest fuer Umweltaktivisten in Paris-kFranzösische Regierung nutzt den Ausnahmezustand – Demonstrationen in der gesamten Stadt untersagt Paris

Nach den Anschlägen von Paris nutzt die französische Regierung den Ausnahmezustand, um 24 Umweltaktivisten unter Hausarrest zu stellen. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Sonntag, die Personen würden verdächtigt, anlässlich des am Montag beginnenden Weltklimagipfels in Paris gewaltsame Proteste zu veranstalten.

Die Konferenz dauert zwei Wochen. Sie soll eine weltweite Abkehr von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl einleiten, um eine weitere Klimaerwärmung zu verhindern. Mehr dazu (226 KB)

 

28.11.2015 - derstandard.at - Weltweite Proteste gegen Klimawandel gestartet

Weltweite Proteste gegen Klimawandel gestartet-kAktivisten machen Druck vor Gipfel in Paris – Demonstrationen auch in Wien, Linz, Innsbruck und Graz

Manila/Melbourne/Paris – Vor dem Auftakt des Weltklimagipfels in Paris machen Aktivisten rund um den Globus Druck zu mehr Klimaschutz. An einer Auftaktkundgebung am Freitag im australischen Melbourne hatten sich 40.000 Menschen beteiligt; Samstag früh gingen in der philippinischen Hauptstadt Manila tausende Menschen auf die Straßen, um auf die Verletzlichkeit ihres Landes aufmerksam zu machen.

Insgesamt sind am Wochenende 2300 Veranstaltungen in 150 Staaten geplant, bevor die Staats- und Regierungschefs am Montag in Paris eintreffen. In Österreich veranstaltet ein zivilgesellschaftliches Bündnis sogenannte Klimamärsche: Am Samstag in Linz, Innsbruck und Graz, am Sonntag dann in Wien. Mehr dazu (268 KB)

 

17.11.2015 - derstandard.at - WHO: Zehntausende sterben an Folgen des Klimawandels

Durch Naturkatastrophen, veränderte Krankheitsgebiete, Umweltverschmutzung und Nahrungsmittelmangel

Genf – Wenige Tage vor Beginn des UN-Klimagipfels in Paris hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stärkere Anstrengungen zur Bekämpfung der Erderwärmung gefordert. An den Folgen des Klimawandels sterben nach ihren Schätzungen jedes Jahr Zehntausende Menschen.

Zu den Todesursachen zählten Hitzewellen und Überschwemmungen, eine Änderung der Krankheitsgebiete, die Verschlechterung der Luftqualität sowie eine sinkende Nahrungs- und Wasserversorgung, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten WHO-Pressemitteilung. Die Pariser UN-Konferenz (30. November bis 11. Dezember) sei eine große Gelegenheit, mit einem Klimaabkommen auch die Gesundheit künftiger Generationen besser zu schützen. Mehr dazu (80 KB)

 

16.10.2015 – jw - Als gäbe es unendlich viel davon

Als gaebe es unendlich viel davon-kStudie zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft vorgestellt

Von Jana Frielinghaus - Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Jahr des Bodens neigt sich dem Ende zu. Trotzdem geht die Vernichtung der Ressource ungebremst weiter: Wind- und Wassererosion, schwindender Humusgehalt, Versiegelung. »Wir riskieren den Verlust unserer wichtigsten Lebensgrundlage«, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling am Donnerstag in Berlin anlässlich der Veröffentlichung einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie zum Zustand der Böden in der Europäischen Union.

Andrea Beste, die den Report unter dem Titel »Down to Earth« verfasst hat, hat aktuelle Daten zum Status quo zusammengefasst: 970 Millionen Tonnen fruchtbaren Bodens gehen der EU jedes Jahr durch Erosion verloren. Diese Menge käme zusammen, wenn man ganz Berlin einen Meter tiefer legte, sagte die Agrarwissenschaftlerin. Und eine Fläche von der Größe der deutschen Hauptstadt verschwindet in den EU-Staaten jährlich unter Asphalt und Beton. Mehr dazu (42 KB)

 

07.10.2015 – fr-online.de - Zu viel Nitrat im täglich Wasser

Zu viel Nitrat im taeglich Wasser-kVon Stefan Sauer - Kommunale Versorger schlagen Alarm. Es gibt Kritik an der Düngemittelverordnung. Besonders von Verunreinigungen betroffen sind laut VKU Regionen mit intensiver Landwirtschaft und Viehhaltung.

Ohne Wasser kein Leben. Die Aussage ist banal und doch brisant. Denn dem Grundwasser, über das die Bundesrepublik in Hülle und Fülle verfügt, droht nach Auskunft des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) Gefahr: Vor allem nitrathaltige Düngemitteleinträge aus der Landwirtschaft dürften schon in wenigen Jahren dazu führen, dass unbelastetes Grundwasser vielerorts nicht mehr zur Verfügung steht und Brunnen geschlossen werden müssen. Deutschland weise EU-weit die zweithöchsten Nitratrückstände im Grundwasser auf, sorgt sich VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche: „Das ist kein gutes Zeugnis, davon müssen wir weg.“ Trinkwasser sei schließlich das Lebensmittel Nummer eins.

Besonders von Verunreinigungen betroffen sind laut VKU Regionen mit intensiver Landwirtschaft und Viehhaltung. Schon heute seien mehr als die Hälfte aller Reservoirs in Niedersachsen mit Nitratkonzentrationen belastet, die über dem EU-weit vorgeschriebenen Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter liegen, kritisiert Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbands Peine. Die von der Bundesregierung im Sommer vorgelegte Neufassung der nationalen Düngemittelverordnung sei nicht geeignet, die EU-Richtwerte zu unterschreiten. Mehr dazu (144 KB)

 

05.10.2015 – jw - »Es geht um die heilige Kuh der deutschen Industrie«

Im Zweifel gegen Umwelt und Klima: Das Krisenmanagement der Bundesregierung im VW-Skandal und die Staatsräson. Ein Gespräch mit Max Bank - Interview: Ralf Wurzbacher

Max Bank ist EU-Referent beim Verein Lobby Control, der sich der Aufklärung über Lobbying, PR-Kampagnen und Denkfabriken verschrieben hat

Der Skandal um die manipulierten Abgastests bei Volkswagen (VW) zwingt die Bundesregierung zum Spagat zwischen »rückhaltloser Aufklärung« und der Bewahrung deutscher Industrieinteressen. Wie schlägt sie sich dabei in Ihren Augen?

Von einem Spagat kann nicht die Rede sein. Tatsächlich hält sich die Regierung soweit wie möglich mit Kritik zurück. Schließlich geht es um die heilige Kuh der deutschen Industrie. Es ist schon ein Armutszeugnis, dass europäischen Regulierungsbehörden die VW-Manipulationssoftware nicht aufgefallen ist und es erst die US-Umweltbehörde brauchte, um den Skandal aufzudecken. Mittlerweile ist auch klar, warum: Bei Tests in Deutschland, Spanien, der Slowakei und der Tschechischen Republik wurden die Wagen nicht auf derartige Software überprüft. Und das trotz einer EU-Verordnung von 2007, die dies einforderte. Mehr dazu (48 KB)

 

02.10.2015 – UZ - Sisyphos lässt grüßen

Sisyphos laesst gruessen-k„Gefahrlos leben“ rund um Fukushima?

Von Oliver Wagner - Die Betreibergesellschaft des Atomkraftwerks im japanischen Fukushima hat begonnen große Mengen dekontaminierten Wassers ins Meer zu leiten. Wie das nach der Reaktorkatastrophe am 11. März 2011 verstaatlichte Unternehmen TEPCO mitteilte, handelt es sich um Wasser, das im Umfeld der havarierten Atomanlage aufgefangen und dann von hochradioaktiven Substanzen wie Strontium und Cäsium gereinigt wurde. Allerdings enthalte das in den Pazifik geleitete Wasser noch das strahlende Wasserstoffisotop Tritium, räumte TEPCO ein.

