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VW-Connection

Die Wurzeln dieses Konzerns sind tief braun, ohne den Nationalsozialismus, würde es diesen Konzern so nicht geben.

Mehr dazu unter: de.wikipedia.org/wiki/Volkswagen_AG

24.08.2018 – UZ - ÖPNV – nix mit Nulltarif

OEPNV nix mit Nulltarif-kNur keine Fahrverbote – lieber Placebo-Aktivität

Von Winfried Wolf - Was war das für ein Erstaunen, als Ende 2017 die Bundesregierung eine ÖPNV-Offensive für die fünf „Modellstädte“ Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen verkündete und in der Erklärung doch tatsächlich das Wort „Nulltarif“ auftauchte. Relativ schnell war klar, dass es dabei vor allem darum ging, Brüssel wegen der systematischen Missachtung der EU-Grenzwerte bei der Stickstoffdioxid-Belastung zu beruhigen. Am 14. August hielten nun der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die Bundesumweltministerin Svenja Schulze eine gemeinsame Presseerklärung ab, bei der sie das „Sofortprogramm Saubere Luft 2017 – 2020“ konkretisierten. Und siehe da: Der Große Koalitionsberg kreißte und gebar ein Mäuslein. Es werden bescheidene 130 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre, für – mit einer Ausnahme – ebenfalls bescheidene Projekte eingesetzt: in Essen und Reutlingen eine „höhere Vertaktung von Bussen und Bahnen“ bzw. „zehn neue Buslinien“, in Mannheim ein „Micro-Hub“, mit dem die Paketzustellung durch E-Fahrzeuge in der Innenstadt ermöglicht werden soll, und in Herrenberg eine Optimierung des Verkehrsflusses“ durch Digitalisierung. Um allein diese bescheidenen Projekte umzusetzen, müssen die Kommunen die gleiche Summe einbringen, und das bei ihren klammen Kassen. Wenn in diesem Zusammenhang der Verkehrsminister formuliert, damit würde der „ÖPNV noch attraktiver“, dann dokumentiert er, dass er den ÖPNV als Nutzer nicht kennt und damit nicht wissen kann, wie unattraktiv dieser oft ist. Mehr dazu (170 KB)

 

21.08.2018 – jw - Sag kein Wort!

Sag kein Wort-kVolkswagen kündigt Ingenieur, der als Kronzeuge im Dieselskandal ausgesagt hat

Von Stephan Krull - Der Vorgang hat längst die Konzernspitze erreicht. Am 19. Juli erhielten die Juristen von VW Einsicht in die Ermittlungsakten der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, die gegen 49 Personen ermittelt. Dazu gehört der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch, der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess und seine Vor- und Vorvorgänger Matthias Müller und Martin Winterkorn. Aber es sind nicht nur diese Ermittlungsakten, die das Unternehmen unter Druck setzen. Vor allem Aufseher Larry Thompson, den die US-Justiz, um die Einhaltung der Vereinbarungen mit VW zu kontrollieren, nach Wolfsburg gesendet hat, stört die Chefs. Thompson hat in seinem jüngsten Bericht darüber geklagt, dass das Unternehmen keinerlei personelle Konsequenzen gezogen habe – sicher mit Blick auf das oberste Management. Es sind die alten und neuen Chefs, die im Zentrum der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen. Wenn man von Müller absieht, der nach zwei Jahren glückloser »Krisenbewältigung« abgelöst wurde und von Rupert Stadler, der immer noch wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft sitzt, so sind es untergeordnete Manager und Ingenieure, die auf der Abschussliste stehen. Mehr dazu (44 KB)

 

14.08.2018 – jw - Manager bleibt im Knast

Manager bleibt im Knast-kLangjähriger Audi-Chef Rupert Stadler scheitert mit Haftbeschwerde vor dem Münchner Landgericht

Seit acht Wochen sitzt der langjährige Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler in Untersuchungshaft – und dort muss er auch bleiben. Das Landgericht München wies seine Haftbeschwerde ab, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte. Stadler sei dringend verdächtig, den Verkauf von Dieselautos mit falschen Abgaswerten zugelassen zu haben. Dabei habe er von den Manipulationen gewusst oder sie zumindest bewusst ignoriert. Außerdem bestehe immer noch Verdunkelungsgefahr.

Stadler war am 18. Juni in Ingolstadt festgenommen worden. Er sitzt seither im Gefängnis Augsburg-Gablingen. Die Aufsichtsräte von VW und Audi entbanden ihn damals von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef, »bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat«. Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandsvorsitzender. Mehr dazu (35 KB)

 

05.08.2018 - derstandard.at - VW-Elektro- und Hybridautos bis Jahresende nicht lieferbar

Prüfstände überlastet

Wolfsburg – Wegen Problemen mit der Zertifizierung liefert Volkswagen bis Ende dieses Jahres keine Hybrid-, Erdgas- und Elektrofahrzeuge aus. Für Fahrzeuge mit Hybrid- oder Erdgasantrieb nehme der Autobauer derzeit keine Bestellungen mehr an, sagte ein VW-Sprecher der "Welt am Sonntag". Auch Elektroautos seien erst ab kommendem Jahr wieder lieferbar.

Dem Bericht zufolge konnte Volkswagen nicht alle Modelle umweltfreundlicher Autos rechtzeitig nach den neuen Vorschriften zertifizieren, da die Prüfstände als Spätfolge des Abgasskandals ausgelastet seien. Das ausgerechnet die als umweltfreundlicher geltenden Hybrid-, Erdgas- und Elektroautos nicht mehr lieferbar sind, liegt dem Sprecher zufolge daran, dass sie vergleichsweise selten verkauft werden und daher nicht mit Priorität behandelt wurden. (APA, 5.8.2018)  Der Artikel in PDF (99 KB)

 

26.07.2018 - jw – Personalrochade im Autokartell

Personalrochade im Autokartell-kKein Neustart im Dieselskandal: Ebenfalls belasteter BMW-Einkaufsvorstand soll in U-Haft sitzenden Audi-Chef ersetzen

Von Stephan Krull - Bereits seit dem 18. Juni, seit mehr als vier Wochen also, sitzt der Audi-Boss Rupert Stadler in Untersuchungshaft – höchste Zeit, für den Posten des Vorstandsvorsitzenden die Nachfolge zu regeln, um den Betrieb so gut als möglich am Laufen zu halten. Vorgeworfen werden Stadler Betrug und Falschbeurkundung. Vor allem besteht aber aus Sicht der Justiz Verdunklungsgefahr, weil er einen Informanten der Staatsanwaltschaft identifizieren und dann »beurlauben« wollte. Die Jagd nach Maximalprofiten und der Knast können eben dicht beieinanderliegen, wenn man erst mal in die Mühlen der Justiz geraten ist.

So geht es auch dem gegenwärtigen VW-Konzernchef Herbert Diess, der nach Martin Winterkorn und Matthias Müller bereits der Dritte innerhalb weniger Jahre ist. Beim Tochterunternehmen Audi bahnt sich das nächste Desaster an: Für Stadler wurde als Interimslösung der Vertriebsvorstand Abraham Schot eingesetzt. Nun soll es nach dem Willen von Diess der Einkaufsvorstand von BMW, Markus Duesmann, dauerhaft richten. Das Handelsblatt kommentierte den Vorgang am Dienstag so: »Die persönlichen Gründe, aus denen er seinen dort (bei BMW) noch gut ein Jahr laufenden Vertrag aufgibt, sind das persönlich gute Verhältnis zu Herbert Diess, dem Chef der Audi-Mutter Volkswagen. Die schätzen sich aus der Zeit, als Diess noch im BMW-Vorstand (2007 bis 2014) weilte.« Der VW-Konzernchef baut nun mit Duesmann seine Hausmacht in Wolfsburg aus, und Stadler wird vom Konzernvorstand wie vom Porsche-Piëch-Clan fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Mehr dazu (884 KB)

 

07.07.2018 – jw - Klatsche für Konzern in Karlsruhe

Klatsche fuer Konzern in Karlsruhe-kVerfassungsgericht: Ermittler dürfen VW-Akten auswerten. Kundenklage beim BGH

Die Klagewelle im Zuge des Skandals um manipulierte Abgaswerte von Dieselfahrzeugen hat die höchsten deutschen Gerichte in Karlsruhe erreicht. Am Freitag erlitt VW dabei eine herbe Klatsche vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses wies mehrere Beschwerden ab, mit denen der Autobauer verhindern wollte, dass Ermittler umfangreiche interne Unterlagen einer für den Konzern arbeitenden Anwaltskanzlei auswerten dürfen. Ende Juli 2017 hatten die Richter die Auswertung des Materials bis zu einer Entscheidung über die Verfassungsklagen von VW noch vorübergehend gestoppt.

Damit sind jetzt auf der strafrechtlichen Ebene Daten und Akten zur Sichtung frei, die im März 2017 bei einer Durchsuchung der Münchner Geschäftsräume der Anwaltskanzlei Jones Day sichergestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen das VW-Tochterunternehmen Audi. Es geht um Betrugsverdacht und strafbare Werbung. VW hatte Jones Day im September 2015 mit der Vertretung gegenüber den US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden beauftragt. Für interne Ermittlungen sichteten die Anwälte der Kanzlei zahlreiche Dokumente und befragten konzernweit Mitarbeiter. Mehr dazu (609 KB)

 

19.06.2018 – jw - Stadler in Haft

Stadler in Haft-kStaatsanwaltschaft München sieht beim Audi-Chef Verdunkelungsgefahr

Zum ersten Mal ist ein amtierender Konzernlenker der Autobranche wegen des Dieselskandals festgenommen worden: Rupert Stadler, Vorstandschef der VW-Tochter Audi, sitzt seit Montag in U-Haft, wie die Staatsanwaltschaft München II mitteilte. Es bestehe »Verdunkelungsgefahr«. Stadler wird unter anderem Betrug im Zusammenhang mit dem Verkauf von Dieselfahrzeugen mit Software zur Manipulierung der Abgasreinigung vorgeworfen.

Unter Verdunkelung verstehen Juristen das Vernichten von Beweisen sowie die Beeinflussung von Zeugen. Erst vor einer Woche hatten Staatsanwälte Stadlers Wohnung durchsucht. Ein Audi-Sprecher bestätigte die Festnahme, betonte aber, dass weiterhin die Unschuldsvermutung gelte. Stadler wird seit Ende Mai als Beschuldigter in den Ermittlungen gegen Audi geführt. Insgesamt richten sich die Ermittlungen der Münchner Staatsanwälte derzeit gegen 20 Beschuldigte – darunter ist auch ein weiteres aktives Vorstandsmitglied von Audi. Sie sollen bewusst Hunderttausende Dieselfahrzeuge mit manipulierter Abgasreinigung auf dem europäischen Markt verkauft haben. Die Ermittler werfen den Verantwortlichen neben Betrug auch »mittelbare Falschbeurkundung« von Dieselautos vor. Mehr dazu (407 KB)

 

15.06.2018 – UZ - Zetsche vorgeführt

Lucas Zeise zur Hetzjagd auf die Dieselproduzenten

Mit immer brutaleren Methoden geht die politisch herrschende Kaste gegen die deutsche Hochtechnologie im Fahrzeugbau vor. Jüngstes Opfer war am Montag der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG. Jürgen Zetsche, ein Mann, der vor Jahren schon mit der Vermarktung seines Schnurrbarts den hart umkämpften US-amerikanischen Markt für Diesel- (und Benzinprodukte) mit dem Stern erschlossen hatte, wurde ins Verkehrsministerium einbestellt. Die autokritischen Fernsehanstalten hatten Wind bekommen. Die Tagesschau machte zur besten Sendezeit mit der Story auf, wie Zetsche um 16.15 Uhr gebeugt ins Verkehrsministerium tritt und wenig später noch gebeugter aus dem Ministerium entlassen wird. Dazwischen sieht man den jugendlichen und energischen Verkehrsminister, Andreas Scheuer (CSU), wie er den noblen Autokonzern anweist, mehr als 200000 Fahrzeuge zurückzurufen, um angeblich fehlerhafte Software – auf Kosten Daimlers! – zu korrigieren.

Dass hier eine koordinierte Treibjagd gegen die erfolgreiche Autoindustrie Deutschlands veranstaltet und öffentlich inszeniert wird, daran kann kein Zweifel bestehen. Mehr dazu (459 KB)

 

12.06.2018 – jw - Razzia beim Vorstand

Razzia beim Vorstand-kNach Manipulationsverdacht: Ermittlungen gegen amtierenden Audi-Chef

Razzia in der Privatwohnung und Ermittlungen wegen Betrugsverdacht: Audi-Chef Rupert Stadler rückt in der Dieselaffäre erstmals ins Visier der Fahnder. Die Staatsanwaltschaft München II teilte am Montag mit, sie führe jetzt auch Stadler sowie ein weiteres, namentlich nicht genanntes Vorstandsmitglied der Ingolstädter VW-Tochter als Beschuldigte. Ihnen werde jeweils Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last gelegt. Dabei geht es um den Vorwurf, dass Diesel-Fahrzeuge mit manipulierter Software auf den europäischen Markt gebracht wurden.

Im März 2017 waren die Ermittler bei Audi erstmals zur Razzia angerückt, die Durchsuchung am Montag ist seither die fünfte. Bislang waren keine amtierenden Vorstände unter den Beschuldigten. Ein Audi-Sprecher sagte, das Unternehmen kooperiere mit den Ermittlern. Volkswagen lehnte wegen der laufenden Ermittlungen eine ausführliche Stellungnahme ab. Mehr dazu (471 KB)

 

01.06.2018 – WAZ - Porsche schränkt den Verkauf seiner Modelle stark ein

Porsche schraenkt den Verkauf-kAlexander Klay - BERLIN  Der Autobauer Porsche kann seine Fahrzeuge nicht rechtzeitig für den neuen Abgastest WLTP umrüsten. Auch Daimler drohen Probleme.

Der Abgasskandal im VW-Konzern holt die Luxustochter Porsche erneut ein. Nachdem der Sportwagenbauer bereits seine Diesel-Modelle aus dem Programm nehmen musste, trifft es nun den Verkauf der verbliebenen Modelle mit Benzinmotor. Um das ab 1. September vorgeschriebene strengere Abgas-Testverfahren WLTP zu bestehen, brauchen die Fahrzeuge einen Partikelfilter. Entsprechende Modelle sind offenbar nicht lieferfähig. Porsche spricht von einem vorübergehend eingeschränkten Modellangebot. Der WLTP-Test war nach dem Abgasskandal eingeführt worden.

Wie groß die Lieferprobleme sind, dazu schweigt der Hersteller. Die Umstellung der Modellpalette mache neue Zulassungen erforderlich, heißt es. Zunächst solle unter anderem die Sportwagen-Ikone 911 die neue Technologie erhalten – als Termin nennt die VW-Tochter nur ihr Jubiläumsjahr, 2018 feiert sie ihr 70-jähriges Bestehen. Mehr dazu (1,15 MB)

 

26.05.2018 – jw - Drei Mann, ein MG

Drei Mann ein MG-kVor 80 Jahren legte Hitler den Grundstein für das »Volkswagen«-Werk im heutigen Wolfsburg. Es ging von Anfang an um Kriegsproduktion

Von Stephan Krull - Im Mai 1938 hieß es in der »Wochenschau«: »Heute, am 26. Mai 1938, steht ein kleiner Ort im Süden des Gaues Ost-Hannover im Blickpunkt ganz Deutschlands. Hier soll nach dem Willen des Führers ein gigantisches Werk entstehen, von dem man noch einmal in der Welt reden wird. (…) Den Arbeitern des Volkswagenwerkes werden die schönsten Pausenräume, Duschanlagen und Sportplätze zur Verfügung stehen, so dass hier nicht nur die technischen Anlagen, sondern auch die soziale Betreuung der Belegschaft einzigartig in der Welt sein werden.«

Die Grundsteinlegung für das nach der gleichnamigen Naziorganisation benannte Kraft-durch-Freude-Werk, vorgenommen durch Adolf Hitler persönlich, entsprach vielen Anforderungen der faschistischen Führung. Ideologisch ging es um die Verankerung der Volksgemeinschaftsideologie, um Propaganda für das Wohlstandsversprechen der Nazis – deshalb wurden 70.000 »Volksgenossen« nach Fallersleben gekarrt, deshalb war die Veranstaltung an jedem »Volksempfänger« zu hören, deshalb wurde der christliche »Himmelfahrtstag« für diese monströse Veranstaltung benutzt. Es sollte die Größe und die Modernität des Naziregimes demonstriert werden. Die Fabrik sollte die größte und produktivste Autofabrik der Welt werden. In dem in seiner Architektur und Technologie den amerikanischen Ford-Fabriken nachgebauten Werk sollten zwecks Volksmotorisierung und Autogesellschaft jährlich 900.000 Autos gebaut werden. Mehr dazu (1,52 MB)

 

19.05.2018 – jw - Klage bringt Bewegung

Klage bringt Bewegung-kKommunen fordern Geld für Verkehrswende. Illegale Manipulationen auch bei Porsche

Die BRD wird, wie am Donnerstag bekannt wurde, von der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt, weil die vereinbarten Stickoxid-Grenzwerte in vielen deutschen Städten überschritten werden. Nach der Ankündigung der Klage werden nun Rufe nach größeren Finanzhilfen für die Kommunen und nach verschärften Diesel-Nachrüstungen laut. »In den Gerichtssälen wird uns die Schadstoffreduzierung nicht gelingen«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Probleme müssten »konstruktiv« gelöst werden. So könne die Kommission etwa eine deutliche Ausweitung der EU-Förderprogramme auf den Weg bringen. »Was wir brauchen, ist die nachhaltige Verkehrswende«, sagte Landsberg. Es seien nicht die Kommunen, die die Luft belasteten, »sondern die Fahrzeuge und auch die Versäumnisse der Automobilindustrie«. Mehr dazu (460 KB)

 

10.03.2018 – jw - Katastrophenbeauftragte des Tages: Svenja Schulze

Katastrophenbeauftragte des Tages-kVon Wolfgang Pomrehn - Wenn das keine Duftmarke ist. Da hat der neue starke Mann der SPD, der Hamburger Bürgerkriegsexperte Olaf Scholz, wirklich eine Koryphäe für den Posten der Umweltministerin ausgewählt: Svenja Schulze ist langjähriges Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und ehemalige Mitarbeiterin bei Booz Allen Hamilton, einem Unternehmen mit kurzem Draht zu den US-Geheimdiensten. Edward Snowden war sozusagen ein Kollege der neuen Ministerin. Was er dort sah, veranlasste ihn, die Öffentlichkeit über die umfangreiche und weltumspannende Schnüffelei der NSA zu informieren, bei dem sein Brötchengeber zur Hand ging.

Anders als Snowden scheint Svenja Schulze keine Magenschmerzen von derartigen Verstrickungen bekommen zu haben. Dafür hat sie offenbar klare Botschaften an die verbliebenen SPD-Wähler: Vergesst den Klimaschutz und glaubt ja nicht, dass wir die Automobilkonzerne für ihren Dieselbetrug zur Verantwortung ziehen. Wir machen Industriepolitik nach hergebrachter Art, nach uns die Sintflut. Hamburger, baut schon mal die Deiche höher. Aber wenn in Wilhelmsburg wieder die Arbeiterfamilien absaufen, was soll's. Haben wir ja schon mal zu verantworten gehabt. Können wir uns dann eben mal wieder als Katastrophenmanager profilieren. So wie einst der Gerhard in seinen Gummistiefeln an der Elbe oder Deichgraf Platzeck an der Oder. Oder auch wie einst 1962 Helmut Schmidt in Hamburg-Wilhelmsburg auf den gebrochenen Deichen, die rechtzeitig zu verstärken er als Innensenator versäumt hatte. Hat ihm ja auch nicht geschadet. Da konnte er den starken Maxe markieren und später westdeutscher Nachrüstungskanzler werden. Von der neuen Umweltministerin ist sicherlich manches zu erwarten aber eines mit Sicherheit nicht: Der nötige rasche Ausstieg aus dem Braunkohlebergbau und der Kohlenutzung. Der Artikel in PDF (400 KB)

 

02.03.2018 – UZ - Fahrverbote!

Bundesregierung hat sich bei der Förderung der heimischen Autoindustrie verzockt

Von Lucas Zeise - Selbst das Bundesverwaltungsgericht hat die Fahrverbote nicht abwehren können. Am vergangenen Dienstag urteilte es: Deutsche Städte dürfen Fahrverbote für Autos mit Dieselmotoren verhängen. Nur wenige Verzögerungen und Ausnahmeregeln gab das Gericht den Städten vor. Die Bundesregierung und das sie tragende Kartell politischer, im Sinne der deutschen Autoindustrie tätiger Parteien haben sich damit im Regulierungsnetz verfangen, das sie selber mitgestrickt haben. In der EU hat Deutschland immer und mit Erfolg darauf gedrängt, dass die Zulassung von Fahrzeugen nicht von zu strengen Abgashöchstwerten begrenzt werde. Noch im Februar 2016 wurde in der EU vor allem auf Betreiben deutscher Lobby- und Regierungsargumente die Abgasnorm „Euro 6“ von 80 auf 168 Milligramm/km heraufgesetzt. Denn die vorher strengere Zulassungsnorm konnte ja im Labor erreicht werden. Im Realbetrieb auf der Straße, der nun auf Druck USA gemessen werden müsse, sei das nicht möglich.