Viereinhalb Jahre nach dem Super-GAU werden mittlerweile 680 000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in Tausenden großen Tanks gelagert. Bis zu 100 Tonnen sollen TEPCO zufolge allein vergangene Woche unkontrolliert ins Meer gelaufen sein, als es infolge des Taifuns Etau im Nordosten des Landes zu schweren Überschwemmungen kam. Das alles hält Premier Shinzo Abe nicht davon ab, die Opfer der Flut- und Reaktorkatastrophe vom März 2011 zu drängen, in die verstrahlten Gebiete um Fukushima zurückzukehren. Anfang September wurde die Sperrung des Dorfes Naraha aufgehoben, das bis zum GAU 7 000 Einwohner zählte. Nach Abschluss bereits begonnener Dekontaminierungsarbeiten sollen bis März 2017 zudem Tausende Evakuierte in den Distrikt Iitate zurückkehren. Mehr dazu (320 KB)

 

25.09.2015 - derstandard.at - Die unbekannte Kühltruhe der Erde

Die unbekannte Kuehltruhe der Erde-kRenate Degen - Bis vor kurzem wurde der Faktor Permafrost bei Klimamodellen kaum berücksichtigt. Eine globale Datenbank schafft neue Möglichkeiten

Potsdam/Wien – Es ist schwer vorstellbar, wie viel Kohlenstoff im Verborgenen schlummert: In den Permafrostböden sind weltweit etwa 1700 Milliarden Tonnen gespeichert, das ist doppelt so viel, wie die Atmosphäre enthält. Böden wie diese bilden sich, wenn ihre Temperatur mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre hindurch unter null Grad liegt. Beginnen sie zu tauen, wie aufgrund der Klimaerwärmung vielfach beobachtet, wird der gespeicherte Kohlenstoff an die Atmosphäre abgegeben: ein gewaltiger Einflussfaktor für das globale Klima. Und dennoch ist dieser Faktor in Klimaprognosen bisher nicht berücksichtigt worden. Mehr dazu (520 KB)

 

22.09.2015 – handelsblatt.com - LIVEBLOG ZUR ABGAS-AFFÄRE: Abgas-Affäre vernichtet Gewinn

Abgas-Affaere vernichtet Gewinn-kMerkel fordert schnelle Aufklärung bei VW (Bis 14:47 Uhr)

Katastrophen-Alarm in Wolfsburg: Der Autobauer stellt Milliarden zurück, elf Millionen Autos sind vom Abgasbetrug betroffen. Es wird über eine Ablösung Winterkorns spekuliert – und die Kanzlerin schaltet sich ein.

Volkswagen hat zugegeben, in den USA Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen manipuliert zu haben. Die Affäre schlägt hohe Wellen. Der Konzern kappt nun seine Gewinnziele und legt im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden zur Seite. VW geht davon aus, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Die Aktie des Autobauers stürzt immer weiter ab. Die Ereignisse im Liveblog. Mehr dazu (1,2 MB)

 

22.09.2015 – nzz.ch - Abgasmanipulationen in Amerika - US-Justiz leitet Ermittlungen gegen VW ein

US-Justiz leitet Ermittlungen gegen VW ein-kVW droht im Skandal um gefälschte Abgaswerte neues Ungemach. In den USA nehmen die Behörden den Autobauer stärker in die Zange. Der Amerika-Chef von VW entschuldigt sich auf einer Veranstaltung in New York.

(Reuters) - Das Justizministerium in Washington leitete strafrechtliche Ermittlungen ein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen in den Vereinigten Staaten meldete. Zudem plant nach Angaben von Abgeordneten ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses eine Anhörung zur VW-Affäre in den kommenden Wochen.

Der Amerika-Chef von Volkswagen sagte auf einer Veranstaltung in New York, das Unternehmen habe es «komplett vermasselt». Michael Horn gelobte aber Besserung und äusserte sich zuversichtlich, dass VW das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen könne. Mehr dazu (68 KB)

 

16.09.2015 – sueddeutsche.de - Warum Millionen Menschen ihr Land verlieren

Warum Millionen Menschen ihr Land verlieren-kDer Verlust von fruchtbarem Boden könnte in den kommenden zehn Jahren 50 Millionen Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat zwingen.

Die Initiative Economics of Land Degradation hat den Verlust fruchtbaren Bodens untersucht. Der Flächenschwund koste jährlich 5,6 bis 9,4 Billionen Euro.

Der Bodenverlust hat verschiedenste Ursachen.

Von Tina Baier - Den meisten Menschen ist mittlerweile bewusst, dass Wasser eine lebensnotwendige Ressource ist, ebenso wie Wälder und saubere Luft. Viel weniger bekannt ist, wie wichtig die Ressource Boden für das Überleben der Menschheit ist. Ein am Dienstag veröffentlichter Bericht der ELD, der Initiative Economics of Land Degradation, an der mehrere Organisationen unter anderem der Vereinten Nationen, der EU sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit beteiligt sind, zeigt nun, wie bedrohlich der weltweite Verlust von Böden ist. Mehr dazu (44 KB) – Der ELD-Bericht (englisch – 6,8 MB)

 

10.09.2015  – fr-online.de – Myanmar: Die Folgen des Klimawandels

Myanmar Die Folgen des Klimawandels-kVon Martina Doering - Die Farmer eines Dorfs in Myanmar wissen nichts vom Klimawandel. Aber sie spüren ihn. Bei ihrem Kampf gegen die wiederkehrenden Fluten helfen ihnen ausgerechnet Bananen.

Wenn der Meeresspiegel nur um einen halben Meter steigt, wird es dieses Dorf im Delta des Irrawaddy-Flusses in Myanmar nicht mehr geben. Dann wird alles, so weit das Auge reicht, unter Wasser stehen: das Versammlungshaus des Dörfchens Dar Chaung, die Schweineställe auf Stelzen, die Felder rings herum, die Bananenplantagen.

Von Bogale aus, der größten Stadt im Irrawaddy-Delta, braucht man zwei Stunden mit dem Motorboot bis zu dieser Insel und dem Dorf mit seinen rund fünfzig Holzhäusern. Im Gezeitenwechsel herrscht jetzt Flut. Der Wasserstand ist hoch. Zudem ist Monsun, und wenn der Regen einsetzt, sieht man die Hand vor Augen nicht. Der Irrawaddy-Strom, der ganz Myanmar von Nord nach Süd durchquert und in den Indischen Ozean mündet, drückt das Wasser in die kleinen Kanäle, die sich bis zu den Häusern schlängeln. Die Luft ist feucht und klebrig, die Temperaturen steigen auf 35 Grad. Zu Fuß, schlingernd und rutschend, erreicht man über einen Weg, der mit Kokosnussschalen gepflastert ist, ein Stelzenhaus: Hier treffen sich an diesem Tag die Mitglieder der Bananen-Kooperative. Mehr dazu (150 KB)

 

10.09.2015 – jw - Größer, schneller, schwerer

Groesser schneller schwerer-kUmweltverbände werfen Autoindustrie vor, Klimaschutz in ihrer Modellpolitik zu vernachlässigen

Von Bernd Müller - Der Trend zu mehr Leistung und Gewicht bei neuen Automobilen setzt sich fort. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Mittwoch in Berlin vorgestellt haben. Beide Organisationen beziehen sich auf Untersuchungen der Modellentwicklung in der deutschen Autoindustrie. Sie stellen fest, dass die Hersteller trotz anderslautender Bekundungen »nur wenig Interesse an der Entwicklung wirklich sparsamer Fahrzeuge haben«. Zwar würden auch einzelne effiziente Modelle angeboten, meist aber mit überzogenen Aufpreisen.

Bei Automessen werde zwar anderes behauptet, sagte der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg, aber »die deutschen Hersteller setzen nach wie vor auf leistungsstarke Premiumfahrzeuge mit hohem Verbrauch, oft ergänzt um teure Extras, die hohe Gewinnmargen bringen«. Dagegen seien sie beim Einsatz spritsparender Technologien auffallend zurückhaltend. Mehr dazu (40 KB)

 

22.08.2015 – jw - Prima Klima

Prima Klima-kDeutschland und Brasilien wollen dick im Geschäft bleiben. Dort demonstrierten Zehntausende für Demokratie und gegen die Offensive von rechts

Von Peter Steiniger - Unsere Urenkel werden aufatmen können. Wie die G-7-Industriestaaten will auch Brasilien aus der Nutzung von Öl, Kohle und Gas aussteigen. Dies erklärte Präsidentin Dilma Rousseff zum Abschluss der ersten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen am vergangenen Donnerstag in der Hauptstadt Brasília. Etwas Wasser wird bis dahin noch den Amazonas runterfließen. Bis zum Ende des Jahrhunderts soll das Ziel erreicht werden. Dann sollen im größten Land Südamerikas nicht mehr Treibhausgase durch den Menschen freigesetzt werden, als von der Umwelt neutralisiert werden können. Das sei notwendig, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, sagte Rousseff. Viel länger dürften die Rohstoffe für eine ölbasierte Wirtschaftsweise ohnehin nicht reichen. Detaillierte Pläne bis zum Jahr 2030 sollen im September vor der UNO präsentiert werden. Brasilien ist führend bei Agrotreibstoffen und ein bedeutender Ölexporteur. Die Ausbeutung großer Ölvorkommen vor der Küste wird massiv vorangetrieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte Rousseffs Ankündigungen im Vorfeld des Klimagipfels im Dezember in Paris ein »wichtiges Signal«.