Im Realbetrieb in vielen Städten, allen voran München und Stuttgart, liegt die gemessene Belastung mit dem gesundheitsschädlichen Stickoxid seit vielen Jahren über dem erlaubten Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die Grenzwerte gelten EU-weit und sind von der Bundesregierung gebilligt worden. Weder Regierung noch die betroffenen Städte haben sich veranlasst gesehen, gegen die akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung etwas zu unternehmen. Erst als die „Deutsche Umwelthilfe“ im vergangenen Jahr Fahrverbote einklagte und vor Gerichten Recht bekam, kam etwas Schwung in die Sache. Sogar die mit Deutschland immer sehr nachsichtige EU-Kommission drohte an, den mächtigsten EU-Staat wegen des jahrelangen Nichtstuns in Sachen Stickoxidbelastung zu verklagen. Mehr dazu (721 KB)

 

24.02.2018 – jw - Ende des Schmusekurses

Ende des Schmusekurses-kRazzien bei VW-Tochter Audi: Ehemalige Vorstände im Visier der Fahnder. Regierung bleibt wegen Luftverschmutzung in Städten untätig

Von Bernd Müller - Dieselskandal, geplante Fahrverbote und fragwürdige Affentests lassen den Volkswagen-Konzern kalt. Am Freitag nachmittag trat der Aufsichtsrat des Wolfsburger Unternehmens zusammen, um über die Bilanz des letzten Geschäftsjahres zu beraten. Von Reuters befragte Analysten schätzten, dass sich der Betriebsgewinn auf 14,7 Milliarden Euro mehr als verdoppelt hat. Damit hat der Konzern offenbar das beste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren – und das trotz hoher Aufwendungen für Elektromobilität und immer weiter sinkender Verkäufe von Dieselfahrzeugen. Mit 10,74 Millionen Autos hatten die Wolfsburger im letzten Jahr mehr Gefährte in aller Welt verkauft als je zuvor.

Neben der goldgeränderten Bilanz beschäftigte sich das 20köpfige Kontrollgremium erneut mit den Tests an Affen, die Anfang des Jahres der Öffentlichkeit bekannt wurden. Vorstandschef Matthias Müller unterrichtete das Gremium über den Stand der internen Untersuchung. Als eine Konsequenz aus den Tierversuchen sollen Forschungsprojekte auf den Prüfstand gestellt werden, und ein neuer Verhaltenskodex soll verhindern, dass sich solche Vorfälle wiederholen. Mehr dazu (716 KB)

 

02.02.2018 – WAZ - Umwelthilfe: Belastung durch Diesel-Abgase wird unterschätzt

Belastung durch Diesel-Abgase wird unterschaetzt-kVon Sonja Fröhlich – BERLIN - Der Skandal um Abgas-Versuche an Affen emotionalisiert. Nach Meinung der Experten ist der Straßenverkehr aber das eigentliche Übel.

In München ist es am schlimmsten. Eigentlich lädt ja die Gegend an der Landshuter Allee in München zu einem Ausflug ein. Es gibt historische Gebäude, denkmalgeschützte Wohnanlagen, Spielplätze, schöne, breite Rad- und Spazierwege, die durch Baumreihen von der Hauptstraße abgeschirmt sind. Doch wer dort allzu oft an der sogenannten frischen Luft ist, bringt sich in Gefahr. Denn an der Landshuter Allee liegt die Belastung durch Stickstoffdioxid seit Jahren deutlich über dem Grenzwert.

Gesetzlich liegt dieser bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel – auf der Landshuter Allee war er 2016 und 2017 doppelt so hoch. Wer an der Straße wohnt, sollte sich also gut überlegen, draußen einen Kinderwagen zu schieben. Oder nachts mit offenem Fenster zu schlafen. Zwar hat die Belastung der Luft durch Abgase in deutschen Städten im letzten Jahr abgenommen, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Donnerstag mitteilte. Danach sei der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit in 70 Städten überschritten worden. Mehr dazu (2,5 MB)

 

31.01.2018 – jw - Schäbiges Affentheater

Schaebiges Affentheater-kEmpörung über Abgastests

Von Ralf Wurzbacher - Der Aufschrei ist groß. Deutsche Autobauer haben Affen bei Abgastests missbraucht, um ihre Diesel-Dreckschleudern als »sauber« zu verkaufen. Schlimmer noch: Selbst Menschen sollen sie als »Laborratten« eingespannt haben. »Ethisch in keiner Weise zu rechtfertigen«, lässt die Kanzlerin ausrichten; »überflüssig und abstoßend«, verkündet Daimler, und Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil nennt die Vorgänge »absurd und widerlich«.

Der Ausstoß an Bigotterie und Verlogenheit stinkt zum Himmel. Die Konzernspitzen wussten natürlich, was ihr zur Volksvernebelung gegründeter Lobbyverein EUGT an Pseudowissenschaft trieb. Im Vorstand saßen Manager von BMW, Daimler und VW. Vor fünf Jahren ließ der Laden durch Ulrich Eichhorn, den damaligen Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, verbreiten, »dass ein moderner Diesel in vielen Situationen sozusagen die Luft reinigt«. Heute ist der Mann Leiter für Forschung und Entwicklung bei der Volkswagen-Gruppe. Deren Cheflobbyist war bis gestern Thomas Steg. Zuvor war der Sozialdemokrat bis 2009 Sprecher der Bundesregierung. 2013 wurde er nachweislich über die Vergiftung von Primaten informiert und hatte nichts einzuwenden. Der Wolfsburger Konzern teilte am Dienstag mit, Steg sei bis zur »vollständigen Aufklärung der Vorgänge von seinen Aufgaben entbunden« worden. Das nötige Bauernopfer wurde also schon gefunden. Mehr dazu (620 KB)

 

15.09.2017 – jw - VW zurück in die Garage

VW zurueck in die Garage-kIn China muss der Autobauer fünf Millionen Fahrzeuge zurückholen. Dieselabsatz rückläufig

Schlechte Neuigkeiten für die Bundeskanzlerin: Angela Merkel (CDU) warb am Donnerstag bei der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main fleißig für Dieselmotoren. Es führe kein Weg daran vorbei: »Noch auf Jahrzehnte« würden effiziente und sparsame Verbrennungsmotoren gebraucht. Verkaufen lassen sich die Fahrzeuge mit Selbstzünder jedoch immer weniger gut.

Im August stiegen zwar die Neuzulassungen aller Pkw um 5,6 Prozent, wie der Europäische Automobilherstellerverband (ACEA) am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Jedoch sank der Anteil der Dieselfabrikate auf den fünf größten EU-Absatzmärkten – Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien – insgesamt um knapp sieben Prozent. Hingegen erhöhte sich der Absatz von Neuwagen mit einem Elektro- oder Hybridantrieb um 74 Prozent auf insgesamt gut 27.500 Fahrzeuge. Der Marktanteil dieser beiden Antriebsformen liegt damit nun bei 4,7 Prozent. Mehr dazu (114 KB)

 

31.08.2017 - german-foreign-policy - Der Tesla-Schock

BERLIN - (Eigener Bericht) - Das Festhalten maßgeblicher Teile der deutschen Eliten an der Diesel-Technologie bringt die deutsche Kfz-Branche in einen ernsten Rückstand gegenüber ihrer auswärtigen Konkurrenz. Diese Auffassung vertreten Beobachter in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien, denen zufolge die deutsche Autoindustrie vor einem "Tesla-Schock" steht: Während die Nachfrage nach US-Elektrofahrzeugen rasant steige, gehe diejenige nach deutschen Dieselmodellen auf lange Sicht stark zurück. Tatsächlich hat die Bundesregierung die deutschen Konzerne vor Innovationsdruck geschützt, indem sie deren Interessen auch im Ausland durchgesetzt hat. So hat Berlin nicht nur bei der Einführung von CO2-Grenzwerten in der EU, sondern auch bei der Festsetzung einer Elektroautoquote in China zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes kräftig gebremst. Im aktuellen Dieselskandal setzt Berlin diese politische Linie fort. Mehr dazu (92 KB)

 

18.08.2017 - UZ - Diesel weiter verkaufen

Diesel weiter verkaufen-kMit Merkels Hilfe die Autokäufer ausquetschen, solange es geht

Von Klaus Wagener - Die Kanzlerin ereiferte sich pflichtgemäß: „Weite Teile der Automobilindustrie haben unglaubliches Vertrauen verspielt.“ Ihr Vertrauen in die Betrügertruppe, die sie da letztens von ihrem Verkehrsminister zum Dieselgipfel hatte laden lassen, ist in der Tat schwer zu glauben. Um die Rückgewinnung des gleichermaßen naiven wie unbegründeten Vertrauens beim längst nicht mehr vertrauensseligen Publikum mühte sich Merkel bei ihrer Wahlkampfrede in Dortmund nach Kräften.

In der für sie typischen verschwommenen Scheinradikalität zerredete und blockierte sie jede konkrete Maßnahme, die sich gegen das ungerührte „Weiter so!“ der Automonopole richten könnte. Selbst dem schlappen Vorschlag des SPD-„Kanzlerkandidaten“ (der selbst eine solche Steilvorlage zu verwandeln nicht in der Lage ist) nach einer E-Auto-Quote erteilte sie eine Absage. Erst einmal verhandle man dann „ewig in Europa“ und was mache man denn, „wenn sie nicht eingehalten wird?“ Ja, was macht man als Regierung, als Staatsmacht, wenn die eigenen Gesetze und Verordnungen nicht eingehalten werden? Offensichtlich nichts. Zumindest dann nicht, wenn es um die Herren von VW, Daimler und BMW geht. Klarer konnte die „mächtigste Frau der Welt“ ihren Offenbarungseid nicht formulieren. Mehr dazu (192 KB)

 

25.07.2017 – jw - Die dunkle Seite der VW-Tochter

Die dunkle Seite der VW-Tochter-kAn Verfolgung von Oppositionellen während Diktatur in Brasilien waren auch Konzerne beteiligt

Von Peter Steiniger - Volkswagen bleibt in den Negativschlagzeilen. Während die Dieselaffäre weiter Kreise zieht, wird in den hiesigen Medien nun auch ein Firmenkapitel ins Rampenlicht gestellt, welches das VW-Management auf die lange Bank der Historikerkommissionen abgeschoben glaubte. Es ist eine Auffrischung länger bekannter Vorwürfe. Beleuchtet wird die Kumpanei der brasilianischen Konzerntochter VW do Brasil mit der Politischen Polizei während der rechten Militärdiktatur (1964 bis 1985) bei ihren Repressionsmaßnahmen. Die Sicherheitsabteilung – der VW-Werkschutz – soll als deren verlängerter Arm Oppositionelle unter den Beschäftigten, insbesondere Gewerkschafter und Kommunisten, bespitzelt und denunziert haben. Auf dem Gelände des Stammwerkes São Bernardo do Campo wurden Verhaftungen und Misshandlungen von Arbeitern zugelassen. Etliche landeten in den Folterkellern der Militärs. Zudem soll der Konzern den Schergen etwa 200 Fahrzeuge spendiert haben. Mehr dazu (130 KB)

 

24.07.2017 – jw - Stinkendes Kartell

Stinkendes Kartell-kAbgaswerte in Großstädten übersteigen die Norm. Autokonzerne sollen seit den 90ern Absprachen getroffen haben

Von Bernd Müller - Die Dieselabgasaffäre und die Diskussion um Fahrverbote ärgern die Bosse der deutschen Autoindustrie. Volkswagen-Chef Matthias Müller sieht darin eine Kampagne gegen den Selbstzünder. »Die gegen den Dieselmotor laufende Kampagne ist heftig, der Marktanteil des Diesels rückläufig«, sagte er der Neuen Zürcher Zeitung (Freitag).