Die wohlfeilen Erklärungen zum Klima und dem Schutz des Tropenwaldes überlagern den Hauptzweck, zu dem die Vertreter des Standortes Deutschland, darunter das halbe Bundeskabinett, angereist waren. Denn vor allem waren wirtschaftliche Interessen zu pflegen. Etwa 1.400 deutsche Firmen sind in dem Land vertreten. Insbesondere im Großraum São Paulo sind Konzerne aus der Chemie- und Automobilbranche ansässig. Die siebtgrößte Volkswirtschaft bildet einen Absatzmarkt mit großem Potential. Mit der Aussicht auf weitere Investitionen des deutschen Kapitals ködert Merkel die politische Spitze in Brasilien, um diese als Antreiber für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten zu gewinnen. »Brasilien ist jetzt hier sehr ambitioniert«, sagte Merkel. Mit Rousseff stimmt die Chemie. Mehr dazu (40 KB)

 

17.08.2015 - derstandard.at - Gletscherschwund bedroht zentralasiatische Wasserversorgung

Gletscherschwund bedroht zentralasiatische Wasserversorgung-kDen Gletschern von Tian Shan, Turkestans größter Gebirgskette, droht erheblicher Masseverlust – mit dramatischen Auswirkungen für die Anrainerstaaten

Bern/Astana/Bischkek – Die Gletscher in Zentralasien verlieren laut einer neuen Studie in erheblichem Ausmaß an Masse und Fläche. Entlang des Tian Shans, Zentralasiens größtem Gebirge, habe sich das Volumen der Eismassen in den letzten 50 Jahren um rund 27 Prozent verringert, die vom Eis bedeckte Fläche sei um 18 Prozent geschrumpft.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Deutschen GeoForschungszentrums GFZ ermittelte einen Verlust von Gletscherflächen um fast 3.000 Quadratkilometer, was mit einem mittleren Eisverlust von 5,4 Gigatonnen pro Jahr einhergeht. Wie die Wissenschafter in "Nature Geoscience" berichten, könnte bis 2050 die Hälfte der Gletscher im Tian Shan verschwunden sein – und der Region damit erheblicher Wassermangel drohen. Mehr dazu (465 KB)

 

17.08.2015 – jw - »Braunkohle ist der schmutzigste Energieträger von allen«

Braunkohle ist der schmutzigste Energietraeger von allen-kIm Tagebau Garzweiler konnten Demonstranten die Bagger stoppen. Ein Gespräch mit Mona Bricke

Interview: Gitta Düperthal - Mona Bricke ist Sprecherin des Bündnisses der Braunkohlegegner »Ende Gelände«

Aktivisten ist es am Samstag gelungen, mit einer Aktion zivilen Ungehorsams Bagger im Braunkohletagebau Garzweiler zu stoppen. Die Polizei ging auf Demonstranten mit Pfefferspray und Schlagstöcken los, hinderte Journalisten an der Berichterstattung. Wie konnte dennoch der Erfolg des Protestes erreicht werden?

Um sieben Uhr morgens sind etwa 1.500 Leute vom Klimacamp aus in mehreren Gruppen losgezogen. Kletterer hatten sich von einer Brücke über der Autobahn abgeseilt, die A61 musste deshalb gesperrt werden. Das ermöglichte vielen Aktivisten, über die Autobahn zum Tagebau zu gelangen. Sie haben sie an verschiedenen Stellen unter- oder überquert. Einigen ist es dort gelungen, auf einen Bagger zu klettern, viele Stunden waren Leute in der Kohlegrube. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie die Polizisten gleich beim ersten Kontakt mit den Demonstranten Schlagstöcke und Pfefferspray gegen sie einsetzten. Letztere hielten sich hingegen an ihren Aktionskonsens, wonach Polizeiketten »durchflossen« werden sollten. Zum Beispiel so: Demonstranten versuchten, in der Unterführung seitlich an den dort anwesenden rund 200 Polizisten vorbeizukommen. Das gab den Aktivisten, die sich in der Mitte befanden, die Gelegenheit, die Polizei dort zurückzudrängen und dann in Richtung Tagebau weiterzugehen.  Mehr dazu (48 KB)

 

31.07.2015 – fr-online.de - Das Wasser wird knapp

Das Wasser wird knapp-kVon Joachim Wille - Verheerende Dürren plagen in vielen Weltregionen Mensch und Natur. Wir müssen mit der lebenswichtigen Ressource Wasser intelligenter haushalten.

Seit Monaten kaum ein Tropfen Regen. Der Ackerboden aufgerissen, die Pegelstände von Flüssen und Stauseen auf Tiefstand. Nordkorea leidet nach Angaben der Machthaber in Pjöngjang unter der schwersten Dürre seit 100 Jahren. Mehr als 30 Prozent des im Land angebauten Reises sind danach vertrocknet, in den Provinzen Nord- und Süd-Hwanghae im Südwesten des Landes sogar 80 Prozent. Dort würden nun andere Getreidesorten nachgesät, die weniger Wasser brauchen. Ausfälle gibt es auch beim Strom; die Wasserkraftwerke liefern viel weniger als üblich.

Der UN-Vertreter in Nordkorea, Ghulam Isaczai, warnte bereits vor einem Monat vor einer drohenden Krise in der Nahrungsmittelversorgung, auch wenn die Landwirtschaft in der Kim-Diktatur heute besser gegen Dürren gewappnet sei als in den 1990er Jahren. Damals starben Hunderttausende.

Nordkorea ist kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen und Monaten häuften sich die Meldungen über Hitzewellen, Dürren und Wasserknappheit. Mehr als 2000 Tote forderte im Mai und Juni eine Hitzeperiode in Südindien, eine weitere in Pakistan nur wenige Wochen später mehr als 1000, unter anderem, weil es in Städten wie Karachi Probleme mit der Trinkwasserversorgung gab. Oder das Beispiel Brasilien. In den Metropolen Rio de Janeiro und Sao Paulo sowie den umliegenden Regionen herrscht Wassermangel, nachdem wegen einer extremen Trockenheit 2014 die Reservoire kaum mehr gefüllt sind. In manchen Stadtvierteln wird stundenweise das Wasser abgestellt, und es droht der schlimmste Ernteausfall seit 50 Jahren, unter anderem beim Kaffee. Mehr dazu (172 KB)

 

31.07.2015 - derstandard.at - Es wird künftig noch heißer und gefährlicher für die Gesundheit

Es wird kuenftig noch heisser und gefaehrlicher fuer die Gesundheit-kEin Grad wärmer bedeutet eine bis zu sechs Prozent höhere Sterblichkeit – am stärksten gefährdet sind Kleinkinder und ältere, sozial isolierte Personen

Für das bevorstehende Wochenende sind für weite Teile Österreichs erneut Temperaturen um und über 30 Grad prognostiziert – und in der kommenden Woche soll die Quecksilbersäule wieder über 35 Grad klettern. Damit setzt sich der Tropensommer fort.

Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter vom Institut für Umwelthygiene der MedUni Wien betont, dass hohe Temperaturen und längere, heiße Phasen wie in diesem Sommer in etwa 30 Jahren die Norm sein werden: "Es wird künftig noch mehr Hitzewellen mit noch höheren Temperaturen in Österreich geben." Mehr dazu (200 KB)

 

28.07.2015 – IDW - Abholzung von Tropenwäldern setzt große Kohlenstoffmengen frei

Abholzung von Tropenwaeldern setzt grosse Kohlenstoffmengen frei-kThomas Richter – Öffentlichkeitsarbeit Georg-August-Universität Göttingen

Bei der Abholzung von natürlichen Tropenwäldern und der Umwandlung des Landes in Palmöl-, Kautschuk- oder Kakaoplantagen werden große Mengen von Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nachgewiesen, dass die Kohlenstoffvorräte im Boden bei einer derart veränderten Landnutzung um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Sie fordern deshalb eine Anpassung der Kohlenstoff-Bilanzierungsrichtlinien des Weltklimarates sowie der Landnutzungsrichtlinien in den betroffenen tropischen Ländern. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift PNAS erschienen.

Pressemitteilung Nr. 178/2015 - Sperrfrist: Montag, 27. Juli 2015, 21 Uhr MESZ - Mehr dazu (600 KB)

 

28.07.2015 – jw - Kahlschlag für Reifenindustrie

Kahlschlag fuer Reifenindustrie-kIn Südostasien bedroht stetiger Zuwachs an Kautschukplantagen geschützte Waldgebiete

Von Thomas Berger - Die rapide Erweiterung des Kautschukanbaus auf dem südostasiatischen Festland und im Süden Chinas bedroht dort die letzten natürlichen Waldbestände. In den vergangenen Jahrzehnten, unterstreicht eine neue Studie, hat sich der Raubbau in enormen Größenordnungen fortgesetzt. Hauptsächlich leiden unter der Last der Entwaldung nunmehr Myanmar, Kambodscha und Laos, die ärmsten Länder der Region, während Unternehmen aus Vietnam, Thailand, China und Malaysia die Nutznießer der Entwicklung sind.

Auszüge aus der Studie, die in der Septemberausgabe des Journals Global Environmental Change publiziert werden soll, veröffentlichte jetzt bereits die größte kambodschanische Zeitung Phnom Penh Post. Kambodscha, heißt es in dem Beitrag, habe mehr als jeder andere Staat in der Region zu leiden: Bis 2020 werden dort den Prognosen zufolge rund 2.500 Quadratkilometer geschützter Naturwald, eine Fläche von der Größe Luxemburgs, dem Kahlschlag zugunsten neuer Kautschukplantagen zum Opfer fallen. Im benachbarten Vietnam wird davon ausgegangen, dass 1.900 Quadratkilometer Waldgebiete mit enormer Artenvielfalt gefährdet sind. Mehr dazu (42 KB)

 

25.07.2015 – jw - Gegen Ausverkauf der Natur

Gegen Ausverkauf der Natur-kBündnis von Umweltverbänden mobilisiert 500.000 Bürger gegen von EU-Kommissionspräsident geplante Änderung von Schutzrichtlinien. Aufweichung befürchtet.

Von Jana Frielinghaus - Rund eine halbe Million Europäer haben sich in einer von der EU-Kommission initiierten Befragung gegen die Aufweichung des Naturschutzes in der EU ausgesprochen. Nie zuvor habe ein EU-Konsultationsverfahren, bei dem Bürger im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses zumindest ihre Meinung kundtun können, eine solche Resonanz gehabt, teilten vier deutsche Umweltverbände am Freitag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Dies sei vor allem Ergebnis einer Mobilisierungsaktion von 120 Organisationen in den 28 Mitgliedstaaten, bei der bis zum Freitag mehr als 493.000 Menschen für eine Beibehaltung der bisherigen Naturschutzrichtlinien gestimmt haben. Die zehnwöchige Frist für die Beteiligung von Bürgern am Konsultationsverfahren endete am Freitag um Mitternacht.

Unter dem Motto »Nature Alert!« hatten auch in der Bundesrepublik der Bund für Umwelt und Natur (BUND), der Naturschutzbund (NABU), WWF (World Wildlife Fund) Deutschland sowie der Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) zur Beteiligung an der Konsultation zur Zukunft der EU-Naturschutzrichtlinien aufgerufen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe mit der Bürgerbefragung eigentlich den Weg für ein Naturschutzrecht ebnen wollen, das sich stärker an den Interessen der Wirtschaft orientiert, lautet der Vorwurf der Umweltschützer. Nun zeichnet sich jedoch ab, dass eine überwältigende Mehrheit der teilnehmenden Bürger Junckers Plänen zur Änderung des Naturschutzrechts eine klare Absage erteilt. Mehr dazu (44 KB)

 

22.07.2015 - derstandard.at - Langzeitprojekt zeigt Effekt der Erderwärmung auf arktische Seen

Österreichische und kanadische Forscher untersuchen seit bald 20 Jahren Seen auf kanadischen Arktisinseln

Wien – Die Klimaerwärmung wirkt sich stark auf die Seen der Arktis aus: Waren die Wassermassen früher recht stabil geschichtet, kommt es nun regelmäßig zu einer kompletten Durchmischung von warmem Oberflächen- und kaltem Tiefenwasser – "mit massiven Auswirkungen auf die Lebewelt", wie Günter Köck vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erklärt.

 Langzeitprojekt - Seit 1997 untersuchen österreichische und kanadische Forscher in Seen auf kanadischen Arktisinseln rund um die Siedlung Resolute Bay auf Cornwallis Island die Anreicherung von Schwermetallen und organischen Schadstoffen sowie die Einflüsse von Klimaveränderungen auf Seesaiblinge. Das Projekt "High-Arctic" ist damit nach Angaben Köcks das am längsten laufende Arktis-Projekt Österreichs. Am Donnerstag startet das Team seine 19. Expedition. Mehr dazu (105 KB)

 

18.07.2015 – sueddeutsche.de - Meere heizen sich zu schnell auf

Meere heizen sich zu schnell auf-kDie Temperatur-Rekorde des vergangenen Jahres lassen sich auch auf die Erwärmung der Ozeane zurückführen.

Die Ozeane waren 2014 im Durchschnitt 16,67 Grad Celsius warm und damit bis zu 0,27 Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010.

Das zeigt der soeben erschienene Bericht "State of the Climate" der US-Atmosphären- und Ozean-Behörde Noaa.

Von Christopher Schrader - Der Ozean hat einen größeren Anteil an den Temperatur-Rekorden des vergangenen Jahres als gedacht. Es hatte sowohl global wie auch in Europa und Deutschland neue Höchstwerte für mittlere Temperaturen gegeben. Mehr dazu (102 KB)

 

14.07.2015 – fr-online.de - Der Klimaschutz braucht einen Masterplan

Der Klimaschutz braucht einen Masterplan-kVon Mohssen Massarrat - Für das Klimaziel reichen Marktinstrumente nicht. Der Staatenbund muss das Angebot und den Verbrauch kontrollieren. Die Dekarbonisierung braucht einen Masterplan. Der Gastbeitrag.

In Elmau schrieben die G7-Staaten ein Klimaziel in ihre Abschlusserklärung, das die Klimaforscher seit langem fordern – endlich. Damit die Erderwärmung unter dem Zwei-Grad-Anstieg bleibt, muss die internationale Gemeinschaft bis zum Ende des 21. Jahrhunderts aus dem fossilen Energiepfad vollständig aussteigen. Gut so, Frau Bundeskanzlerin, auch wenn die verkündete Dekarbonisierung lediglich ein unverbindliches Ziel ist.

Tatsächlich stellt der Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle bis zum Ende des 21. Jahrhunderts (Klimaforscher nennen 2070 als Zeitfenster zur Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels) eine Jahrhundertaufgabe dar, im Grunde die größte Herausforderung der Völkergemeinschaft in der Menschheitsgeschichte. Angenommen, den G7-Staaten gelänge es auf der Pariser Klimakonferenz im Dezember, China, Russland, Australien, Kanada, Südafrika, Saudi-Arabien und sämtliche Staaten darauf einzustimmen, das angepeilte Ausstiegsziel zu einer international verbindlichen Klimaschutzstrategie zu erklären – wozu es allerdings reichlichen Optimismus‘ bedürfte – wäre es dann möglich, mit der Umsetzung zu starten? Und welche Instrumente stünden dafür zur Verfügung? Klar ist angesichts der historischen Aufgabe jedenfalls, dass es eine große Illusion wäre, sich allein auf Marktinstrumente, wie Energiebesteuerung oder Kohlenstoffhandel, zu verlassen, die im Rahmen der Kyoto-Verhandlungen bisher im Mittelpunkt standen. Mehr dazu (156 KB)

 

11.07.2015 - derstandard.at - Auftauende Permafrostböden speichern weniger Kohlenstoff

Konservierte organische Substanz wird schneller mikrobiell abgebaut als gedacht

Hannover – Im Permafrostboden, der im Sommer nur oberflächlich auftaut, ist ein Großteil der Erdvergangenheit tiefgefroren und somit konserviert. Jahrtausende alte Überreste von Pflanzen und Tieren sind dort genauso zu finden wie vereinzelte historische Zeugnisse, aber auch große Mengen des auf der Erde befindlichen Kohlenstoffs. So ist in den Permafrostböden genauso viel Kohlenstoff gespeichert wie in der Atmosphäre (in Form von Kohlendioxid) und der Vegetation zusammen.

Der Klimawandel führt mittlerweile dazu, dass die Permafrostböden immer mehr auftauen klimarelevante Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan freisetzen. Mehr dazu (28 KB)

 

08.07.2015 - derstandard.at - Zahl extremer Regenfälle weltweit deutlich gestiegen

Zahl extremer Regenfaelle weltweit deutlich gestiegen-kLaut einer Studie hat es seit 1980 einen Anstieg um zwölf Prozent verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel gegeben

Potsdam – Die Zahl extremer Regenfälle ist einer Studie zufolge in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen. Seit 1980 habe es einen Anstieg von "Rekord-Regen-Ereignissen" um zwölf Prozent verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel gegeben, erklärte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung am Mittwoch anlässlich der Vorstellung der Studie.