Seit Monaten suchen deutsche Großstädte nach Lösungen, wie sie die Schadstoffbelastung mit den gesundheitsgefährdenden Stickoxiden auf ihren Straßen reduzieren können. In Stuttgart und München drohen insbesondere für ältere Dieselautos Fahrverbote. »Ob München, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf oder im Ruhrgebiet – es gibt in Deutschland 28 Gebiete, die die Stickoxidgrenzwerte überschreiten«, hatte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, den Dortmunder Ruhr-Nachrichten am 15 Juni erklärt. Mehr dazu (121 KB)

 

26.05.2017 – fr.de - Gnade für deutsche Spätzünder

Gnade fuer deutsche Spaetzuender-kChina treibt die E-Mobilität konsequent voran. Den deutschen Herstellern geht das zu schnell - sie setzen auf politischen Druck, um Vorgaben abzuschwächen.

Von Finn Mayer-Kuckuk - Außenminister Sigmar Gabriel hat in China eine Beilegung des Streits um Absatzquoten für Elektroautos bestätigt. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Verabredung in Bezug auf Elektromobilität steht“, sagte Gabriel am Mittwoch in Peking nach Gesprächen mit chinesischen Regierungsvertretern.

Es geht bei der Auseinandersetzung um verbindliche Vorgaben für den Verkauf von Batteriefahrzeugen: Die deutschen Hersteller halten die Praxis der Einführung für rabiat. Schon ab 2018 wären sie Plänen zufolge bestraft worden, wenn sie in China nicht genug E-Autos an den Mann bringen. China hatte die deutsche Fahrzeugwirtschaft schwer irritiert. Im Netz kursierte der Entwurf für eine neue Regelung zur Förderung der Elektromobilität – und zwar einer aus der Kategorie „Peitsche“ statt „Zuckerbrot“. Mehr dazu (902 KB)

 

20.05.2017 – jw - Der Wert einer Aktie

Der Wert einer Aktie-kVon Lucas Zeise - Es ist bald zwei Jahre her, dass der Abgasskandal bei Volkswagen hochkochte. Nun wird gemeldet, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart auch gegen den heutigen Volkswagen-Chef Matthias Müller in der Sache ermittelt. Dass der frühere VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn und der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende bei VW, ein gewisser Hans Dieter Pötsch, Ermittlungsziele deutscher Staatsanwälte sind, war schon früher bekannt. Der Unterschied ist, Müller wird in seiner früheren Eigenschaft als Chef bei der Porsche-Holding belangt. Sie ist die Mehrheitseigentümerin bei VW. Und um den Wert von Eigentumsrechten geht es bei den Ermittlungen.

Das muss nur noch einmal deutlich gesagt werden: Deutsche Staatsanwälte stören sich nicht daran, dass Volkswagen Fahrzeuge baut, deren Betrieb für die Allgemeinheit gesundheitsschädlich sind. Sie stören sich nicht daran, dass VW Fahrzeuge so herstellt, dass ihr Ausstoß von schädlichen Emissionen gerade nicht auf ein Minimum reduziert wird. Es stört sie erst recht nicht, dass die Fahrzeuge und die Elektronik für diese so hergestellt werden, dass die Zulassungsbehörden in den USA über den wahren Ausstoß systematisch getäuscht wurden. All diese Kleinigkeiten stören nicht. Es gibt in Deutschland offensichtlich keine Gesetze, die die Produktion oder wenigstens die Zulassung zum Straßenverkehr von Fahrzeugen beschränken, die starke gesundheitsschädigende Wirkung haben. Mehr dazu (84 KB)

 

15.05.2017 - derstandard.at - Mehr als 100.000 vorzeitige Todesfälle jährlich durch Stickoxid-Emissionen

Mehr vorzeitige Todesfaelle jaehrlich durch Stickoxid-Emissionen-kEtwa 38.000 vorzeitige Todesfälle gehen auf die Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte zurück. Deutsche Experten sind skeptisch

Laxenburg/Wien – Durch den Dieselabgasskandal gerieten die Stickoxide (NOx) in den vergangenen Monaten wieder in aller Munde, könnte man etwas flapsig formulieren. Doch angesichts der vermuteten gesundheitlichen Schäden, die dadurch entstehen, ist mehr Ernsthaftigkeit angebracht. Erste Studien, wie viele zusätzliche Todesopfer die Überschreitung der Grenzwerte fordern wird, haben bereits recht dramatische Zahlen geliefert, wie "Der Standard" berichtete. - Mehr dazu (254 KB)

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Nature: "Impacts and mitigation of excess diesel-related NOx emissions in 11 major vehicle markets"

1.200 vorzeitige Todesfälle in und um Deutschland durch VW-Abgasskandal

 

10.05.2017 – NZZ.ch - Staatsanwaltschaft ermittelt offenbar gegen VW-Chef Müller

(dpa) Die Enthüllungen beim VW-Dieselskandal 2015 haben möglicherweise ein juristisches Nachspiel für den heutigen Chef des Autobauers, Matthias Müller. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittle gegen ihn wegen des Verdachts auf Marktmanipulation, berichtet die «Wirtschaftswoche». Hierbei geht es um seine Tätigkeit bei der VW-Dachgesellschaft Porsche SE, bei der er seit 2010 im Vorstand ist. Auch gegen VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und den früheren Vorstandsvorsitzenden des Autobauers Volkswagen, Martin Winterkorn, werde ermittelt. Gegen diese beiden laufen in Braunschweig bereits Ermittlungen der dortigen Staatsanwaltschaft. Mehr dazu (182 KB)

 

18.03.2017 – jw - »Ein Angriff auf die allgemeine Gesundheit«

Ein Angriff auf die allgemeine Gesundheit-kAuch in Spanien klagen Verbraucher wegen gefälschter Abgaswerte gegen VW. Unterstützt werden sie von der Organisation FACUA. Gespräch mit Rubén Sánchez

Interview: Carmela Negrete - Was können VW-Kunden, die von der Abgasfälschung betroffene Modelle fahren, mit Hilfe Ihrer Organisation fordern?

Wir eröffnen Ihnen einen Weg, die Verantwortlichen von VW überhaupt vor Gericht zu bringen und in die Haftung zu nehmen. Dabei soll es auch um eine Entschädigung gehen, wobei wir aber noch nicht wissen, wie hoch diese ausfallen wird. Als Referenz dient uns die Summe, die in den USA vereinbart wurde. Momentan vertreten wir 6.000 Verbraucher, aber es können noch mehr werden. Wenn nur diejenigen entschädigt werden, die nun klagen, würde VW meiner Meinung nach zu billig damit wegkommen, denn allein in Spanien gibt es mehr als 700.000 Betroffene.

Ein Mann in Valencia hat bereits eine Klage durchgefochten. Der Konzern muss ihm 5.000 Euro zahlen. Gibt Ihnen das Hoffnung?

Ja, denn es gab bereits mehrere ähnliche Urteile. Hierzulande ist der Fall VW aber aus der öffentlichen Wahrnehmung gerutscht. Mehr dazu (50 KB)

 

31.01.2017 – jw - VW: Scheiße gebaut und gewonnen

VW Scheisse gebaut und gewonnen-kTrotz Abgasbetrug, Untersuchungen und Personalquerelen: Konzern vor Toyota Weltmarktführer

Von Dieter Schubert - Erwischt beim Abgasbetrug. Im Visier von Staatsanwälten, Verbraucherschützern, US-Behörden und dabei ein Händchen für grottenschlechtes Personalmanagement: Deutschlands größter Industriekonzern Volkswagen AG hat sich dennoch erstmals den Spitzenplatz als weltgrößter Autobauer gesichert. Der bisherige Weltmarktführer Toyota verkaufte im vergangenen Jahr nach Angaben vom Montag 10,18 Millionen Fahrzeuge. Der Wolfsburger Konzern mit seinen zwölf Marken wie Audi, Porsche, Skoda und Seat lieferte im selben Zeitraum 10,3 Millionen Fahrzeuge aus und entthronte damit den japanischen »Profitweltmeister«.

Wie das geht, keine Ahnung. Vielleicht ist es die schiere Größe, die den Konzerndampfer unbeirrt seinem Kurs folgen lässt? Oder aber die Tatsache, dass ein torpediertes Schlachtschiff dieser Größe erst nach langer Weiterfahrt absäuft? Egal, die Besitzerfamilien Porsche, Piëch sowie Al Thani und das Land Niedersachsen wird es freuen – und veranlassen, den Vorsatz, beim Skandal reinen Tisch zu machen, eher noch halbherziger zu verwirklichen. Darauf deutet nicht zuletzt der »einvernehmliche« Abgang der extra zu diesem Zwecke angeheuerten ehemaligen Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt in der vergangenen Woche hin. Mehr dazu (40 KB)

 

24.01.2017 – jw - Die Zuspätkommer

Die Zuspätkommer-kAlles anders dank Elektroauto. Die neuen Entwicklungen in der Fahrzeugindustrie stellen das Ertragsmodell der bundesdeutschen Hersteller in Frage

Von Jan Pehrke - In ihrer Ende November 2016 gehaltenen Haushaltsrede widmete Angela Merkel der Lage der »Autonation« einen eigenen Passus. Von »disruptiven Veränderungen« sprach die Bundeskanzlerin im Hinblick auf Elektromotoren, selbstfahrende Autos und neue Mobilitätskonzepte. »Entweder reagieren wir darauf – unsere Automobilindustrie ist dazu in der Lage, das Rahmenwerk dafür wird gestaltet, und der Bundesverkehrsminister hat hier wichtige Schritte eingeleitet – oder wir sind zu langsam, und andere werden uns übertrumpfen«, warnte die Christdemokratin. Wacker bemühte sie sich dabei, den richtigen Ton zwischen Zuversicht vermittelnder »Wir schaffen das«-Rhetorik und einem Weckruf zu treffen und richtete den »Hallo-wach«-Appell auch an die eigene Adresse: »Meiner Meinung nach steht in einer von uns vielleicht noch nicht voll erfassten Tragweite – ich beziehe mich da mit ein – die Frage unserer industriellen Wertschöpfung auf dem Prüfstand.« Mehr dazu (72 KB)

 

21.01.2017 – jw - Dichter Smog über Volkswagen

Dichter Smog ueber Volkswagen-kKonzern hält Untersuchungsbericht zurück. Exmanager muss nicht aussagen

Volkswagen will entgegen der ursprünglichen Ankündigung den Abschlussbericht der US-Kanzlei Jones Day zum Dieselskandal doch nicht offenlegen. Die Erkenntnisse der vom Konzern beauftragten Juristen seien in das von den US-Behörden veröffentlichte »Statement of Facts« eingeflossen, sagte ein VW-Sprecher am Donnerstag abend. Mit der Veröffentlichung dieser Dokumentation der Ereignisse erübrige sich die Notwendigkeit, einen separaten Bericht anzufertigen. Der Sprecher bestätigte damit einen Vorabbericht des Handelsblattes.