Da der Trend nach oben weise, betrage die Zunahme von Rekord-Regenfällen im letzten der untersuchten Jahre sogar 26 Prozent, erklärte Jascha Lehmann, einer der Autoren. Die Forscher analysierten Regendaten von Wetterstationen weltweit aus den Jahren 1901 bis 2010. Bis 1980 ließen sich Schwankungen in der Häufigkeit von Starkregen mit natürlichen Faktoren begründen, erklärte das Forschungsinstitut. Für die Zeit danach machten die Wissenschafter einen "klaren Aufwärtstrend" von zuvor nie dagewesenen Regenfällen aus. Mehr dazu (210 KB)

 

03.07.2015 – sueddeutsche.de – Atombombentests: Dom des Todes

Mitten im Pazifik tickt eine Zeitbombe: ein riesiger Beton-Dom, gefüllt mit Plutonium aus US-Atombombenversuchen. Nun bedrohen 101498 Kubikmeter radioaktiv verseuchter Schutt die Bewohner des Atolls - und den pazifischen Ozean.

Von Jan Hendrik Hinzel, Kim Wall und Coleen Jose, Eniwetok Atoll

Wie ein halb vergrabener Baseball ragt die Betonkuppel aus dem Sand. Kletterpflanzen kämpfen auf Betonplatten um einen Platz an der Sonne, unter gewaltigen Wolken ziehen Seevögel ihre Kreise.

Auf der Spitze der Kuppel hat jemand das Baujahr eingekratzt: 1979. Offiziell heißt dieses Gebilde Runit Dome - benannt nach der winzigen Insel, auf der es liegt, Runit Island. Ein Tempel, ein Ufo, mitten im Pazifik, weit weg von der Zivilisation. 2173 Kilometer bis Japan, 2827 Kilometer bis Hawaii. Und dennoch leben hier Menschen. Den Fremdkörper auf ihrer Insel nennen sie: das Grab.

Unter dem Betondeckel liegt Amerikas Vermächtnis des Kalten Kriegs, 101 498 Kubikmeter radioaktiv verseuchter Schutt, verstrahlt durch Plutonium, entstanden während der zwölfjährigen Phase amerikanischer Atombombentests auf den Marshall-Inseln. Die Inseln waren nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1986 Treuhandgebiet der Amerikaner. Diese nutzten die Region über Jahre als nukleares Testgelände. Mehr dazu (130 KB)

 

23.06.2015 – derstandard.at - Pakistan erklärt den Hitzenotstand

Pakistan erklaert den Hitzenotstand-kChristine Möllhoff - Bereits 750 Menschen sind einer Hitzewelle zum Opfer gefallen sind. Stundenlange Stromausfälle verschärfen die Lage, gegen die Regierung wird wütend protestiert

Karatschi/Neu-Delhi – Die Hospitäler quellen über, und selbst die Häftlinge in den Gefängnissen gehen auf die Barrikaden, weil sich ihre Zellen wie Backöfen aufheizen. Ächzte im Mai Indien unter Temperaturen von bis zu 45 Grad, wird nun das Nachbarland Pakistan von einer mörderischen Hitzewelle heimgesucht. Mindestens 750 Menschen sollen in den vergangenen fünf Tagen an den Folgen der Hitze mit bis zu 49 Grad gestorben sein. Mehr dazu (170 KB)

 

13.06.2015 – handelsblatt.com - Dürre - Kalifornien rationiert Wasser für Farmer

Kalifornien rationiert Wasser fuer Farmer-kMenschen in Norddeutschland träumen von regenlosen Sommern, für Kalifornien wird es zum Albtraum: Nachdem es vier Jahre lang kaum geregnet hat in Kalifornien, muss der Bundesstaat das Wasser für seine Farmer rationieren.

SacramentoDer von einer Dürre geplagte US-Staat Kalifornien hat den Wasserverbrauch für Hunderte Großfarmer drastisch eingeschränkt. Diese Viehzüchter und Bauern dürften trotz ihrer Sonderrechte aus ganz bestimmten Flüssen kein Wasser mehr abpumpen, verfügte die Regierung am Freitag. Es ist das erste Mal, dass der US-Staat so massiv den Wasserverbrauch der Farmer einschränkt.

Diese verfügen über besondere Wasserrechte, die mehr als ein Jahrhundert zurückreichen. Viele von ihnen sind der Meinung, dass der Staat nicht die Autorität besitzt, ihren Konsum zu beschneiden. Unter anderem dürfen sie nun kein Wasser mehr aus den Flüssen Sacramento und San Joaquin abpumpen.

Kalifornien leidet seit vier Jahren unter einer Dürre. Die Regierung schränkte bereits den Wasserverbrauch für Städte, Haushalte und kleinere Farmer ein. Der Artikel in PDF (431 KB)

 

05.06.2015 – idw - Wärme und Sauerstoffmangel setzen Meeresbewohner zunehmend unter Druck

Waerme und Sauerstoffmangel setzen Meeresbewohner-kRalf Röchert Kommunikation und Medien - Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Wer leben will, muss atmen und ausreichend Energie aufbringen, um sich zu bewegen, Nahrung zu suchen oder sich fortzupflanzen. Dieser Leitsatz gilt für uns Menschen ebenso wie für die Tierwelt der Ozeane. Den meisten Meerestieren werden diese überlebenswichtigen Tätigkeiten künftig jedoch schwerer fallen.

Das zeigt eine neue Studie im Fachmagazin Science, in der deutsche und US-amerikanische Biologen erstmals einen allgemeingültigen Grundsatz zu den gemeinsamen Auswirkungen der Ozeanerwärmung und des Sauerstoffmangels auf das Leistungsvermögen der Meeresbewohner definiert haben. Ihr Fazit: Im Zuge des Klimawandels werden die Tiere ihren Sauerstoff- und Energiebedarf in ihren sich verändernden angestammten Lebensräumen kaum mehr decken können. Die Folge: Die Arten wandern in kühlere Regionen oder größere Wassertiefen ab, Ökosysteme werden umgewälzt, die Artenvielfalt schrumpft.

Um die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben in den Weltmeeren genauer und global vorhersagen zu können, suchen Meeresbiologen seit langem nach allgemein gültigen Prinzipien, mit denen sich die Lebensbedingungen in den Ozeanen und deren Grenzen beschreiben lassen. Eine Kernfrage dabei lautet: Wie wirken sich die Erwärmung der Meere und die damit verbundene Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Wasser auf das Leistungsvermögen der Meereslebewesen aus? Mehr dazu (600 KB)

 

12.05.2015 – IDW - Neuer Report festigt Wissen zum Klimawandel an der Ostsee

Dr. Torsten Fischer Pressestelle - Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht koordinieren internationalen Bericht zum Klimawandel an der Ostsee

Der vor wenigen Tagen veröffentlichte Report zum Wissen über den Klimawandel im Ostseeraum „Second Assessment of Climate Change for the Baltic Sea Basin“ (BACC II) stellt eine Neubearbeitung und Ergänzung des bereits 2008 erschienenen BACC-Buches dar.

“Der vorliegende Bericht für den Ostseeraum ist eine regionale Variante des vom Weltklimarat veröffentlichten IPCC-Reports zur globalen Klimaänderung“, erläutert Prof. Dr. Hans von Storch, Leiter am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und Initiator des Berichts. An der umfassenden wissenschaftlichen Bestandsaufnahme waren 141 Wissenschaftler aus 12 Ländern beteiligt. Das Projektteam bestehend aus Meteorologen, Hydrologen, Ozeanografen und Biologen wurde federführend vom Internationalen Baltic Earth Sekretariat am Helmholtz-Zentrum Geesthacht koordiniert.

Erwärmung schreitet voran. Mehr dazu (602 KB)

 

11.05.2015 – IDW - Einfluß der zunehmenden atmosphärischen CO2 -Konzentration auf Bäume

Dipl.Met. Franz Ossing Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Zur Wasserdampf- und CO2-Bilanz der Wälder

Sperrfrist: 11.05.2015, 17:00 MESZ/1600 London time / 1100 US Eastern Time

Einfluß der zunehmenden atmosphärischen CO2 -Konzentration auf Bäume

11.05.2015: Der Anstieg des atmosphärischen Kohlenstoffdioxids hat zu weitreichenden pflanzenphysiologischen Veränderungen europäischer Wälder geführt. Vor allem der Wirkungsgrad der Wassernutzung, welche durch die Photosynthese mit der Aufnahme von CO2 gekoppelt ist, hat sich messbar verändert. Die Effizienz der Wassernutzung europäischer Laub- und Nadelbäume hat nach Studien eines großen, interdisziplinären Forscherteams seit Beginn des 20. Jahrhunderts um 14 % bzw. 22 % zugenommen.