VW hatte die Kanzlei im Herbst 2015 beauftragt, die Hintergründe der Abgasmanipulationen zu ermitteln und mehrfach angekündigt, die Ergebnisse der externen Untersuchung zu veröffentlichen. Wiederholt wurde die Vorlage des Berichts unter Verweis auf die laufenden US-Ermittlungen verschoben, da ansonsten die Risiken für den Konzern zu hoch seien. In der vergangenen Woche hatte Volkswagen einen 4,3 Milliarden Dollar schweren Vergleich mit dem US-Justizministerium besiegelt. Im Zuge der Einigung veröffentlichten die US-Behörden auch das »Statement of Facts«. Mehr dazu (40 KB)

 

19.11.2016 – jw - VW: Minus 30.000 Jobs

VW Minus 30000 Jobs-k»Zukunftspakt« im Namen der Rendite: Weniger schaffen mehr

Von Dieter Schubert - Wenn die Zukunft einen »Pakt« braucht, hat man offenbar Großes vor bei VW. Und das geht nicht ohne Schmerzen. 30.000 Arbeitsplätze will der Automobilgigant bis 2025 vernichten, bestätigte die Volkswagen AG am Freitag in Wolfsburg, 23.000 davon in der Bundesrepublik.

Schaut man sich die Unternehmensentwicklung bis zum Abgasbetrugsskandal an, stößt das übel auf. »Sozial ist, was Arbeit schafft«, hatte einst die (Kapitalisten-)Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft geworben. Gemessen daran, zeigen sich die Familien Porsche und Piëch, Al Thani (denen u.a. das Scheichtum Katar gehört) sowie die Landesregierung Niedersachsen – als die drei maßgeblichen Anteilseigner von VW – reichlich asozial.

Jetzt muss das Ganze kommuniziert werden. Am Freitag hieß es, der »Abbau« solle »sozialverträglich« erfolgen, etwa über Altersteilzeit. Zugleich wolle der Konzern investieren, um für kommende Zeiten »fit« zu sein. Außerdem werde kein Standort geschlossen. Mehr dazu (38 KB)

 

26.09.2016 – WAZ - Was wusste Winterkorn wann?

New York. Als Martin Winterkorn am 23. September 2015 kurz nach Bekanntwerden des Diesel-Abgas-Skandals in den USA als VW-Chef zurücktrat, tat er dies nicht, ohne sich selbst freizusprechen. Weder habe er von den illegalen Motor-Manipulationen gewusst noch sei er sich „eigenen Fehlverhaltens bewusst“, erklärte er. Zweifel an dieser Darstellung gibt es seit Tag eins.

Ein Papier aus dem Fundus der mit den Aufräumarbeiten betrauten US-Kanzlei Jones Day verschärft diesen Eindruck: Winterkorn hat demnach die Aufklärung des Skandals gegenüber den US-Umweltbehörden hintertrieben. Wie die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Aktennotizen von Jones Day berichtet, soll Winterkorn im Juli 2015 abgenickt haben, dass VW-Verantwortliche Alberto Ayala, den Direktor der kalifornischen Umweltbehörde Carb, über die Verwendung einer illegalen Software bewusst im Unklaren ließen. Mehr dazu (36 KB)

 

20.08.2016 – jw - Preisdiktat mit Folgen

Preisdiktat mit Folgen-kBei VW stehen wegen fehlender Teile die Bänder still. Nun rächt sich der Kostendruck, den der Konzern auf seine Zulieferer ausübt

Von Daniel Behruzi - Die Serie schlechter Nachrichten bei Volkswagen reißt nicht ab. Nach all den Meldungen über die Eröffnung juristischer Verfahren wegen der Abgasmanipulationen bei Dieselfahrzeugen und drohenden Milliardenzahlungen nun auch noch das: Für rund 7.500 Beschäftigte in Emden hat das Unternehmen wegen fehlender Teile Kurzarbeit beantragt. Auch in Braunschweig, Zwickau, Kassel und im Wolfsburger Stammwerk drohen Bandstillstände. Der Grund ist, dass die Firmen ES Automobilguss und Car Trim die Lieferung von Getriebeteilen und Sitzbezügen eingestellt haben.

Anlass des Lieferstopps ist eine juristische Auseinandersetzung, deren Hintergründe am Freitag noch nicht ganz klar waren. Beide Seiten wollten sich zum Inhalt des Streits nicht äußern. Klar ist aber wohl: Es geht ums Geld. Schon vor Bekanntwerden der Manipulation von Dieselmotoren hatte VW seine Zulieferer im Rahmen eines Sparprogramms unter Druck gesetzt, die Kosten zu senken. Im Zuge des Skandals hat das Management diesen Kurs offenbar noch einmal verschärft. Ende Juni schrieb Francisco Javier Garcia Sanz, im Vorstand zuständig für den Bereich »Beschaffung«, Medienberichten zufolge an die Zulieferer, man müsse bei den »Beschaffungskosten deutlich effizienter werden«. VW wolle das zwar »kooperativ erreichen, aber auch mit der notwendigen Konsequenz, um wettbewerbsfähig zu bleiben«. Soll heißen: Preise runter, sonst gibt es keine Aufträge mehr. Angesichts seiner enormen weltweiten Einkaufsmacht kann sich VW solche Diktate offenbar erlauben. Mehr dazu (42 KB)

 

20.08.2016 – jw - Scheiße am Schuh

Produktionsstopps bei VW

Von Daniel Behruzi - Hast du Scheiße am Schuh, dann hast du Scheiße am Schuh. Diese Fußballerweisheit passt gerade sehr gut zu Volkswagen. Seit Monaten muss der größte deutsche Autobauer Hiobsbotschaften über immer neue Kosten und Prozesse verdauen. Das haben sich die Spitzenmanager freilich selbst zuzuschreiben. Denn die Verantwortung für die flächendeckenden Abgasmanipulationen wird wohl kaum allein bei ein paar Ingenieuren liegen. Und auch die neueste Krise hat ihre Ursache letztlich in den Spardiktaten der Wolfsburger Führungscrew. Zwar sind die genauen Hintergrunde des Streits mit zwei kleinen Zulieferern unklar, der zur Folge hat, dass die Bänder in Emden und bald wohl auch in anderen VW-Werken stillstehen. Doch es ist davon auszugehen, dass die stetige Erhöhung des Kostendrucks dabei eine zentrale Rolle spielt.

Darauf deuten zumindest Äußerungen eines Sprechers der Prevent-Gruppe hin, der die Unternehmen ES Automobilguss und Car Trim zuzurechnen sind, die die Lieferungen von Getriebeteilen und Sitzbezügen an VW verweigern. »Wir sind als kleiner Lieferant weder in der Lage noch motiviert, die Folgen der Dieselaffäre des VW-Konzerns zu tragen, zumal in den letzten Monaten der Druck seitens des Einkaufs auf die Preise kontinuierlich erhöht wurde«, erklärte der Sprecher im Handelsblatt vom vergangenen Wochenende. Mehr dazu (40 KB)

 

15.05.2016 – fr-online.de - Norwegen plant Klage gegen VW

Norwegen plant Klage gegen VW-kDer norwegische Staatsfonds hat wegen der Kursverluste der VW-Aktien im Abgas-Skandal Einbußen hinnehmen müssen. Nun will er sich den Klagen gegen Volkswagen in Deutschland anschließen.

Auch der norwegische Staatsfonds will Volkswagen wegen der Abgas-Manipulationen verklagen. Eine Sprecherin teilte am Sonntag mit, die Anwälte hätten dem weltgrößten Staatsfonds zu diesem Schritt geraten. Als Investor sei der Fonds gehalten, seine Ansprüche zu sichern.

Die Sprecherin bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Financial Times". Die Zeitung hatte berichtet, der Fonds werde sich in den kommenden Wochen den Klagen gegen Volkswagen in Deutschland anschließen. Laut dem Finanznachrichtendienst Bloomberg ist der Fonds der viertgrößte Aktionär bei Volkswagen mit 1,64 Prozent des Kapitals. Gegen Volkswagen laufen bereits zahlreiche Klagen von Anteilseignern oder Autobesitzern. Mehr dazu (110 KB)

 

09.03.2016 – nzz.ch - VW droht in Amerika noch mehr Ärger

VW droht in Amerika noch mehr AErger-kDas US-Justizministerium hat seine Ermittlungen gegen VW laut einem Bericht des «Wall Street Journal» ausgeweitet. Nun soll es auch um Bankbetrug und mögliche Verstösse gegen Steuergesetze gehen.

(dpa) - (Reuters) Volkswagen droht in den USA noch mehr Ärger: Das US-Justizministerium weite seine Ermittlungen aus und gehe nun auch dem Verdacht des Bankbetrugs nach, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Das «Wall Street Journal» berichtete zudem unter Berufung auf Insider, in diesem Zusammenhang gehe es auch um mögliche Verstösse gegen Steuergesetze. Analysten rechnen nun mit zusätzlichen Strafzahlungen für VW. Volkswagen äusserte sich am Mittwoch dazu nicht. Ein Sprecher bekräftigte, man werde bei den Ermittlungen weiter mit allen zuständigen US-Behörden kooperieren.

Das 1989 für Ermittlungen gegen grosse Geldhäuser konzipierte US-Gesetz gegen Bankbetrug erlaubt es, unter bestimmten Bedingungen einem Verdacht im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre nachzugehen. Es wurde unter anderem in Fällen rund um Autokredit-Anbieter angewandt. Laut «Wall Street Journal» ermittelt das US-Justizministerium, ob Kreditgeber bei der Finanzierung von Fahrzeugen mit manipulierten Abgaswerten geschädigt wurden. Mehr dazu (72 KB)

 

08.02.2016 – jw - VW blickt auf ernüchternden Januar zurück

VW blickt auf ernuechternden Januar zurueck-kKlagewelle gegen Volkswagen nimmt in den USA weiter Fahrt auf

Volkswagen will trotz eines schwachen Starts ins neue Jahr den Marktanteil der Kernmarke VW in Deutschland verteidigen. »Wir werden schon im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Aufwärtstrend sehen«, hofft der Vertriebschef für Volkswagen Pkw in Deutschland, Thomas-Werner Zahn, in der Automobilwoche. »Wir trauen uns zu, mit Volkswagen in Deutschland im Geschäftsjahr 2016 die Marktanteile von 2014 und 2015 wieder zu erreichen.« Diese lagen dem Branchenblatt zufolge bei je etwa 21 Prozent.

Der Januar lief für den vom Abgasskandal gebeutelten Konzern ernüchternd. Viele Kunden hielten sich beim Kauf zurück. In Deutschland sackten die Verkäufe der Marke Volkswagen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts im Jahresvergleich um 8,8 Prozent ab. Noch schlechter lief es in den USA. Der US-Absatz der Pkw-Kernmarke VW lag im ersten Monat des Jahres um 14,6 Prozent unter Vorjahresniveau. Mehr dazu (40 KB)

 

11.01.2016 – jw - »Die ›Mär von den wenigen Mitwissern‹ ist widerlegt«

Die Maer von den wenigen Mitwissern ist widerlegt-kVerbraucher sollten VW mit Druck dazu bringen, die Wahrheit über Abgasmanipulationen auf den Tisch zu legen. Gespräch mit Peter Grottian

Interview: Ralf Wurzbacher - Wegen des Skandals um die manipulierten Abgaswerte bei Deutschlands größtem Autobauer fordern Sie zum Volkswagen-Boykott auf. Was versprechen Sie sich davon?

Das ist ein Betrug von so gewaltiger Dimension – der möglicherweise ja auch bei weiteren Herstellern oder in anderen Industriebranchen zum Alltag gehört. Der sollte von den Bürgerinnen und Bürgern mit aller Schärfe angegriffen werden. Und ich hoffe, dass die Verbrauchermacht auch einen deutschen Großkonzern mit dem Ruf eines volkswirtschaftlichen Heiligtums nicht schont. Mir geht es nicht um einen Boykott für alle Ewigkeit oder darum, den Konzern in den Bankrott zu treiben. Mein Appell lautet: Kauft solange keinen neuen oder gebrauchten VW, bis mit der Vertuschung Schluss ist und alle Karten auf dem Tisch liegen. Mehr dazu (46 KB)

 

05.01.2016 – WAZ - US-Regierung wirft Volkswagen fortgesetzte Täuschung vor

US-Regierung wirft Volkswagen fortgesetzte Taeuschung vor-kWashington/Berlin. Dem Autobauer VW drohen laut Experten nicht nur in den USA strafrechtliche Konsequenzen mit Geldbußen – sondern auch in Deutschland.

Bis vor Kurzem versuchte der Volkswagen-Konzern noch den Eindruck zu erwecken, die Abgasaffäre sei mit Reparaturen aus der Welt zu schaffen. Einfache Softwareupdates und billige Strömungsfilter sollten alles in Ordnung bringen, so wollte VW der Öffentlichkeit weismachen.

Doch jetzt zeigt sich die ganze Wucht und Tücke der Affäre, deren Kern ein vorsätzlicher, jahrelanger und millionenfacher Betrug bei Emissionswerten ist. Ein Betrug, den Volkswagen zugegeben hat – dessen Konsequenzen der Konzern aber bislang offenbar nicht einsehen wollte. Die taktierende Haltung nach der Entdeckung der Manipulationen bringen Volkswagen in den USA nun in große Bedrängnis. Die US-Regierung verklagt VW auf eine existenzgefährdende Rekordstrafe von bis zu 90 Milliarden Dollar. Mehr dazu (268 KB)

 

02.01.2016 - derstandard.at - Volkswagen droht Rückzahlung von EU-Krediten in Abgasskandal

Volkswagen droht Rueckzahlung von EU-Krediten in Abgasskandal-kDie EU-Betrugsbehörde Olaf prüft die Verwendung von Mitteln bei Konzern

Osnabrück/Wolfsburg – Die europäische Antibetrugsbehörde Olaf hat Volkswagen im Abgasskandal vor finanziellen Konsequenzen gewarnt. "Im schlimmsten anzunehmenden Fall müsste Volkswagen die noch ausstehenden Kredite sofort zurückzahlen", sagte der Behördenleiter Giovanni Kessler der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe). Dabei geht es um verbilligte Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB). Mehr dazu (210 KB)

 

23.12.2015 - derstandard.at - VW munitioniert sich mit US-Staranwalt auf

VW munitioniert sich mit US-Staranwalt auf-kVolkswagen will sich mit US-Kunden außergerichtlich einigen. Anwalt Feinberg soll "Autobesitzer freiwillig aus dem Rechtssystem" locken

Wien/Wolfsburg – Volkswagen will sich mit den betroffenen Kunden der Manipulationsaffäre in den USA außergerichtlich einigen. Der US-Staranwalt Kenneth Feinberg, der VW in den USA vertritt, ist beauftragt worden, "ein alternatives Modell auf die Beine zu stellen, das die Autobesitzer freiwillig aus dem Rechtssystem lockt", sagt er in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" vom Mittwoch. Mehr dazu (320 KB)

 

24.11.2015 - derstandard.at - VW: Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung

VW Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung-kDie Staatsanwaltschaft Braunschweig nimmt wegen des Abgasskandals Volkswagen stärker ins Visier

Frankfurt/Wolfsburg – Die Staatsanwaltschaft Braunschweig nimmt wegen des Abgasskandals Volkswagen stärker ins Visier. Die Staatsanwälte hätten ein zweites förmliches Ermittlungsverfahren eröffnet, berichten NDR, WDR und die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag. Dieses Mal werde wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte den Sachverhalt gegenüber dem NDR. Mehr dazu (224 KB)

 

20.11.2015 – jw - Ein Tausend-Dollar-Trostpflaster

Ein Tausend-Dollar-Trostpflaster-kWirres aus Wolfsburg: Konzern reicht in USA Gutscheine aus, plant in Deutschland aber nichts Ähnliches

Volkswagen bietet in den Vereinigten Staaten von Abgasmanipulationen betroffenen Kunden Gutscheine über 1.000 Dollar an. Für betrogene deutsche Kunden ist nichts Entsprechendes vorgesehen. »Es ist keine finanzielle Entschädigung vorgesehen«, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag in Wolfsburg. Ein Viertel der betroffenen US-Kunden hat den Angaben zufolge die Offerte bereits angenommen. Insgesamt gelten in den USA 482.000 Dieselfahrzeuge als manipuliert. Seit Anfang November bieten die Wolfsburger den US-Kunden als Zeichen der Wiedergutmachung ein »Goodwillpaket« im Wert von umgerechnet gut 900 Euro an. Je die Hälfte kann frei verwendet und bei VW-Autohäusern eingelöst werden.

Es ist eine Marketingmaßnahme. Eine Teilnahme an dem Gutscheinprogramm bedeute nicht, dass die Kunden auf ihr Klagerecht verzichten müssten, betonte eine Sprecherin von Volkswagen of America. Zugleich kündigten Behörden an, dass Volkswagen weiter mit hohen Schadensersatzforderungen und Strafen bis zu einem Fahrverbot für betroffene Pkw rechnen müsse. In Deutschland liege der Schwerpunkt auf der individuellen Betreuung der Kunden. Das könne von der Bereitstellung eines Leihwagens bis zu Abhol- und Bringdiensten während des Werkstattaufenthaltes reichen, heißt es vom Konzern. Europaweit werde es nach Ländern unterschiedliche Regelungen geben. Mehr dazu (40)

 

19.11.2015 - derstandard.at - Manipulationen: Immer mehr Klagsdrohungen gegen VW

Manipulationen - Immer mehr Klagsdrohungen gegen VW-kEin Zehn-Euro-Sensor könnte die Probleme von VW verbilligen. In den USA droht VW ein großer Vermögensverwalter mit rechtlichen Schritten

Wien - Volkswagen braucht für die Bereinigung seiner Probleme mehr Zeit. Das Unternehmen hat bei der EU-Kommission um eine Fristverlängerung bei den Angaben zum geschönten Kohlendioxid-Ausstoß seiner Fahrzeuge gebeten. Das hat eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag in Brüssel bestätigt.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete hatte am 9. November in einem Brief an VW-Konzernchef Matthias Müller Klarheit darüber verlangt, welche Modelle und wie viele Autos bei VW von den Unregelmäßigkeiten betroffen seien. Er hat Antwort binnen zehn Tagen verlangt– diese Frist ist am Donnerstag abgelaufen. Der Wunsch von VW auf Verlängerung werde geprüft, der Kommissar werde umgehend antworten, sagte die Sprecherin. Mehr dazu (254 KB)

 

18.11.2015 - derstandard.at - Vorermittlungen gegen VW nun auch wegen CO2

Vorermittlungen gegen VW nun auch wegen CO2-kDer Volkswagen-Konzern hat an vielen Fronten zu kämpfen, nun auch wegen möglicherweise gefälschter CO2-Angaben. Vorermittlungen laufen

Wolfsburg/Brüssel – Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat zusätzlich zu dem laufenden Ermittlungsverfahren wegen Manipulationen beim Stickoxid-Ausstoß von Volkswagen-Fahrzeugen ein neues Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten, geht es dabei um die falsche Angabe von CO2-Werten bei VW.

"Wir haben das Stadium der Vorprüfung abgeschlossen und befinden uns jetzt im Vorermittlungsverfahren", sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe von der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig. "Wir untersuchen den Sachverhalt der CO2-Zertifizierung durch VW-Mitarbeiter daraufhin, ob Straftaten vorliegen können", sagte der Staatsanwalt. "Sollte dies der Fall sein, werden wir bald ein zweites Ermittlungsverfahren eröffnen, entweder gegen bisher noch unbekannte oder bereits bekannte Täter." In Betracht kämen Delikte wie Betrug oder Verstöße gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Mehr dazu (190 KB)

 

17.11.2015 - derstandard.at - Abgasskandal: VW geht bei Investitionen vom Gas

VW geht bei Investitionen vom Gas-kDer Aufsichtsrat beschließt am Freitag den Investitionsplan bis 2020. Erwartet wird, dass die China-Expansion verlangsamt wird

Hamburg/Wolfsburg – Der deutsche Autobauer VW versucht mitten im Abgasskandal den Neustart: Wenn sich der Aufsichtsrat an diesem Freitag trifft, um über die Investitionen für die nächsten Jahre zu entscheiden, soll zugleich eine Neuausrichtung eingeleitet werden. Nicht mehr das "Höher, Schneller, Weiter" der vergangenen Jahre soll den Zwölf-Marken-Konzern beherrschen, sondern nachhaltiges, qualitatives Wachstum. Mehr dazu (236 KB)

 

12.11.2015 – fr-online.de - Eine Stadt steht und fällt mit VW

Eine Stadt steht und faellt mit VW-kVon Viktor Funk - Kriselt VW, kriselt Wolfsburg. Die Scheidungsraten steigen, das Kleingewerbe leidet. Über eine Stadt, die das Anhängsel eines Konzerns ist.

Manfred blieb bei Volkswagen länger als er geplant hatte. Und als er nach 30 Jahren VW-Karriere mit 59 in den Vorruhestand ging, ließen er und seine Frau sich am südwestlichen Stadtrand von Wolfsburg ein Haus errichten. Von ihrem Wohnzimmer aus können sie einen unverbaubaren Blick auf Felder und Wiesen genießen und einen Sonnenuntergang, den die meisten Ruheständler in Deutschland nur aus den Werbebroschüren privater Rentenversicherungen kennen dürften. Volkswagen sorgt gut für seine Leute.