Pflanzen nehmen Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Luft auf und geben im Prozess der Photosynthese dafür Wasserdampf (H2O) ab. Verantwortlich für diesen Gasaustausch zwischen Atmosphäre und Pflanzen sind die Spaltöffnungen (Stomata) der Blätter und Nadeln. Die Öffnungsweite dieser Poren kann durch die Pflanze geregelt werden, um die Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre und gleichzeitige Abgabe von Wasser bzw. Wasserdampf in die Atmosphäre zu steuern. Über die Photosynthese sind deshalb Wasser- und Kohlenstoffkreislauf der Erde eng verknüpft. Weiter geöffnete Spaltöffnungen erlauben die Aufnahme einer größeren Menge von CO2 –Molekülen, zugleich aber auch eine stärkere Abgabe von Wasserdampf (Transpiration) in die Atmosphäre und umgekehrt. Mehr dazu (600 KB)

 

17.04.2015 - derstandard.at - "Physikalischer Teufelskreis" beschleunigt Grönlandgletscher-Schmelze

Dunkler werdende Oberfläche des Grönländischen Eisschildes und wachsende Seen werden zunehmend zum Problem, sagten Geologen in Wien

Wien - Der Klimawandel habe einen "physikalischen Teufelskreis" ausgelöst, durch den der Grönländische Eisschild immer schneller schmilzt, erklärten Wissenschafter am Donnerstag bei der Generalversammlung der "European Geosciences Union" (EGU) in Wien. Dessen Oberfläche werde durch das Schmelzen nämlich dunkler, zugleich würden Seen unter dem Eis wachsen, was den Eisschwund ebenfalls beschleunige. Mehr dazu (50 KB)

 

15.04.2015 - derstandard.at – Klimawandelfolgen: Dürren im Mittelmeerraum, Fluten weiter im Norden

Wissenschafter weisen bei EGU-Generalversammlung auf notwendige Anpassungen an künftige Verhältnisse hin

Wien - Die Folgen des Klimawandels werden in der nächsten Zeit deutlich zu spüren sein, erklärten Wissenschafter am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien. Bisherige "Jahrhundertfluten" würden in Europa künftig doppelt so häufig auftreten und der Mittelmeerraum muss bereits in zwölf Jahren mit noch nie dagewesenen Dürren rechnen. Mehr dazu (48 KB)

 

10.04.2015 – sueddeutsche.de – Artensterben: Im Säurebad der Ozeane

Womöglich lag es an der Versauerung der Ozeane, dass vor 250 Millionen Jahren mehr Arten ausstarben als jemals sonst in der Erdgeschichte. Die Ergebnisse lassen die aktuelle Veränderung der Meere umso bedrohlicher erscheinen.

Von Marlene Weiss - Versauerte Ozeane könnten der Grund gewesen sein, warum vor etwa 250 Millionen Jahren die meisten im Meer lebenden Arten ausstarben. Das schließen Forscher um Matthew Clarkson von der University of Edinburgh aus der chemischen Zusammensetzung von Gesteinsschichten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die damals unter dem Ozean lagen (Science). Die Ergebnisse machen deutlich, wie bedrohlich die aktuelle Versauerung der Ozeane sein könnte, die durch Treibhausgas-Emissionen hervorgerufen wird. Mehr dazu (100 KB)

 

01.04.2015 – jw - Probebohrung am Kanzleramt

Probebohrung am Kanzleramt-kBundeskabinett beschließt Fracking-Gesetz. Umweltschützer demonstrieren im Berliner Regierungsviertel

Die Bundesregierung will Gas-Fracking in Deutschland »zu Probezwecken« erlauben und auch eine spätere großflächige Förderung nicht ausschließen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf des Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministeriums. Demnach soll die besonders gefährliche Form der Gasförderung in sensiblen Regionen wie Wasserschutz- und Trinkwassergebieten verboten werden. Zudem ist ein Verbot für Fracking bis zu einer Tiefe von 3.000 Metern geplant, das aber bei grünem Licht für Erprobungsmaßnahmen aufgehoben werden kann.

Gegen das Vorhaben haben am heutigen Mittwoch Mitglieder von Umweltschutzorganisationen vor dem Bundeskanzleramt eine symbolische Fracking-Probebohrung vorgenommen. Die Organisationen fordern ein Verbot dieser Technologie. »Fracking bedroht die Grundwasservorräte, die Böden und schadet dem Klima. Es ist eine Fossiltechnologie von gestern und konterkariert die Energiewende«, erklärte Ann-Kathrin Schneider vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). »In ganz Deutschland haben sich inzwischen mehr als 2.000 Gemeinden gegen Fracking in ihren Regionen ausgesprochen. Mehr dazu (40 KB)

 

27.03.2015 - derstandard.at - Antarktis verliert in einem Jahrzehnt ein Fünftel des Packeises

Die natürliche Barriere gegen Gletscherverlust dünnt immer weiter aus

Washington - Das antarktische Packeis ist von 2003 bis 2012 fast um ein Fünftel dünner geworden, womit die wichtigste Bremse für die Gletscherschmelze am Südpol deutlich geschwächt wurde. Einen entsprechenden Befund veröffentlichten Forscher am Donnerstag in der Online-Ausgabe des Magazins "Science".

Das bis zu 500 Meter dicke Packeis verhindert, dass die Antarktis-Gletscher ins Meer rutschen und schmelzen - was wiederum den Meeresspiegel steigen ließe. Eine Studie vom Dezember zeigte bereits, dass sich das Tempo der Gletscherschmelze am Südpol verdreifacht hat. Mehr dazu (44 KB)

 

22.03.2015 - derstandard.at - Mehr Schneefall in der Antarktis durch steigende Temperaturen

Pro Grad Celsius Erwärmung könnte Schneefall um etwa fünf Prozent zunehmen - und paradoxerweise den Eisverlust beschleunigen

Potsdam - Auch wenn es verblüffen mag: Steigende Temperaturen werden der Antarktis mehr Schnee bringen. Jedes Grad Celsius Erwärmung könnte den Schneefall um etwa fünf Prozent zunehmen lassen, wie ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in "Nature Climate Change" berichtet.

Die Ergebnisse könnten ein wichtiges neues Puzzelstück bei der Abschätzung des Beitrags der Antarktis zum künftigen Meeresspiegelanstieg liefern. Mehr Schnee werde die Antarktis jedoch nicht vor dem Verlust von Masse bewahren, denn ein Großteil des zusätzlichen Eises wird durch sein eigenes Gewicht schneller in Richtung Küste transportiert. "Wärmere Luft enthält mehr Feuchtigkeit, und das kann zu mehr Niederschlag führen - in der kalten Antarktis geschieht das in Form von Schnee", erklärt die Leitautorin Katja Frieler. Mehr dazu (50 KB)

 

08.03.2015–sueddeutsche.de- Überdüngung "Stickstoff ist die zweitgrößte Umweltbelastung der Welt"

Stickstoff ist die zweitgroesste Umweltbelastung der Welt-kGedüngte Felder bringen reiche Ernten - und verheeren die Umwelt mit Stickstoff. Die Überdüngung ist zu einer der größten Umweltbedrohungen der Erde ausgeufert, warnt der Biologe Manfred Niekisch. Reaktiver Stickstoff kann auch der menschlichen Gesundheit schaden.

Von natur-Autor Jan Berndorff - Frankfurt an einem Samstag im Dezember. Ein frostiger Wind weht auf dem Lohrberg im Norden der Stadt. Wo sich sommers jeden Tag Hunderte Städter erholen, spazieren heute nur wenige. Der Hügel ist eine Oase in der Finanzmetropole am Main: Gut 200 Meter hoch erhebt er sich über die Umgebung, sein Plateau wird von der Grünanlage Lohrpark geschmückt, an seinen Hängen liegen Schrebergärten, ökologisch bewirtschaftete Streuobstwiesen und der einzige Weinberg der Stadt.

Herr Niekisch, das Stadtzentrum liegt nah. Ist da auf dem Lohrberg überhaupt ökologischer Landbau möglich?