Der Konzern sorgt auch gut für die Stadt, für das Land Niedersachsen und für Beschäftigte in Braunschweig, Hannover, Salzgitter und anderen Städten in Deutschland. Doch nirgends sonst gibt es diese Nähe zwischen Volkswagen und der Stadt wie in Wolfsburg. Der Erfolg dieser Nähe kann sich sehen lassen: gelungene Integration unterschiedlicher Kulturen (Italiener, Griechen, Tunesier, Spätaussiedler – knapp 35 Prozent der Bürger sind zugewandert oder sind Nachkommen von Gastarbeitern), eine große Anziehungskraft für technisch interessierte Menschen, ein überdurchschnittlich hohes Gehaltsniveau und üppige Steuereinnahmen für den Kämmerer. Mehr dazu (174 KB)

 

06.11.2015 - derstandard.at - Abgastricks kommen Steuerzahler teuer

Abgastricks kommen Steuerzahler teuer-k"Diesel-Gate" ist nicht auf VW beschränkt, auch andere Hersteller sind kreativ. Das führte zu 40 Millionen Mehrkosten bei Emissionszertifikaten

Geschönte Abgaswerte wie bei der VW-Abgasaffäre gehen auch beim Steuerzahler ins Geld. Rund 39 Millionen Euro für Zukäufe von Emissionszertifikaten hätte sich die Republik Österreich erspart, wenn der reale Schadstoffausstoß den Typprüf-Emissionen des in der EU gültigen Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) entsprochen hätte. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Pkw-Emissionen zwischen Norm- und Realverbrauch", die das Umweltbundesamt im Auftrag der Arbeiterkammer Wien (AK) erstellt hat. Mehr dazu (284 KB)

 

04.11.2015 - derstandard.at - VW-Skandal: Auch Benzinmotoren betroffen

Auch Benzinmotoren betroffen-kKonzern räumt Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten von 800.000 Fahrzeugen ein

Wolfsburg – Volkswagen rutscht immer tiefer in die Krise. Europas größter Autokonzern hat in der Abgasaffäre eine neue milliardenschwere Baustelle. Demnach ist bei internen Untersuchungen festgestellt worden, dass es bei etlichen Motoren auch Unregelmäßigkeiten beim Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) gibt.

"Nach derzeitigem Erkenntnisstand können davon rund 800 000 Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns betroffen sein", heißt es in einer Mitteilung vom Dienstagabend in Wolfsburg. "Die wirtschaftlichen Risiken werden in einer ersten Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro beziffert." Mehr dazu (240 KB)

 

04.11.2015 – jw - Neue Vorwürfe gegen VW

Neue Vorwuerfe gegen VW-kUS-Behörde: Auch Porsche und Audi von Manipulation betroffen. Konzern weist das zurück

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW-Fahrzeugen hat die US-Umweltbehörde EPA am Montag abend (Ortszeit) neue schwere Vorwürfen erhoben. Die Aufseher beschuldigten die Volkswagen AG, bei weiteren Dieselmotoren eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben. Demnach betrifft dies erstmals auch Fahrzeuge der VW-Tochter Porsche und jüngere Modellreihen.

Deutschlands größtes Industrieunternehmen hielt dagegen, gerade kein Programm installiert zu haben, »um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern«. Damit stand zunächst Aussage gegen Aussage. An der Börse verlor die Aktie des Autobauers am Dienstag rund drei Prozent.

Wie die EPA mitgeteilt hatte, wurden in bestimmten Modellen der Konzernmarken VW, Audi und Porsche Dreiliter-Dieselmotoren verbaut, die bei Stickoxidemissionen die in den USA erlaubten Grenzwerte bis zum Neunfachen überträfen. Dabei gehe es um die als Geländelimousinen deklarierten »Sports Utility Vehicles« (SUV) VW Touareg, Porsche Cayenne und Audi Q5 sowie die Limousinen Audi A6 und A7 Quattro sowie den Audi A8. Betroffen seien die Modelljahre von 2014 bis heute. Mit SUV wie dem Touareg und dem Cayenne verdient VW viel Geld. Mehr dazu (36 KB)

 

30.10.2015 - derstandard.at - VW zeichnete Skandalmotor mit internem Umweltpreis aus

VW zeichnete Skandalmotor mit internem Umweltpreis aus-kDas Entwicklerteam des Dieselmotors, bei dem eine illegale Softwarelösung gefunden wurde, lobte sich selbst über den grünen Klee

Wolfsburg – Volkswagen hat seinen Skandalmotor EA 189 in der Vergangenheit mit dem "Internen Umweltpreis" bedacht. Der Antrieb erhielt in dem Wettbewerb Mitte 2008 einen dritten Platz im Bereich Produkt. VW lobte damals die "innermotorischen Maßnahmen", mit denen der Motor "als erstes Dieselmodell in den USA die strengste Abgasnorm der Welt" erfüllte. Die "innermotorischen Maßnahmen" stehen heute im Strudel des Abgas-Skandals in einem ganz anderen Licht. Mehr dazu (196 KB)

 

23.10.2015 – UZ - Letzte Hoffnung: Sigmar Gabriel?

Bei VW droht tausenden Leiharbeitern der Rausschmiss

Von Klaus Wagener - Die Konsequenzen des VW-Großbetrugs könnten gravierend ausfallen. VW hat in den USA 480 000 Kfz nur mit Betrugssoftware zugelassen bekommen. Weltweit elf Millionen. VW verfügt offensichtlich nicht über die Fähigkeit das nachzubessern.

Die finanziellen Risiken des „Diesel-Gates“, das wohl kaum auf VW beschränkt bleiben wird, werden allein für VW im dreistelligen Milliardenbereich gesehen. Angesichts der 200-Mrd.-Dollar-Strafe für die US-Tabakindustrie (1998) sicher keine Übertreibung. VW ist mit Toyota der größte Konkurrent von GM. Machen die US-Behörden ernst, kann es für VW bitter werden.

Die IG Metall hat auf der VW-Betriebsversammlung T-Shirts und Buttons verteilt: „Ein Team – eine Familie.“ Betriebsratschef Bernd Osterloh wird mit den Worten zitiert: „Hier wird anständige und ehrliche Arbeit geleistet! Tag für Tag! Und Volkswagen ist ein tolles Unternehmen mit tollen Produkten.“ An dem Betrug seien „Einzelne“ schuld. Volkswagen habe „die Kraft, diese Krise gestärkt hinter sich zu lassen. Das geht nur gemeinsam, Management und Belegschaft.“ „Ein tolles Unternehmen“ und „tolle Produkte“! Ein Corpsgeist wie in den Gründerjahren. Mehr dazu (112 KB)

 

19.10.2015 – jw - Haftbar gemacht

Haftbar gemacht-kNach der aufgeflogenen Softwaremanipulation bei VW soll ein Nachfragerückgang offenbar auf Kosten der Beschäftigten, vor allem der Leiharbeiter, kompensiert werden

Von Claudia Wrobel - Reduzierung der Leiharbeit – diese alte Gewerkschaftsforderung wird von der Geschäftsführung von VW in ihr Gegenteil verkehrt. Während Gewerkschafter damit die Übernahme der prekär Beschäftigten in die Stammbelegschaft meinen, befürchtet der VW-Betriebsrat, dass Tausende entliehene Kollegen Knall auf Fall ihren Job verlieren werden, damit der Konzern auf deren Kosten sparen kann. Dies werde im Vorstand diskutiert, wie ein Sprecher des Betriebsrats am Sonnabend bestätigte.

Denn einen harten Sparkurs hat VW-Chef Matthias Müller ausgerufen, um die »Krise zu bewältigen«. Allerdings haben nicht die Beschäftigten und schon gar nicht die rund 7.000 Leiharbeiter die Software zu Abgasmessung illegal manipuliert und damit den guten Ruf des Unternehmens und letztlich Jobs riskiert. Ein Konzernsprecher beteuerte zwar, die Entwicklung der Absatzzahlen sei nicht absehbar, wappnete sich aber: »Sollte sich ein vorübergehender Beschäftigungsrückgang ergeben, wird Kurzarbeit wie in der Vergangenheit eine sinnvolle Möglichkeit sein.« Mehr dazu (42 KB)

 

08.10.2015 - derstandard.at - Razzia bei Volkswagen in Deutschland

Razzia bei Volkswagen in Deutschland-kBirgit Baumann aus Berlin - In Deutschland fanden an mehreren Standorten Durchsuchungen statt. Die Abgasaffäre könnte sich noch ausweiten: Möglicherweise wurde auch in Europa getrickst.

"Ziel der Durchsuchungen war die Sicherstellung von Unterlagen und Datenträgern, die mit Blick auf in Betracht kommende Straftatbestände Auskunft über die genaue Vorgehensweise der an der Manipulation der Abgaswerte von Dieselfahrzeugen beteiligten Firmenmitarbeiter und deren Identität geben können." Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Braunschweig am Donnerstagnachmittag mit. Mehr dazu (220 KB)

 

02.10.2015 - derstandard.at - Schweiz erlässt Zulassungsverbot für VW-Dieselfahrzeuge

Schweiz erlaesst Zulassungsverbot fuer VW-Dieselfahrzeuge-kDie Schweiz zieht strikte Konsequenzen aus dem Abgasskandal bei Volkswagen – Internet-Check für betroffene Kunden

Zürich/Wolfsburg – Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen verbietet die Schweiz vorläufig die Zulassung davon betroffener Fahrzeuge. Eine entsprechende Weisung des Bundesamts für Straßen (Astra) gelte ab Montag für Dieselwagen, die erstmals in der Schweiz zugelassen werden sollen, teilte die Behörde am Freitag mit.