Manfred Niekisch: Natürlich besteht für Biobauern hier das gleiche Ärgernis wie sonst auch: Auf die diffusen Einträge von Schadstoffen durch die Luft haben sie keinen Einfluss. Immerhin gibt es hier in unmittelbarer Nähe keine intensive Landwirtschaft, von wo Pestizide herüber wehen könnten. Und auf dem Lohrberg sind viele Naturschützer aktiv. Insofern sind die Bedingungen relativ gut. Mehr dazu (325 KB)

 

06.03.2015 – IDW - Höhere Tumorraten durch elektromagnetische Felder

Hoehere Tumorraten durch elektromagnetische Felder-kKristina Logemann Brand Management, Marketing & Communications Jacobs University Bremen gGmbH

Elektromagnetische Strahlung fördert das Wachstum von Tumoren in Mäusen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der Jacobs University im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz, die heute veröffentlicht wurde. Die Daten der Wissenschaftler aus Bremen bestätigen nicht nur eine Pilot-Studie des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) aus dem Jahr 2010, sondern erweitern die bisherigen Erkenntnisse um zwei wichtige Ergebnisse.

In einer Studie an Mäusen konnten der Biologe Prof. Dr. Alexander Lerchl und sein Team nachweisen, dass durch krebserregende Substanzen verursachte Tumorraten deutlich erhöht sind, wenn die Tiere lebenslang elektromagnetischen Feldern ausgesetzt wurden, wie sie etwa Mobiltelefone erzeugen. „Die vom Fraunhofer-Institut 2010 entdeckten Effekte auf Tumore der Leber und der Lunge wurden vollauf bestätigt“, sagt Lerchl, der die Untersuchung gemeinsam mit Kollegen der Jacobs University und der Universität Wuppertal durchgeführt hat. „Außerdem haben wir eine signifikant höhere Rate von Lymphomen festgestellt“, erläutert der Wissenschaftler die neuen Ergebnisse. Zudem seien einige der Effekte auch bei Feldstärken unterhalb der bestehenden Grenzwerte gefunden worden. Mehr dazu (594 KB)

 

16.02.2015 - fr-online.de - Expedition ins Müll-Meer

Expedition ins Muell-Meer-kVon Joachim Wille - Eine neue Studie zeigt, welch gigantische Mengen Plastikabfall in den Ozeanen landen. Nun wollen Forscher zu den Strudeln reisen.

Der Start erfolgt im März. Ausgangspunkt ist Bordeaux in Frankreich. Die Schweizer Umweltstiftung „Race for Water“ schickt von dort eine Schiffsexpedition los, um die fünf riesigen Plastikmüll-Strudel genauer zu untersuchen, die sich auf den Weltmeeren gebildet haben. Nach Schätzungen befinden sich in diesen Strudeln rund 270 000 Tonnen Kunststoff. Bislang wurde nur der größte dieser schwimmenden Mülldeponien, derjenige im pazifischen Ozean zwischen den Küsten Chinas und der USA, genauer erforscht – genannt: Great Pacific Garbage Patch. Die Crew der Schweizer Stiftung will mit ihrem 21 Meter langen Forschungsschiff, der „Race For Water Odyssey“ (R4WO), nun alle fünf Strudel untersuchen.  Mehr dazu (1,6 MB)

 

30.01.2015 - derstandard.at - Hitzewellen in Großstädten sind häufiger geworden

Hitzewellen in Grossstaedten sind haeufiger geworden-kStudie nahm 217 Metropolen unter die Lupe - Trend zur Hitze macht sich vor allem nachts bemerkbar

Paris - Großstädte waren in den vergangenen vier Jahrzehnten zunehmend von Hitzewellen betroffen. Zwischen 1973 und 2012 gab es in rund der Hälfte von 217 weltweit untersuchten Städten mit über 250.000 Einwohnern eine Zunahme sehr heißer Tage, wie es in einer im britischen Fachmagazin "Environmental Research Letters" veröffentlichten Studie heißt.

Noch stärker macht sich aber die mangelnde Abkühlung nach Sonnenuntergang bemerkbar: Eine Zunahme von Nächten mit sehr hoher Temperatur verzeichneten gar zwei Drittel der untersuchten Städte. Unter den fünf Jahren in diesem Zeitraum, in denen es die meisten Hitzewellen gab, waren die Jahre 2009, 2010, 2011 und 2012. Mehr dazu (216 KB)

 

22.01.2015 – FR-online.de – "Enkel werden eine andere Welt erleben"

Erde-1-kVon Susanne Götze - Klimaexperte Will Steffen hat eine Studie zu den ökologischen Grenzen der Erde veröffentlicht. Im Interview erklärt er, warum er davon ausgeht, dass unsere Enkel bereits eine ganz andere Umwelt erleben werden, als wir sie heute kennen.

Der Klimaexperte Will Steffen, Direktor des Australian National University Climate Chance Institutes, geht davon aus, dass schon unsere Enkel eine ganz andere Umwelt erleben werden. Zusammen mit 18 Wissenschaftlern unter Beteiligung des Potsdams Instituts für Klimafolgenforschung hat er eine Studie zu den ökologischen Grenzen der Erde veröffentlicht.

Die Erde kommt durch das menschliche Handeln langsam aber sicher an ihre ökologischen Grenzen: Ist das nicht schon seit dem ersten Umweltforum der 1970er Jahre, dem Club of Rome, bekannt? Sicher ist schon lange bekannt, dass der Mensch die Natur stark beeinflusst. Wir haben uns in der Studie aber das Erdsystem insgesamt angeschaut und wollten wissen, wo die Grenzen der Belastbarkeit liegen: Wie weit können wir noch gehen, bevor es zu ökologischen Folgen kommt, die für den Menschen wirklich gefährlich werden? Die Studie entwirft eine Art Leitfaden, wie wir weiter auf unserem Planeten leben können, ohne ihn ganz zu zerstören. Mehr dazu (160 KB)

 

22.01.2015 – idw - Können Borneos Säugetiere trotz Abholzung und Klimawandel überleben?

Koennen Borneos Saeugetiere trotz Abholzung und Klimawandel ueberleben-kKarl-Heinz Karisch: Pressestelle des Forschungsverbundes Berlin e.V. Forschungsverbund Berlin e.V.

Borneo ist nicht nur die drittgrößte Insel der Welt und die größte Insel Asiens, sondern zugleich ein Hotspot der biologischen Vielfalt (Biodiversität). Die zahlreichen einzigartigen Wildtiere Borneos sind vom Aussterben bedroht. Dennoch besteht – bei Einsatz von gezielten Erhaltungsmaßnahmen – nach Angaben von Wissenschaftlern Hoffnung. Diese haben Veränderungen in der Landschaft Borneos mit Hilfe von Modellen für die nächsten 65 Jahre vorhergesagt. Die aktuellen Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht.

„Zusätzlich zu bereits bestehenden geschützten Arealen und Reservaten wäre lediglich eine kleine Fläche auf Borneo – ungefähr 28.000 km² oder vier Prozent der Insel – notwendig, um viele Säugetiere vor den Gefahren der Abholzung und des Klimawandels zu schützen“, sagt Matthew Struebig von der Universität Kent in England.

„Da geeignete Habitate sich in Zukunft ins Hochland verlagern, gewinnen Waldgebiete in höher gelegenen Regionen an Bedeutung“, fügt Andreas Wilting vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) hinzu. Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil des besagten Landes kommerziell für die Holzwirtschaft genutzt wird, ist die Holzwirtschaft auch in der Lage, eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt zu spielen. Mehr dazu (64 KB)

 

21.01.2015 – FR-online.de – GRÖNLAND: Schmelzwasserseen gefährden Gletscher

Schmelzwasserseen gefaehrden Gletscher-kUnter dem Grönländischen Eispanzer liegen riesige Seen mit Schmelzwasser. Hinweise darauf haben Forscher in verschiedenen Teilen der Insel entdeckt. Die Funde deuten darauf hin, dass der Klimawandel die Eismassen stärker aufweicht als bisher gedacht.

Forscher haben unter dem Grönländischen Eisschild Hinweise auf große Schmelzwasser-Seen gefunden, die sich binnen kurzer Zeit entleeren und wieder auffüllen können. Das berichten zwei Teams von US-Wissenschaftlern in den Fachzeitschriften «Nature» und «The Cryosphere». Die in den Schmelzwasser-Massen gespeicherte Wärme drohe Teile des Eisschilds innen auszuhöhlen, mahnen die Forscher. Zudem könne das Wasser auf dem Felsbett unter den Gletschern den Eisfluss beschleunigen. Sie werten die Beobachtung als weiteren Hinweis auf die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels. Mehr dazu (120 KB)

 

15.01.2015 – idw - ACHTUNG SPERRFRIST bis Do.15.1./20.00h:

Vier von neun „planetaren Grenzen” bereits überschritten

Jonas Viering Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Vier von neun planetaren Grenzen sind durch den Einfluss des Menschen bereits überschritten: Klimawandel, Biodiversität, Landnutzung und biogeochemische Kreisläufe. Das zeigt jetzt ein internationales Team von 18 Wissenschaftlern im Fachjournal Science. Ihrer Einschätzung nach sind zwei dieser Grenzen, nämlich Klimawandel und Artensterben, von entscheidender Bedeutung – werden sie deutlich überschritten, könnte dies das Erdsystem in einen neuen Zustand versetzen. Das Team wird seine Ergebnisse in sieben Seminaren beim World Economic Forum in Davos vorstellen (21.-25. Januar).

Das Konzept der planetaren Grenzen wurde von Wissenschaftlern weltweit entwickelt, unter Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), und 2009 erstmals veröffentlicht. Es identifiziert neun globale Prioritäten im Hinblick auf menschgemachte Umweltänderungen. Die Forschung zeigt, dass diese neun Prozesse und Systeme die Stabilität und Widerstandskraft des Erdsystems bestimmen – also die Wechselwirkungen zwischen Land, Ozeanen, Atmosphäre und Lebewesen, die zusammen die Umweltbedingungen ausmachen, auf denen unsere Gesellschaften fußen. Die neue Forschung bestätigt das ursprüngliche Konzept der planetaren Grenzen und bietet eine bessere Abschätzung der Grenzwerte. Für einige Neuberechnungen war ein Computermodell des PIK (LPJmL) entscheidend, das den menschlichen Einfluss auf die Wasserressourcen und Ökosysteme der Erde simuliert. Mehr dazu (84 KB)

 

10.01.2015 –idw - Klimawandel verändert Zeitfenster für Getreideernte und erhöht den Bedarf an Mähdruschkapazität

Maehdruschkapazitaet-kDipl.-Ing. agr. Helene Foltan Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.

Wie beeinflusst der Klimawandel in unseren Breiten den Beginn der Getreideernte und die Zahl der witterungsbedingt verfügbaren Erntestunden und damit den Einsatz von Erntemaschinen? WissenschaftlerInnen des Potsdamer Leibniz-Instituts für Agrartechnik und der Humboldt-Universität zu Berlin haben dazu erstmals Ernte- und Wetterdaten aus Brandenburg der letzten 50 Jahre analysiert. Die Ergebnisse wurden heute in der renommierten Fachzeitschrift „Agricultural and Forest Meteorology“ veröffentlicht.

Die Getreideernte zählt zu den am stärksten wetterabhängigen Prozessen in der Landwirtschaft. Der Feuchtegehalt des Korns entscheidet über Einsatzzeitpunkt und -dauer von teuren Erntemaschinen und damit letztlich auch über die Kosten der Produktion.

Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf den Beginn der Ernteperiode und die witterungsbedingt verfügbaren Mähdruschstunden in Brandenburg? Dieser Frage gingen WissenschaftlerInnen des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und der Humboldt-Universität zu Berlin nach. Sie analysierten Erntezeiten für die vier Getreidearten Winterweizen, Winterroggen, Winter- und Sommergerste über den Zeitraum 1961-2013 anhand von Wetterdaten, Aufzeichnungen zum Erntebeginn, den auf Kornfeuchte beruhenden möglichen Erntestunden sowie der benötigten Maschinenkapazität für den Mähdrusch. Mehr dazu (64 KB)

 

09.01.2015 – idw - Steigende Temperaturen reduzieren die weltweite Weizenproduktion

Monique Luckas Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Neue Veröffentlichung in: Nature Climate Change

Vor dem Hintergrund des gerade mühsam erzielten Kompromisses bei der Weltklimakonferenz in Lima, der versucht die Regierungen auf Maßnahmen zur Begrenzung der weltweiten Klimaerwärmung um maximal 2°C einzuschwören, erscheint beim renommierten Wissenschaftsjournal Nature Climate Change eine alarmierende Studie zu den Auswirkungen der steigenden Temperatur auf die weltweite Weizenproduktion. Die Studie, an der 53 Wissenschaftler aus 15 Ländern mitgewirkt haben, zeigt einen deutlich negativen Effekt allein durch die steigenden Temperaturen auf die globalen Erträge von Weizen, die erhebliche Bedeutung für die Welternährung haben können. Mehr dazu (56 KB)

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Der Artikel "Rising temperatures reduce global wheat production" ist am 22. Dezember 2014 in Nature Climate Change, der renommierten Fachzeitschrift zu Klimaveränderung und globaler Erwärmung, online erschienen. Link zum Artikel (englisch): http://www.nature.com/nclimate/journal/vaop/ncurrent/full/nclimate2470.html

 

07.01.2015 – derStandard.at - Wo Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben müssen

Wo Kohle - OEl und Gas im Boden bleiben muessen-kVon Thomas Bedrgmayr - Im Kampf gegen die Erderwärmung müsste bis 2050 auf den Abbau des Großteils der fossilen Brennstoffe verzichtet werden, meinen britische Forscher

London/Wien - Um die Folgen des Klimawandels noch einigermaßen im Zaum zu halten, hat sich die internationale Gemeinschaft darauf geeinigt, die globale durchschnittliche Erwärmung nicht über zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Wert steigen zu lassen. Damit auch nur eine 50-prozentige Chance besteht, dass dies gelingt, dürfte ein Großteil der fossilen Brennstoffe erst gar nicht gefördert werden: Wie britische Wissenschafter nun vorrechnen, müssten in den kommenden 40 Jahren ein Drittel aller bekannten Öllagerstätten, die Hälfte aller Erdgasreserven und 80 Prozent der Kohlevorräte für die nächsten Jahrzehnte im Boden bleiben.

Vergleichbare Studien kamen in der Vergangenheit zu ähnlichen Schlüssen, doch die nun im Fachjournal "Nature" veröffentlichte Untersuchung beschreibt erstmals, welche Lagerstätten bis 2050 konkret unangetastet bleiben sollten: So dürfte etwa der überwiegende Großteil der Kohlereserven in China, Russland, Australien und den USA nicht gefördert werden. Im Nahen Osten müssten rund die Hälfte der wirtschaftlich förderbaren Öllager und 60 Prozent der Erdgasvorräte unangezapft bleiben. Lagerstätten in der Arktis sollten demnach generell unberührt bleiben, unkonventionelle Gasfördermethoden wie etwa die Ausbeutung von Schiefergas müssten erheblich eingeschränkt werden. Mehr dazu (40 KB)

 

14.12.2014 - derstandard.at - Uno zweifelt nach Gipfel am Erreichen der Klimaziele

Uno zweifelt nach Gipfel am Erreichen der Klimaziele-kBericht David-Freihsl - Nach einem Tag Verlängerung konnte beim Klimagipfel in Lima doch noch ein Schlussdokument beschlossen werden. Der Kompromiss wurde umgehend als "besorgniserregend schwach" kritisiert

Lima - "Das Dokument ist verabschiedet", verkündete Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal in seiner Funktion als Verhandlungsleiter des UN-Klimagipfels in Lima. Die vom Verhandlungsmarathon gezeichneten Delegierten jubelten über den erfolgreichen Abschluss: Das Ziel dieser Konferenz war erreicht - es liegt ein erster Entwurf für einen neuen Klimavertrag vor, der im kommenden Jahr beim nächsten Klimagipfel in Paris endgültig fixiert werden soll.

Doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten - in Form von scharfer Kritik am Schlussdokument. Eine "herbe Enttäuschung" sei das Verhandlungsergebnis, urteilte etwa WWF-Klimareferent Karl Schellmann. Denn nahezu alle wichtigen Entscheidungen seien auf 2015 vertagt - und es sei kein wirksamer Prozess für einen besseren Klimaschutz in den kommenden Jahren vereinbart worden.

Minimalkonsens - Das Abschlussdokument von Lima wurde allgemein als Minimalkonsens beurteilt. Demnach sollen die Regierungen bis zum 31. März ihre Klimaprogramme überarbeiten und ihre Vorhaben zur Reduzierung der Treibhausgase vorlegen - aus denen soll dann bis zum nächsten Klimagipfel im November 2015 ein Paket für einen neuen Klimavertrag geschnürt werden. Dass aber mit diesen Reduktionszusagen der Teilnehmerstaaten tatsächlich die Erderwärmung auf maximal plus zwei Grad erreicht werden kann, wird bereits jetzt vom UN-Klimasekretariat bezweifelt. Mehr dazu (76 KB)

 

 

 

 

 

 

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