Damit soll verhindert werden, dass von den Abgasmanipulationen betroffene Neu- und Gebrauchtwagen des VW-Konzerns auf die Schweizer Straßen kommen. Das Bundesamt für Straßen hatte das Zulassungsverbot bereits angekündigt. Mehr dazu (174 KB)

 

02.10.2015 – jw - Wer VW regiert

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Von Lucas Zeise - Es hätte noch schlimmer kommen können. Man nehme nur einmal an, die bedingungslose Loyalität der Bundesregierung zur heimischen Autoindustrie stünde in Frage. Etwa in der Art, dass sie den Vorrang für die schönen, schnellen und teuren Flitzer zurücknehmen würde, statt dessen die Bahn und die Schiene fördern würde, dass sie die steuerliche Begünstigung von Dienstwagen abschaffen wollte oder gar den Ausstoß von Schadstoffen aus den hochgezüchteten Motoren scharf begrenzen und – entsetzlicher Gedanke – auch ebenso scharf kontrollieren würde. Die großen drei Profitmaschinen Daimler, BMW und Volkswagen wären nur ein Schatten ihrer selbst, und der Exportüberschuss Deutschlands wäre nicht der höchste der Welt. Mehr dazu (36 KB)

 

30.09.2015 – german-foreign-policy - Die Autoregierung

WOLFSBURG/BERLIN - (Eigener Bericht) - Die Bundesregierung ist spätestens seit 2007 über Abgasbetrug deutscher Automobilhersteller informiert, hat aber keine angemessenen Schritte dagegen unternommen. Dies berichtet die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Wie die DUH mitteilt, habe sie schon im September 2007 "im Detail den Betrug der Autokonzerne bei der Ermittlung von Abgaswerten und Spritverbrauch" enthüllt und seitdem regelmäßig bei deutschen Regierungsstellen interveniert - jedoch ohne Erfolg. Sogar die EU-Kommission habe sich noch im Juni dieses Jahres in puncto Kfz-Abgas ausdrücklich in Berlin beschwert und die Anwendung wirkungsvoller Prüfverfahren angemahnt, heißt es bei der DUH. Mit ihrer konsequenten Weigerung, wirkungsvoll gegen die illegalen, im höchsten Maße umwelt- und gesundheitsschädlichen Schadstoffemissionen vorzugehen, hat die Bundesregierung die Weltmarktstellung einer der wichtigsten deutschen Industriebranchen und die weltweite Expansion führender deutscher Konzerne systematisch gefördert. Exemplarisch lässt sich dies am Beispiel des Volkswagen-Konzerns nachvollziehen, der im Zentrum des aktuellen Abgasskandals steht. VW, auf allen Märkten außer demjenigen der USA stark präsent, versucht seit einiger Zeit energisch, seine Stellung auch in den Vereinigten Staaten auszubauen. Dabei hatte der Konzern den steigenden Marktanteil von Diesel-Pkw im Blick. Mehr dazu (142 KB)

 

23.09.2015 – jw - »Bei uns prüft keiner ernsthaft nach«

Bei uns prueft keiner ernsthaft nach-kVW ist kein Einzelfall – das Schummeln mit Abgaswerten gehört in der gesamten Branche zum Standard. Ein Gespräch mit Axel Friedrich

Interview: Ralf Wurzbacher - Axel Friedrich ist ein internationaler Verkehrs- und Umweltexperte, der unter anderem die Weltbank und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) berät. Er ist Mitbegründer des International Council on Clean Transportation (ICCT), das den aktuellen Volkswagen-Skandal aufgedeckt hat

Volkswagen bzw. VW hat in den USA im großen Stil bei den Abgastests geschummelt und wird voraussichtlich teuer dafür bezahlen müssen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob das ein Einzelfall ist. Was sagen Sie?

Die Welt ist zu kompliziert für Einzelfälle. Wissenschaftliche Untersuchungen in Europa belegen seit langem deutlich überhöhte Stickoxidemissionen bei den Fahrzeugen. Und andere Hersteller wie Hyundai und Toyota hatten ja bereits in den USA ähnliche Schwierigkeiten wie jetzt VW. Auch der Trick mit dem Verfälschen der Prüfstandsmessungen ist für Fachleute ein alter Hut. Früher hat man das mit einfachen Schaltern besorgt, danach mit Zündzählern, und heute erledigen das komplexe elektronische Systeme.

Gehören solche Manipulationen zum Standard in der Branche?

Ich selbst bin seit 35 Jahren an dem Thema dran. Daher weiß ich: Derlei kommt sehr häufig vor. Mehr dazu (50 KB)

 

23.09.2015 – jw - Desaster für »Made in Germany«

Desaster fuer Made in Germany-kVolkswagen bremst Dax aus. Wirtschaft nach Abgasmanipulationen in Schockstarre

Die erste Reaktion auf den VW-Abgasskandal – und dessen mutmaßliche Folgen – ist in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft pure Sprachlosigkeit, geradezu Schockstarre. Egal, ob beim Industrieverband BDI, dem deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) oder beim Handelsverband BGA – niemand wollte sich öffentlich äußern. Nur hinter vorgehaltener Hand war bei dem einen oder anderen Wirtschaftsvertreter von einem »Image-GAU« für die so stark auf den Export ausgerichtete deutsche Autoindustrie die Rede. »Das Gütesiegel ›Made in Germany‹ insgesamt hat kräftige Kratzer bekommen«, klagt ein führender Wirtschaftsvertreter. Und er steht nicht allein.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, stieß in das gleiche Horn. Der seit Jahrzehnten andauernde Erfolg der Exportnation Deutschland beruhe nicht auf billigen Preisen, er beruhe auf Qualität, meinte er. Das mache das »Made in Germany« aus. »Die VW-Affäre könnte somit nicht nur VW, sondern auch viele andere deutsche Exporteure treffen« und das Vertrauen schwächen. Mehr dazu (36 KB)

 

22.09.2015 - derstandard.at - VW-Abgas-Affäre: Gesundheitsgefahr durch Stickoxide

VW-Abgas-Affaere - Gesundheitsgefahr durch Stickoxide-kStickoxide greifen Schleimhäute an, führen zu Atemwegserkrankungen und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wolfsburg – Der VW-Konzern hatte am Wochenende eingeräumt, mit einer Software die Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen in den USA auf dem Prüfstand manipuliert zu haben. Im Normalbetrieb liegen die Werte um ein Vielfaches über dem erlaubten Grenzwert.

Stickstoffoxide sind für den menschlichen Organismus nicht ungefährlich. Hauptquellen dieser Stoffe in Industrieländern sind Verbrennungsmotoren sowie Kohle-, Öl- und Gaskraftwerke. Der Straßenverkehr gehört daher zu den bedeutendsten Stickstoffoxidquellen. Einer aktuellen Studie zufolge sind in Deutschland, Großbritannien und den USA etwa 20 Prozent der Todesfälle, die mit Luftverschmutzung im Zusammenhang stehen, auf den Straßenverkehr zurückzuführen. Mehr dazu (160 KB)

 

22.09.2015 – handelsblatt.com - LIVEBLOG ZUR ABGAS-AFFÄRE: Abgas-Affäre vernichtet Gewinn

Abgas-Affaere vernichtet Gewinn-kMerkel fordert schnelle Aufklärung bei VW (Bis 14:47 Uhr)

Katastrophen-Alarm in Wolfsburg: Der Autobauer stellt Milliarden zurück, elf Millionen Autos sind vom Abgasbetrug betroffen. Es wird über eine Ablösung Winterkorns spekuliert – und die Kanzlerin schaltet sich ein.

Volkswagen hat zugegeben, in den USA Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen manipuliert zu haben. Die Affäre schlägt hohe Wellen. Der Konzern kappt nun seine Gewinnziele und legt im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden zur Seite. VW geht davon aus, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Die Aktie des Autobauers stürzt immer weiter ab. Die Ereignisse im Liveblog. Mehr dazu (1,2 MB)

 

22.09.2015 – nzz.ch - Abgasmanipulationen in Amerika - US-Justiz leitet Ermittlungen gegen VW ein

US-Justiz leitet Ermittlungen gegen VW ein-kVW droht im Skandal um gefälschte Abgaswerte neues Ungemach. In den USA nehmen die Behörden den Autobauer stärker in die Zange. Der Amerika-Chef von VW entschuldigt sich auf einer Veranstaltung in New York.

(Reuters) - Das Justizministerium in Washington leitete strafrechtliche Ermittlungen ein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen in den Vereinigten Staaten meldete. Zudem plant nach Angaben von Abgeordneten ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses eine Anhörung zur VW-Affäre in den kommenden Wochen.

Der Amerika-Chef von Volkswagen sagte auf einer Veranstaltung in New York, das Unternehmen habe es «komplett vermasselt». Michael Horn gelobte aber Besserung und äusserte sich zuversichtlich, dass VW das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen könne. Mehr dazu (68 KB)

 

22.09.2015 – jw - Selbstmordattentäter des Tages: VW-Chefs

Selbstmordattentaeter des Tages-kDie Kompetenz der neuen Managergeneration kann sich mit der von Berufspolitikern messen: Beide sind auf einem historischen Niedrigniveau angelangt. Das bestätigte am Wochenende Volkswagen. Dort gab man zu, in den USA Abgastests manipuliert zu haben. Mit Software. Vorsätzlich.

Das gehört etwa in die gleiche Liga wie das Bekenntnis von Regierungsdenkern, die fordern, »Milliardenhilfen« an die Ukraine zu überweisen oder Russland militärisch auf Augenhöhe zu begegnen. Gering ausgeprägte Sozialkompetenz ist man von Konzernherren und Spitzenpolitikern gewohnt. Dilettantismus bei der Bewältigung komplexerer Situationen war bisher eher eine politische Domäne. Doch Beispiele wie Stuttgart 21, Willy-Brandt-Flughafen oder jetzt VW deuten auf ein Kaderproblem auch beim Kapital hin. Mehr dazu (30 KB)

 

20.09.2015 – nzz.ch - Manipulation von Abgastests in den USA

Manipulation von Abgastests in den USA-kDer Ruf von VW steht auf dem Spiel

Mit «sauberen Dieselautos» wirbt VW in den USA. Laut der Umweltbehörde hat der Konzern aber Abgastests manipuliert. VW hat die Vorwürfe nun eingeräumt. Dies wirft VW auf dem US-Markt weiter zurück.

cei. Berlin - Die USA sind für Volkswagen schon länger eine Baustelle. Die Amerikaner werden mit der Kernmarke VW nicht so recht warm, der Absatz harzt. Doch was seit Freitag bekannt ist, hat das Zeug, das Image der Marke nachhaltig zu schädigen. Die amerikanische Umweltbehörde (EPA) wirft VW nämlich vor, Abgastests manipuliert zu haben – was der Konzern am Sonntag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur eingeräumt hat. Er persönlich bedauere zutiefst, dass VW das Vertrauen von Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht habe, sagte VW-Chef Martin Winterkorn in einer Erklärung.

Volkswagen wirbt in den USA mit «clean diesel», also sauberen Dieselfahrzeugen. Ein Viertel seines dortigen Absatzes basiert auf dieser Technologie. Der Verbrauch sei um 30% niedriger als für vergleichbare Benzinautos, liest man etwa in einer Mitteilung aus dem Jahr 2014. Der saubere Ruf ist nun dahin. Mehr dazu (72 KB)

 

18.09.2015 – fr-online.de - VW drohen satte Bußgelder

VW drohen satte Bussgelder-kDie US-Umweltbehörde wirft VW vor, gegen das Klimaschutzgesetz verstoßen zu haben und fordert den Rückruf von 480.000 Wagen. Dem Autobauer drohen außerdem hohe Bußgelder.

Volkswagen drohen in den USA hohe Bußgelder: Die Umweltbehörde EPA wirft dem deutschen Autobauer Verstöße gegen das Klimaschutzgesetz "Clean Air Act" vor und fordert den Rückruf von 482 000 Diesel-Fahrzeugen in Kalifornien. Betroffen sind nicht nur Autos der Kernmarke VW, sondern auch ein Modell der Konzerntochter Audi.

Das Unternehmen stehe im Verdacht, eine spezielle Software eingesetzt zu haben, um die Messung des Schadstoffausstoßes zu manipulieren, teilte die Environmental Protection Agency (EPA) am Freitag in Washington mit. Mehr dazu (140 KB)